Marius Bülter könnte eine Option am Sonntag eine Option werden
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Marius Bülter könnte Ragnar Ache durchaus ersetzen – doch für Wagner gibt es einen Haken

Dass Marius Bülter weiß, wo das Tor steht, bewies der Angreifer gegen Viktoria Köln. Nach den Verletzungen von Ragnar Ache und Thijs Dallinga könnte der 33-Jährige nun im Sturmzentrum gefragt sein. Die Daten zeigen allerdings: Ein Ache-Ersatz wäre Bülter nicht.

René Wagner wird nach dem Spiel gegen Viktoria Köln am vergangenen Samstag sicherlich schon geahnt haben, dass da möglicherweise die nächste Baustelle auf ihn wartet. Es wäre „extrem bitter“, wenn beide Mittelstürmer ausfallen würden, sagte der Coach. Und nur wenige Stunden später bewahrheitete sich der Verdacht. Thijs Dallinga wird dem FC monatelang fehlen, Ragnar Ache wohl einige Wochen. Und natürlich ploppten gleich die Spekulationen rund ums Geißbockheim auf, ob es vielleicht doch noch eine Veränderung im Kader geben werde. Die gibt es in diesem Jahr wohl nicht mehr, das Verletzungspech soll intern aufgefangen werden. Unter anderem wird Marius Bülter gehandelt. Dabei stellt sich durchaus die Frage, ob das Profil zum Gesuch des Trainers passt.

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Tatsächlich hat der 33-Jährige die Position über viele Jahre bekleidet, wurde als klassischer Mittelstürmer geführt und eingesetzt. Und doch wuchs zuletzt der Eindruck, dass der Spieler eher auf den Außen zu Hause ist. Zuletzt prägten die Einsätze auf den Außen das Bild, das der Offensivspieler hinterließ. Bülter gilt als flexibel einsetzbarer Offensivspieler. Linksaußen, Rechtsaußen, hinter den Spitzen oder eben ganz vorne – der Routinier bringt reichlich Erfahrung auf unterschiedlichen Positionen mit. Doch auf welcher ist er für die Mannschaft am effektivsten? Ganz sauber trennen lassen sich die Daten nicht – schließlich sind viele Aufstellungen fließend, Spieler lassen sich in andere der angedachten Räume fallen, verschieben innerhalb des Teams, auch während des Spiels. Und doch lassen sich zahlreiche Begegnungen klar definieren, in denen der Angreifer als Mittelstürmer oder Flügelspieler auflief. Seine stärkste Phase im Angriffszentrum erlebte der Routinier in der Saison 2021/22 bei Schalke 04. In den ausgewerteten Spielen erzielte Bülter als zentrale Spitze 13 Tore und bereitete neun weitere Treffer vor – bei 2119 Einsatzminuten.


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Ist Marius Bülter überhaupt ein Mittelstürmer?

Nur hat sich das Spiel des mittlerweile 33-Jährigen seitdem erheblich verändert. Bülter hat zahlreiche andere Positionen bekleidet, wird von den Trainern anders eingesetzt, hat sich aber auch angepasst. Und doch wäre das Sturmzentrum wahrlich kein Neuland für die Offensivkraft. Was die Position angeht, wäre er keine Notlösung, auf die Wagner nur aufgrund der Ausfälle von Ache und Dallinga zurückgreifen müsste. Bülter kommt seit dem Sommer 23 auf 2,06 Abschlüsse und 0,26 Expected Goals pro 90 Minuten. Dass diese Werte höher ausfallen können als bei Einsätzen auf dem Flügel, kommt natürlich nicht überraschend. Ein Mittelstürmer bewegt sich nun mal häufiger in zentralen und tornahen Räumen. Viel wichtiger erscheint bei der Suche nach einem Sturm-Ersatz die Frage, welche Art von Angreifer denn überhaupt gesucht wird. Denn im direkten Vergleich mit Ache und Dallinga fallen dann doch erhebliche Unterschiede auf.

Denn die Bezeichnung „Mittelstürmer“ sagt wenig darüber aus, wie ein Spieler diese Position interpretiert. Ache ist ein klassischer Zielspieler. Der Angreifer bindet Innenverteidiger, wird bei langen Zuspielen gesucht und soll der eigenen Mannschaft die Möglichkeit geben, über gewonnene oder zumindest behauptete Bälle nachzurücken. Das lässt sich besonders deutlich am Kopfballspiel ablesen. Ache kommt seit der Saison 22/23 auf elf Kopfballduelle in 90 Minuten, bei Bülter sind es vier. Von den Luftduellen gewinnt Ache wiederum fünf, also einen mehr als der vermeintliche Ersatz überhaupt bestreitet, der selbst wiederum im Schnitt nur etwas mehr als eins dieser Duelle für sich entscheidet. Auch insgesamt entscheidet der aktuell verletzte Angreifer mehr Zweikämpfe für sich. Dabei ist auch dort die Rolle eine andere.

Warum Marius Bülter kein Eins-zu-eins-Ersatz für Ragnar Ache ist

Während Ache als physischer Fixpunkt im Angriff dient, ist Bülter wesentlich stärker am spielerischen Geschehen beteiligt. Der 33-Jährige spielt als Mittelstürmer mehr als 21 Pässe pro 90 Minuten, Ache kommt nicht einmal auf zehn. Auch im Dribbling liegen Welten zwischen beiden Angreifern. Bülter kommt auf 3,09 Dribblings pro 90 Minuten, Ache auf 1,60. Daraus lässt sich durchaus ableiten, dass wiederum der 33-Jährige vielmehr ins eigentliche Spiel mit eingebunden ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang noch eine andere Statistik. So kommt Ache deutlich häufiger zum Abschluss (3,24 zu 2,04 pro 90 Min) und erzeugt dabei auch die deutlich höhere Torgefahr (0,6 zu 0,26 xGoals-Wert). Bemerkenswert: Dallingas Werte liegen nur knapp über denen von Bülter.

Damit ergibt sich für Wagner eine durchaus interessante Situation. Die Frage, ob Bülter grundsätzlich im Sturmzentrum spielen kann, ist eigentlich schnell beantwortet. Das kann er. Mehr als 4500 ausgewertete Einsatzminuten auf dieser Position und seine Vergangenheit etwa bei Schalke liefern dafür genügend Belege. Die wichtigere Frage ist, was eine solche Entscheidung für das Kölner Spiel bedeuten würde. Einen Eins-zu-eins-Ersatz für Ragnar Ache sollten die Fans jedenfalls nicht erwarten. Ache ist Zielspieler und physischer Fixpunkt, Bülter ein beweglicher und wesentlich stärker ins Kombinationsspiel eingebundener Angreifer. Heißt wohl im Umkehrschluss: Sollte Bülter im Sturm auflaufen, wird sich nicht der Angreifer an die Qualitäten eines Ragnar Ache anpassen, vielmehr müsste Wagner wohl sein System an die Qualitäten von Marius Bülter anpassen.

Seine beiden Treffer gegen Mönchengladbach erzielte der Angreifer übrigens als Offensivspieler hinter den Spitzen.

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