Nachdem sich der 1. FC Köln in der vergangenen Saison nur knapp in der Bundesliga halten konnte, haben im Sommer einige Veränderungen stattgefunden. René Wagner wurde vom Interims- zum festen Cheftrainer befördert, einige Spieler verließen die Geißböcke und andere wurden neu verpflichtet. In der Sommervorbereitung deuteten sich zudem interessante Entwicklungen an. Haben sich diese nach den ersten vier Spieltagen bestätigt?
Die Vorbereitung im Sommer ist für die Fans, aber auch für Trainer und Verantwortliche ein erster Anhaltspunkt für die anstehende Spielzeit. Die Intensität nimmt wöchentlich zu und jedes Testspiel liefert neue Erkenntnisse. Manche Dinge finden sich nachher genauso während der Saison wieder, andere sind wenige Wochen später schon wieder vergessen. Beim 1. FC Köln ist das nicht anders. Zwischen neuen Rollen, Vorbereitungskönigen und sicheren Stammplätzen war vieles dabei, was mittlerweile nur noch zum Teil gültig ist.

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Obwohl René Wagner bereits zum Ende der vergangenen Saison den FC betreute, sollte diese Spielzeit ein Neuanfang sein. Der 38-Jährige konnte den Kader nach seinen Vorstellungen anpassen, sich mit der Mannschaft intensiv vorbereiten und seine eigenen Ideen umsetzen. Die Aufstellungen in den Testspielen und Trainingseinheiten variierten dabei häufig, sodass lange keine klare Tendenz erkennbar war. Dennoch lieferte die Vorbereitung regelmäßig neue Erkenntnisse.
Anders als gedacht
In der FC-Offensive galten diesen Sommer drei Spieler als positive Überraschungen: Luca Waldschmidt, Marius Bülter und Youssoupha Niang. Einige Wochen später ist die Situation der drei Stürmer unterschiedlich. Niang wurde kurz vor Saisonstart an den FC St. Pauli verliehen, um Spielzeit zu sammeln. Waldschmidt hingegen verletzte sich noch vor dem ersten Pflichtspiel. Beim Auswärtsspiel in Hamburg stand er erstmals in dieser Saison auf dem Platz, der Ex-Nationalspieler dürfte es allerdings schwer haben, an den etablierten Offensivakteuren um Said El Mala, Mikey Moore und Linton Maina vorbeizukommen. Bülter stand zwar schon mehrfach in der Anfangsformation, konnte bisher allerdings noch nicht überzeugen. Für ihn dürfte die Luft in der Offensive ebenfalls dünn werden und fürs Erste wohl nur der Bankplatz bleiben. Bei Waldschmidt und Bülter ist es zudem nicht das erste Mal, dass sie nach guten Vorbereitungen in den Pflichtspielen enttäuschen.
Isak Johannesson sucht in seiner zweiten Saison beim FC ebenfalls noch nach seiner Rolle im Team. Während der Vorbereitung schien er diese im offensiven Mittelfeld gefunden zu haben. Gegen Würzburg im Pokal traf er zudem doppelt und sicherte damit das Weiterkommen. Im Anschluss konnte der Isländer allerdings nicht mehr an diese Leistungen anknüpfen. Im offensiven Mittelfeld ist Talent Moore gesetzt und auf der Doppelsechs hat er hinter Skhiri und Krauß das Nachsehen. Die Suche nach seiner Rolle geht für Johannesson also vorerst weiter.
Ähnlich ernüchternd verlief der Saisonstart für Schmied. Der Schweizer galt lange als heißer Kandidat für die Position neben Lochoshvili und bekleidete diese in Test- und Trainingsspielen auch regelmäßig. In den ersten Pflichtspielen war die Realität jedoch eine andere: Jahmai Simpon-Pusey startete und Schmied sammelte bisher in der Bundesliga lediglich am ersten Spieltag eine Minute Spielzeit, um den Sieg zu sichern und Zeit von der Uhr zu nehmen. Eine Veränderung seiner Situation ist im Moment nicht absehbar. Bemerkenswert ist wie berichtet auch der Umgang mit den U21-Spielern, die sich ebenfalls zeigen dürften, von denen es aber keiner dauerhaft in die Nähe des Profikaders geschafft hat.
Vom guten Eindruck zum Stammplatz
Früh zeigte sich, dass Tom Krauß unter Wagner eine noch größere Rolle spielen soll als in der Vorsaison. Der Sechser war von Beginn an unangefochten und stand bisher in jeder Partie in der Startelf. Während um ihn herum bereits mehrfach rotiert wurde, ist Krauß bisher die Konstante im Kölner Zentrum. Selbst nach der Verpflichtung von Ellyes Skhiri, mit dem er zuletzt ein Duo bildete, stand sein Stammplatz zu keinem Zeitpunkt in Frage.
Ähnliches gilt für Neuzugang Luka Lochoshvili. Nachdem der Georgier im Sommer aus Nürnberg verpflichtet wurde, avancierte er sofort zum Stammspieler in der Abwehr. Besonders seine Kopfballstärke wurde immer wieder hervorgehoben. In der zunächst breit besetzten Innenverteidigung setzte sich der 28-Jährige auf Anhieb gegen Konkurrenten wie Joel Schmied, Rav Van den Berg und Julian Pauli durch. Trotz kleinerer Unsicherheiten hielt Wagner bisher an seiner Nummer 24 fest.
Seine starke Form aus der Vorbereitung konnte auch Linton Maina bestätigen. Der Flügelspieler pendelte beim FC in den letzten Jahren meistens zwischen Startelf und Auswechselbank und kämpfte regelmäßig mit Formschwankungen. In den ersten Testspielen überzeugte Maina jedoch und bestätigte diese Form später in den ersten Pflichtspielen. Gegen Würzburg und Hoffenheim hatte der 27-Jährige in beiden Spielen entscheidenden Anteil an den späten Siegen und spielte sich damit in die erste Elf. Maina ist gut drauf und aktuell wohl nur schwer aus der Anfangsformation zu verdrängen. Wenn er diese Form konservieren kann, wird der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler für den FC in dieser Saison noch sehr wichtig.
An diesen Beispielen zeigt sich jedoch, dass die Vorbereitung zwar ein Indikator sein kann, letztendlich jedoch erst die Pflichtspiele aussagekräftig sind. Dennoch weiß der FC aus eigener Erfahrung: In einer langen Saison kann jeder Spieler wichtig werden, manchmal sogar völlig unerwartet.
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