Er sollte zum Schlüsselspieler in der Kölner Innenverteidigung werden, nun könnte das Kapitel Rav Van den Berg beim 1. FC Köln schon wieder vorbei sein. Nachdem die Kölner im Sommer 2025 rund acht Millionen Euro an den FC Middlesbrough überwiesen, konnte der Niederländer in der Domstadt nie wirklich Fuß fassen. Thomas Kessler kündigte nun an, dass der Verein einem Abgang im Winter wohl nichts entgegenzusetzen hätte.
Der Saisonstart verlief für Rav Van den Berg alles andere als optimal. Bereits in der Vorbereitung deutete sich an, dass es für die Startelf nicht reichen würde. Zuletzt stand der Verteidiger nicht mal mehr im Kader und zog sich zudem eine Muskelverletzung zu. Nachdem im Sommer schon über einen Abgang spekuliert wurde, könnte dieser im Winter konkret werden.

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Nach dem Aufstieg im vergangenen Jahr veränderte sich der Kölner Kader stark. Neben in Deutschland Profis mit Bundesligaerfahrung wie Ron-Robert Zieler, Tom Krauß und Marius Bülter, setzte der FC auch auf junge Talente. So fanden Spieler wie Said El Mala, Isak Johannesson oder eben auch Van den Berg ihren Weg ans Geißbockheim. Der Niederländer sollte zu einer Säule in der Innenverteidigung werden und in der Zukunft für einen finanziellen Gewinn sorgen. Keine 18 Monate später ist die Situation jedoch eine andere. Nicht zuletzt wegen einiger Verletzungen kam der niederländische U21-Nationalspieler nie wirklich in Köln an. Sofern das so bleibt, dürfte der FC offen für einen Abgang sein. „Sollte sich an seiner sportlichen Situation bis zum Winter nichts Grundlegendes verändern, werden wir uns selbstverständlich gemeinsam mit ihm und seiner Agentur zusammensetzen und offen darüber sprechen, welche Perspektive für alle Beteiligten am sinnvollsten ist“, sagte Thomas Kessler über den Abwehrspieler.
Abschied von Van den Berg unvermeidbar?
Ob sich das Verhältnis zwischen Spieler, Trainer und Verein noch einmal verändert, ist fraglich. Bereits im Sommer wurde über einen Abgang zurück nach England diskutiert. Die schwierige Lage des Niederländers in der Domstadt könnte diesen Wechselwunsch weiter bestärkt haben. Trotz der Degradierung zum vierten Innenverteidiger sind sich die Kölner Verantwortlichen der Qualitäten Van den Bergs bewusst. „Wir haben uns im vergangenen Sommer ganz bewusst für eine Verpflichtung entschieden, weil wir von seinem Potenzial und seinen sportlichen Qualitäten überzeugt sind. Daran hat sich auch nichts geändert. Natürlich war mit diesem Transfer die Erwartung verbunden, dass er bei uns eine wichtige Rolle einnehmen und sich sportlich weiterentwickeln kann“, erklärte Kessler. Die Hoffnung, dass dieser Schritt in Köln noch erfolgt, scheint jedoch stetig kleiner zu werden.
Schwierige sportliche Situation beim 1. FC Köln
Die Zeit am Rhein war für Van den Berg von Anfang an mit Komplikationen verbunden. Im letzten Herbst plagte er sich mit einer Schulterverletzung herum und verpasste dadurch einige Spiele. Trotz vereinzelter guter Auftritte konnte sich der große Verteidiger nie über mehrere Wochen wirklich in der Anfangsformation etablieren. Mit der Übernahme von René Wagner als Cheftrainer verlor er dann endgültig seinen Platz im Team. Die Sommervorbereitung änderte daran ebenfalls nichts. Hinter Neuzugang Luka Lochoshvili, Jahmai Simpson-Pusey und Joel Schmied blieb für Van den Berg nur die Rolle als vierter Mann. Kessler findet für seine Situation klare Worte: „Natürlich hat sich die Konkurrenzsituation in unserer Innenverteidigung durch die Verpflichtungen von Jahmai und Luka noch einmal verändert. Wir haben auf dieser Position mittlerweile eine hohe Qualität und einen entsprechenden Konkurrenzkampf. Das bedeutet für jeden Spieler, dass er sich seine Einsatzzeiten über seine Leistungen im Training erarbeiten muss. Rav hat sich sicherlich einen anderen Start bei uns vorgestellt und war auch enttäuscht darüber, dass er sich in der Vorbereitung nicht so etablieren konnte, wie er sich das selbst vorgenommen hatte.“
Besonders bitter, da nach dem Ausfall von Schmied aktuell U21-Verteidiger Assad Kotya-Fofana die erste Alternative darstellt. Womöglich hätte der Niederländer also sogar noch einmal die Chance bekommen sich zu zeigen, würde er nicht aktuell selbst mit einer Muskelverletzung fehlen. Wann er ins Training zurückkehrt und ob Van den Berg überhaupt nochmal für den FC aufläuft, ist im Moment noch nicht absehbar. Kessler hat dafür eine klare Erwartungshaltung an den Spieler: „Jetzt liegt es an ihm, jeden Tag im Training zu zeigen, dass er bereit ist, sich dieser Konkurrenz zu stellen und seine Chance zu nutzen. Das ist Leistungssport.“
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