Der 1. FC Köln hat sich gleich zu Beginn des neuen Jahres aufgemacht und bereitet sich im spanischen La Nucia auf den zweiten Teil der Saison vor. Der Trend war zuletzt negativ. Das soll sich nun wieder ändern: Sind das die Stellschrauben an denen der 1. FC Köln drehen kann?
Nach einem guten Saisonstart zeichnete sich beim Aufsteiger zuletzt ein Negativtrend ab. Bereits am kommenden Samstag will der FC gegen Heidenheim wieder durchstarten. Dabei könnten vor allem drei Überlegungen eine Rolle spielen: Sind das die Stellschrauben an denen der 1. FC Köln drehen kann?

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Neben den üblichen Grundlagen wie Fitness und taktischen Konzepten hat sich beim 1. FC Köln in der Hinrunde vor allem die defensive Schwäche bei gegnerischen Standards herauskristallisiert. Wenig verwunderlich stand genau dies schließlich im spanischen Trainingslager in Benidorm auch auf der Tagesordnung, wenngleich auch andere Dinge sich mit Wiederaufnahme des Pflichtspielbetriebs durchaus ändern könnten.
Feste Rolle für Schlüsselspieler Martel?
Eine der wichtigen Entscheidungen für die Rückrunde betrifft die Position von Eric Martel. Der Leistungsträger wurde vor allem nach der Verletzung von Abwehrchef Timo Hübers immer wieder auch als Innenverteidiger eingesetzt und fehlte der Mannschaft so als Ankerspieler und Fixpunkt im defensiven Mittelfeld – wobei auch dort seine Stärken zum Großteil im Defensivbereich liegen.
Doch auch der 23-Jährige konnte letztlich nichts daran ändern, dass der FC ohne Sieg aus den jüngsten sechs Ligaspielen ging. Mit seiner Lauf- und Zweikampfstärke sowie seinen Führungsqualitäten ist der ehemalige U21-Nationalspieler zweifelsohne ein Leader der Geißböcke. Zudem hat er für die Kölner im Mittelfeld wohl die größte Wirkungskraft, da sein taktisches Verständnis und seine Spielintelligenz in der hintersten Reihe und meist gegen den Ball nicht so stark zum Tragen kommen wie beispielsweise im Gegenpressing eine Reihe weiter vorne im Mittelfeld.
Durch die Verpflichtung von City-Talent Jahmai Simpson-Pusey hat der FC neben Routinier Dominique Heintz, Joel Schmid, Cenk Özkacar und Rav van den Berg mittelfristig mehr als genug Auswahl für die Innenverteidigung. Zumal auch ein weiterer Abwehrspieler dazukommen könnte.
Mit El Mala und Kaminski in der Offensive?
Eine weitere potenzielle Veränderung wäre die Integration der beiden Leistungsträger Jakub Kaminski und Said El Mala. Während El Mala aktuell der Topscorer bei den Geißböcken ist, adelte Coach Kwasniok den Polen Kaminski zuletzt mehrfach öffentlich als seinen wichtigsten Spieler. Mit den beiden gelernten linken offensiven Flügelspielern verfügt der FC über zwei dynamische Kreativspieler, die mit ihrer individuellen Klasse gerade gegen gleichstarke Teams den Unterschied machen können.
Anders als in den jüngsten Spielen wäre es durchaus eine Überlegung, beide Akteure nicht abwechselnd, sondern vielmehr gemeinsam in die Startelf zu stellen. Möglicherweise wäre eine angepasste taktische Grundaufstellung die Lösung. Während Kwasniok in den ersten 16 Ligapartien mehrfach zwischen Dreier- und Viererkette hin- und herwechselte, könnte man die Stärken beider Spieler in einem 4-4-1-1-System bündeln und vielleicht so besser nutzen.
Auf der linken Außenbahn könnte El Mala sein Tempo und seine Dribbelstärke in Eins-gegen-Eins-Situationen einbringen und immer wieder mit Tiefenläufen für Gefahr sorgen. Kaminski könnte als hängende Spitze in einer Art Freigeistfunktion agieren. So kann er sich zwischen den Linien frei bewegen, freie Räume besetzen und je nach Bedarf situativ auf einen der beiden Flügel ausweichen,um dort eine Überzahlsituation für seine Mannschaft zu schaffen. Mit seiner Spielintelligenz und seiner Torgefahr kann sich der polnische Nationalspieler zudem immer wieder auch in vorderster Front mit einschalten und den Stürmer unterstützen.
Zwei Viererketten für mehr Stabilität?
Auch gegen den Ball hat ein 4-4-1-1 durchaus einige Vorteile zu bieten. Mit einem Martel als Absicherung im defensiven Zentrum, zwei klaren Flügelrollen und einer beweglichen Offensivzentrale wie Kaminski könnte der FC sowohl im Pressing als auch im Umschaltspiel variabel agieren und bei gegnerischen Angriffen blitzschnell zu einem 4-5-1 wechseln, um die Räume dicht zu machen und den Gegner zu Fehlpässen zu zwingen.
Vielleicht wären klare Entscheidungen das bessere Mittel als Experimente. Mit der richtigen Positionierung von Leistungsträger Martel und dem Mut, Kaminski und El Mala gemeinsam zu bringen, könnte man vielleicht auch ein klares Zeichen in Richtung Gegner setzen. Der 1. FC Köln würde nicht wie so oft (auf die gegnerische Aufstellung reagieren), sondern proaktiv agieren. Gelingt es Lukas Kwasniok, diese Erkenntnisse nachhaltig in den Spielbetrieb zu übertragen, könnte der FC nicht nur sportlich an Stabilität gewinnen, sondern auch eine klare Idee davon, wie er in Zukunft auftreten will.