Said El Mala überzeugte nicht gänzlich im Spiel gegen Würzburg
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Viele Abschlüsse, kaum Torgefahr: Kölns Offensivproblem hat auch in Frankfurt Bestand

Der 1. FC Köln gehört bei den Torabschlüssen zu den auffälligeren Mannschaften der Bundesliga. Doch die nackte Anzahl der Schüsse täuscht über ein Problem hinweg: Wirklich gefährliche Möglichkeiten erspielen sich die Geißböcke vergleichsweise selten. Das zeigte auch die Niederlage gegen Eintracht Frankfurt. Warum der FC trotz vieler Abschlüsse offensiv zu wenig Durchschlagskraft entwickelt.

Gegen Eintracht Frankfurt blieb Said El Mala ohne Treffer, auch Marius Bülter konnte seine Möglichkeiten nicht nutzen. Doch die ausbleibenden Tore sind nicht nur eine Frage der Chancenverwertung. Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Kölner vor allem ein anderes Problem haben.

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Wenige Tage, nachdem sich Said El Mala mit seinem Treffer zum 2:1 zum Derbyhelden geschossen hatte, lief es bei dem 20-Jährigen nicht mehr so gut. Zwar hatte der Offensivspieler auch gegen Eintracht Frankfurt seine Möglichkeiten, die ganz große Torgefahr strahlte El Mala dabei aber nicht aus. Denn Torschuss ist nicht gleich Torschuss und Chance eben nicht gleich Chance. Anders ausgedrückt: Die Anzahl an Abschlüssen sagt relativ wenig über die Anzahl von guten Torchancen aus und diese wiederum nicht so wirklich viel über deren Qualität. El Mala kreierte jedenfalls nicht die ganz große Torgefahr. Dass aber ein möglicher Zusammenhang nur an der Leistung des Youngsters hänge, wollten weder der deutsche Nationalspieler noch Geschäftsführer Thomas Kessler so sehen.

Nicht nur El Mala: Auch Bülter lässt Chancen liegen

El Mala sagte am Sky-Mikrofon, dass diese These Quatsch sei. Kessler verwies wiederum darauf, dass eben auch andere Offensivspieler ihre Möglichkeiten hatten. Am auffälligsten war in der Tat Marius Bülter. Der Stürmer kam schon in eine gute Abschlussposition, da hatten die letzten Fans ihren Sitzplatz noch nicht eingenommen. Später war Eintracht-Keeper Noah Atubolu aus kurzer Distanz für den Stürmer nicht zu überwinden. „Ich muss vielleicht genauer zielen. Den ersten will ich ihm über den Kopf hauen, da reißt er die Arme hoch, den zweiten hält er ganz gut. Da fehlt vielleicht das Glück“, so Bülter. Zwar gehört es zu den Kernkompetenzen eines Angreifers, die Chancen dann auch zu nutzen, doch Marius Bülter war sicherlich der Kölner Stürmer, der sich für die Geißböcke in die gefährlichsten Situationen brachte.

91 Torschüsse – doch die x-Werte zeigen das FC-Problem

Bülter stand vor allem aber symptomatisch für ein Kernproblem der Kölner. Der FC kommt zwar zu Abschlüssen, in aller Regel auch deutlich mehr als das Ligamittel, Großchancen kreieren die Kölner dabei eher selten und auch die Torgefahr strahlen die Geißböcke eher wenig aus. Um es zu veranschaulichen: Mit 91 Torabschlüssen liegt Köln in dieser Statistik im oberen Tabellendrittel. Mit dem xGoals-Wert von 9 dagegen im unteren. So hatte Marius Bülter gegen die Eintracht wohl die besten beiden Möglichkeiten. Der FC ging aber mit einem xGoals-Wert von 0,4 in die Kabine. Bedeutet: Die Qualität der Möglichkeiten ließ gerade einmal 0,4 Tore erwarten. Im zweiten Durchgang kamen noch einmal 0,1 dazu.

Dass die Torwahrscheinlichkeit von 0,1 wiederum zu einem Treffer reicht, zeigte Frankfurts Nationalspieler Younes Ebnoutalib. Denn beim entscheidenden 1:0 erreichte der junge Angreifer genau diesen Wert. Und das war insofern erstaunlich, da Frankfurt insgesamt einen xGoals-Wert von 1,8 erreichte, abgesehen vom Treffer hätten nach dieser Statistik also durchaus noch weitere Tore fallen können. Der Eindruck, die Kölner hätten also einen Punkt verdient gehabt, deckt sich nicht mit der ausgestrahlten Torgefahr. Und tatsächlich begegneten sich die Mannschaften in der ersten Halbzeit auf Augenhöhe. Frankfurt hatte mehr Spielanteile, der FC mehr Abschlüsse. Nach dem Wechsel verdiente sich die Eintracht den Sieg aber zunehmend. Umso erstaunlicher, dass FC-Coach René Wagner bei seiner durchaus verständlichen Herangehensweise, für die Stabilität der Defensive einen Offensivspieler zu opfern, auf Mikey Moore verzichtete, der mindestens in der Wahrnehmung der Kölner Fans für mehr kreative Momente in der Offensive verpflichtet wurde.

Derbysieg zeigt: Auch unwahrscheinliche Treffer sind möglich

Dass man jedoch Spiele auch ohne die ganz große Torgefahr gewinnen kann, zeigte der Derbysieg. Dort kamen die Torschützen Said El Mala und Isak Johannesson mit ihren Treffern gemeinsam auf einen xGoals-Wert von sage und schreibe 0,07. Die beiden erzielten damit die unwahrscheinlichsten Treffer des gesamten Spieltags.

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