Beim 5:0-Erfolg über Union Berlin überzeugte der 1. FC Köln nicht nur offensiv. René Wagner veränderte auch die Defensive – mit Joel Schmied als Rückkehrer und Tom Krauß in einer ungewöhnlichen Rolle. Die Umstellung könnte für die kommenden Spiele interessant werden.
FC-Trainer René Wagner hatte vor dem Pokal-Duell gegen Union Berlin bereits angekündigt, dass es die ein oder andere Umstellung in der Startelf geben könnte. Doch nicht nur der Wechsel von Joel Schmied für Luka Lochoshvili hat sich bezahlt gemacht. Auch die neue Rolle von Tom Krauß hat dem Spiel des 1. FC Köln sichtlich gutgetan.

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Während viele FC-Fans von einer Viererkette gegen die Eisernen ausgegangen waren, überraschte Wagner mit einer Dreierkette und neuem Personal. Während Jahmai Simpson-Pusey in der zentralen Position gesetzt war, sortierte sich Schmied auf der rechten Innenverteidiger-Position ein und Krauß auf der linken. Vor dem Spiel deutete wohl mehr auf eine Doppelsechs mit Krauß neben Paul Okon-Engstler im defensiven Mittelfeld. Wagner zeigte mit einem Taktik-Kniff jedoch seine Variabilität, die Krauß hervorragend umsetzte. Im Kölner Aufbau konnte der gelernte Sechser aus der tieferen Position das Spiel koordinieren, während Okon-Engstler seine Rolle vor der Abwehrkette übernahm. Aus seiner Halbposition eröffnete Krauß immer wieder mit starken Pässen das Spiel und seine Zweikampfstärke brachte mehr Sicherheit in die sonst eher wackelige Defensive.
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Tom Krauß und Joel Schmied: Warum die Dreierkette des 1. FC Köln funktionierte
Schmieds Passgenauigkeit lag sogar bei 97 Prozent und er gewann 83 Prozent seiner Zweikämpfe. Besonders zeichnet sich der Schweizer durch ein gutes Stellungsspiel und schlaues Antizipieren aus. Immer wieder brach er im gegnerischen Aufbauspiel aus der Dreierkette heraus und presste die Unioner gleich mehrere Male erfolgreich. Eben dies tat auch Krauß, der vor dem 1:0 so den Ball erobern konnte und den Treffer von Said El Mala einleitete. Lochoshvili tat sich bislang mit derartigen Aspekten in seiner FC-Zeit noch schwer. Durch unnötige Foulspiele brachte er den Gegner in den vergangenen Duellen gleich mehrere Male in gute Standard-Positionen. Im Defensivverhalten stand er außerdem häufig zu weit von seinen Gegenspielern weg. Die Qualitäten hat der Innenverteidiger, doch manchmal benötigt es offenbar wohl einfach ein wenig Zeit.
1. FC Köln: Welche Möglichkeiten René Wagner nach dem Pokalsieg hat
Beim FC dürften sich viele noch an die Anfangszeit von Jeff Chabot erinnern, der ebenfalls mit derartigen Problemen zu kämpfen hatte. Später entwickelte er sich zu einer absoluten Konstante beim FC und spielt mittlerweile Champions League mit dem VfB Stuttgart. Der FC benötigt allerdings zurzeit formstarken Spieler. So könnte die taktische Herangehensweise mit Schmied und Krauß in der Dreierkette auch ein bewährtes Mittel für die kommenden Wochen sein. Jedoch ist dies natürlich auch immer vom Gegner abhängig. Union Berlin versuchte beispielsweise, den FC hoch zu pressen, wodurch den Kölnern Offensivspielern deutlich mehr Räume eröffnet wurden. Durch die Wahl der Dreierkette konnten die Schienenspieler um Borna Sosa und Alessio Castro-Montes offensiver agieren und teilweise auch eine Überzahl auf den Außenbahnen kreieren.
Mit spielstärkeren Innenverteidigern, wie es vor allem Simpson-Pusey und Krauß sind, konnten die Kölner sich zudem auch aus Drucksituationen deutlich besser befreien. Dies führte auch zum erfolgreichen Umschaltspiel der Kölner. Dass Wagners Taktik-Kniff so hervorragend aufgegangen ist, liegt allerdings auch an Okon-Engstler. Als alleiniger Sechser vor der Dreierkette machte der Australier einen bärenstarken Eindruck. Sowohl seine Passschärfe als auch sein Zweikampfverhalten machten Lust auf mehr. Der Köln-Coach muss in den kommenden Wochen nun die richtigen Taktiken wählen, um wie gegen Union die Stärken seiner Spieler hervorzuheben. Denn die Mannschaft hat im Pokal eindrucksvoll bewiesen, wozu sie fähig ist.
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