Gegen Gladbach war Isak Johannesson noch einer der Derbyhelden, in Frankfurt blieb der Isländer dagegen weitgehend blass. Die Leistungsschwankungen des Mittelfeldspielers sind beim 1. FC Köln kein neues Phänomen. Ein möglicher Grund liegt in seiner Rolle: Während Johannesson in Düsseldorf als offensiver Achter überzeugte, muss er beim FC häufig deutlich defensiver agieren.
Noch vor knapp einer Woche war Isak Johannesson einer der Helden im Derby gegen Borussia Mönchengladbach. Mit seinem Traumtor zum zwischenzeitlichen 1:0 schoss er sich in die Herzen der Kölner Fans. Am vergangenen Freitagabend sah die Welt dann wieder anders aus.

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Der Isländer tat sich beim Spiel gegen die Eintracht äußerst schwer, konnte kaum offensive Akzente setzen und gab lediglich einen Schuss in 68 Minuten Spielzeit ab. Seine Passgenauigkeit lag gerade mal bei 52 Prozent. Gerade im ersten Abschnitt, als der FC das Spiel gut im Griff hatte und auch die ein oder andere gute Torchance herausspielen konnte, war Johannesson nicht wirklich ein Faktor. Die Leistungsschwankungen des 23-Jährigen sind schon des Öfteren in seiner Zeit beim FC aufgefallen. Doch woran liegt das?
Isak Johannesson: Als Achter gefährlicher, als Sechser stärker eingebunden
Wie come-on-fc.com bereits in einer Analyse Ende August berichtete, fühlt sich der FC-Profi in einer offensiveren Position wohler. Während er in Köln häufig auf der Doppelsechs eingesetzt wird, wurde er zu seiner Zeit bei Fortuna Düsseldorf eher als Achter aufgestellt. Das klare Ergebnis: Sowohl die Anzahl an Schüssen pro 90 Minuten als auch die erwarteten Tore gingen im Vergleich zu seiner Fortuna-Zeit zurück. Allerdings schoss Johannesson in Düsseldorf auch die Elfmeter. Die Daten belegen, dass er in seiner neuen Rolle beim FC stärker aus der Tiefe in den Spielaufbau eingebunden wird, sich aber weder zu einem zweikampfstarken Defensivakteur entwickelt hat noch seine offensive Gefahr aus der Vergangenheit entfalten kann.
Im Spiel gegen die Eintracht setzte Trainer René Wagner auf einen defensiveren Ansatz mit einer 3-5-2-Formation. Daher war der Isländer auch gezwungen, mehr als klassischer Sechser aufzutreten, weshalb seine Qualitäten aus Düsseldorfer Tagen abhandenkommen. Dort kam er nämlich in seiner letzten Saison auf 17 Scorerpunkte (elf Tore, sechs Vorlagen) und erzielte mit seiner tollen Schusstechnik auch immer mal wieder Tore aus der Distanz. Sein Tor im Derby gegen die Borussia ließ diese Fähigkeiten endlich mal wieder aufblitzen.
Warum Johannesson beim FC auch von seinen Nebenleuten abhängt
Johannessons Rolle sowie Position beim FC ist aber schlichtweg auch vom Gegner abhängig. In Duellen, in denen die Kölner mehr Spielanteile haben und die andere Mannschaft auch mal hinten reindrücken, hat der Nationalspieler die Möglichkeit, offensiver zu agieren. Der FC wird in einigen Spielphasen aber immer wieder zu passiv, was gegen Frankfurt als auch gegen Borussia Mönchengladbach passiert ist. In diesen Druckphasen des Gegners tut sich der FC immer schwer, für Entlastung zu sorgen. Daher fielen auch in beiden Partien in diesen Phasen die Gegentore.
Ein Spieler mit der Cleverness von Ellyes Skhiri ist in solchen Duellen daher für den FC Gold wert. Der Tunesier bringt viel Erfahrung mit, kann das Spiel der Kölner beruhigen und auch mal ein taktisches Foul ziehen, um die Drangphase des Gegners zu unterbrechen. Im Derby bekleidete Skhiri erstmals gemeinsam mit Johannesson das Mittelfeld-Zentrum, was gut funktioniert hat. Der Ex-Frankfurter kann das Spiel aus der Tiefe gut aufbauen, wodurch sich Johannesson mehr nach vorn orientieren kann. Mit Skhiri an seiner Seite muss Johannesson nicht sämtliche Aufgaben im Spielaufbau aus der Tiefe übernehmen. Der erfahrene Tunesier kann sich die Bälle vor der Abwehr abholen und das Kölner Spiel strukturieren. Für Johannesson entstehen dadurch Freiheiten, sich häufiger in höheren Räumen anzubieten. Sein monatelanger Ausfall schmerzt dem Klub daher sehr.
Die Leistungsschwankungen Johannessons lassen sich sicherlich nicht allein mit seiner Position erklären. Allerdings deutet einiges darauf hin, dass der Isländer seine größten Stärken in einer offensiveren Rolle entfalten kann. Gerade der Ausfall von Ellyes Skhiri könnte deshalb zum Problem werden. Denn dem FC fehlt damit nicht nur ein erfahrener Mittelfeldspieler, sondern möglicherweise auch genau der Partner, der Johannesson die nötigen Freiheiten verschaffen könnte.
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