Der ehemalige Sportdirektor der Geißböcke ist Kritik an seiner Person aus seiner aktiven Zeit beim Kölner Verein durchaus gewohnt. Die jüngsten Vorwürfe des ehemaligen FC-Sportchefs und Vorstandsberaters Jörg Jakobs wollte der 47-Jährige aber nicht unkommentiert stehen lassen und äußerte sich zu der Kritik an seiner Person beim 1. FC Köln: Das sagt Christian Keller zu seiner Zeit in Köln.
Transfersperre, Trainer-Frage oder harter Sparkurs. Über zahlreiche Themen wurde während der Amtszeit des ehemaligen Sportdirektors diskutiert beim 1. FC Köln: Das sagt Christian Keller zu seiner Zeit in Köln.

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Die Causa Christian Keller scheint rund um das Geißbockheim auch acht Monate nach dessen Abschied beim 1. FC Köln noch immer ein Thema zu sein. Im aktuellen Interview mit dem „Kicker“ spricht der ehemalige Sportdirektor über die Zeit nach seinem Abschied, aber auch über die Kritik an seiner Person. Und die gab es in den Sozialen Medien, aber auch öffentlich ausgetragen. So unter anderem vom ehemaligen FC-Sportchef und Vorstandsberater Jörg Jakobs, der in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ den ehemaligen Geschäftsführer Sport der Kölner kritisiert hatte. Und die Kritik wollte Keller nicht stehen lassen. „Ich kann nicht verstehen, was Jörg Jakobs geritten hat, solche Aussagen zu treffen, weil sie fernab jeder Realität sind“, so der 47-Jährige.
„Es war ein Fehler“
Keller schilderte im Fachmagazin seine Sicht der Dinge, erklärte unter anderem, dass er den Transfer von Said El Mala nicht auf sein persönliches Konto schreiben wolle. Vielmehr sei es ein Gemeinschaftserfolg gewesen. Zudem reagierte Keller auf den Vorwurf, die Konsilidarisierung im Verein habe bereits vor seinem Amtsantritt begonnen. „Der 1. FC Köln hatte in der Spielzeit 2021/22 den höchsten Personalaufwand seiner Historie für die Lizenzmannschaft, 60 Millionen Euro“, erklärte Keller. „Ich kam im April 2022. Wir senkten den Etat für 2022/23 auf 45 und für 2023/24 auf 38 Millionen Euro.“ Keller war indes immer ein radikaler Sparkurs vorgeworfen worden, der möglicherweise ein Steinchen im Abstiegsmosaik gewesen ist. Allerdings nun auch die Basis für die Transfers, die Thomas Kessler getätigt hat.
Für Keller damals ein wichtiger Schritt. „Wir, mit der Betonung auf Wir, haben uns für die Kernsanierung entschieden, um das unstrittig vorhandene große Potenzial des FC freizulegen“, sagte der ehemalige Sportchef. „Der FC sollte wieder handlungsfähig werden, nicht weiterhin einen großen Teil seines Haushalts in die Tilgung von Schulden, Zinsen und sonstigen Altlasten stecken müssen. Seit Sommer 2025 steht der FC nun blitzsauber da. Die Sanierung hat funktioniert.“ Nicht funktioniert hatte dagegen das Abwenden der Transfersperre. So hätte die Klage-Einreichung laut Keller im August 2022 verhindert werden können. Der FC hatte das Talent Jaka Potocnik unter Vertrag genommen, nachdem dieser 24 Stunden zuvor seinen Kontrakt mit Ljubljana aufgelöst hatte. Der FC war vom slowenischen Club der Anstiftung zum Vertragsbruch beschuldigt worden.
„Es war ein Fehler“
Die Sperre konnte letztlich nicht verhindert werden. Auch, weil der FC eine Zahlung an Ljubljana nicht tätigte. „Wir – es war keine Keller-Soloentscheidung, sondern in den Gremien abgestimmt – haben das bewusst nicht getan, weil die geforderten 2,5 Millionen Euro augenscheinlich auf einer nicht rechtskonformen Grundlage oder deutlicher gesagt auf einem Fake-Angebot basierten“, erklärt Keller. Man habe auf ein solches Geschäftsgebaren nicht eingehen können. Zudem folgte der Verein dem juristischen Ratschlag seiner Rechtsberatung, die den FC damals deutlich im Recht sah. Aus heutiger Sicht bewertet Keller das Agieren allerdings anders: „Es war ein Fehler, sich im Herbst 2022 mit Ljubljana nicht außergerichtlich geeinigt zu haben“, gibt Keller heute zu.
Die Gründe für diese Entscheidung lagen damals aber auch am Scheitern eines Vergleichs, bei dem die FIFA hätte mitwirken müssen – eine Fehleinschätzung der Beteiligeten. Denn „die FIFA wollte und konnte einem Vergleich nicht zustimmen, obwohl sich beide Klubs zwischenzeitlich sogar schriftlich einig waren“, so Keller. Dass die Transfersperre am Ende auch ihren Teil zum Abstieg beigetragen hat, daran besteht kaum noch Zweifel. Mit Gerhard Struber sollte dann der Aufstieg gelingen. Im Mai endete nach einem Remis gegen das Tabellenschlusslicht aus Regensburg die Amtszeit des Trainers, aber auch des Geschäftsführers Sport.
Keller wollte damals Struber nicht gehen lassen. „Mir war natürlich ebenfalls klar, dass ein Wechsel einen kurzfristigen Effekt haben und uns aus der Tristesse reißen wird, die nach dem 1:1 gegen Regensburg größer war als nach dem Abstieg“, sagte Keller. „Dennoch möchte ich so nicht Personal führen. Ein Remis gegen den Tabellenletzten ist kein Grund für eine Freistellung, wenn man den Trainer vorher stets gestärkt hat.“
Keller sei überzeugt, dass man auch mit Struber den Aufstieg geschafft hätte. Ob der 47-Jährige noch einmal in den Sport zurückkehrt, ließ Keller im Interview offen.
