Said El Mala fällt in der Bundesliga auch durch seine vielen Abschlüsse auf. Ligaweit belegt er hinter Harry Kane und Michael Olise Rang drei, kritisiert wird der Youngster allerdings auch, weil manchmal die letzte Entscheidung nicht die beste ist. El Mala wurde eine gewisse Eingensinnigkeit vorgeworfen. Beispiele gibt es einige, doch die Zahlen stützen diese These nur in Teilen.
Am Dienstag war er vollkommen zu Recht Man of the Match, hatte einen sehr großen Anteil am Erfolg der Geißböcke. Doch schon mehrfach hat Said El Mala bei dem ein oder anderen Anhänger des FC für Ärger gesorgt, als der finale Ball nicht gespielt wurde. Die Kritik ist berechtigt, doch stützen die Zahlen keine pauschalisierte Meinung.

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Die Szene im Derby gegen Gladbach hatte schon viel Symptomatisches. Said El Mala nahm sich auf der linken Seite den Ball, ging gegen zwei Gegenspieler in den Zweikampf, setzte sich durch und zog Höhe des Sechzehners ab. Sowohl Mikey Moore, als auch Linton Maina und Marius Bülter gestikulierten deutlich, hätten das Spielgerät ebenfalls gerne gehabt, doch der Kölner Shootingstar probierte es selbst. Eine Situation, die im Spiel des 20-Jährigen nicht ungewöhnlich ist. Gegen Gladbach lief der Angreifer zudem gemeinsam mit Marius Bülter Richtung Tor, versuchte es selbst, anstatt dem Mitspieler den vermeintlich sicheren Treffer aufzulegen. Ebenfalls unvergessen, als er gegen Leverkusen den Ball aus spitzem Winkel an den Innenpfosten legte und im Rückraum Tom Krauß und Isak Johannesson ein Zuspiel offensichtlich präferiert hätten. „Da müssen wir dran arbeiten, dass er da mal einen sieht“, sagte auch René Wagner in der Vergangenheit.
Said El Mala beim 1. FC Köln: 26 Abschlüsse, nur fünf Torschussvorlagen
Eine gewisse Eigensinnigkeit ist bei Said El Mala nicht von der Hand zu weisen. Eine, die auch den ein oder anderen Fan schon genervt haben dürfte. Und die Statistik liefert dafür auf den ersten Blick auch durchaus Argumente. 26 Mal hat der Angreifer in dieser Bundesliga-Saison bereits selbst den Abschluss gesucht, nur fünf Torschüsse seiner Mitspieler vorbereitet. Das Verhältnis ist deutlich, die Erkenntnis aber nicht. Wie berichtet belegt der 20-Jährige ligaweit den dritten Platz in der Statistik der Abschlüsse. Einzig Michael Olise und Harry Kane suchten bislang häufiger den Abschluss. Das ist eine bemerkenswerte Zahl, zeigt aber auch eine der Stärken des Offensivspieler. El Mala sucht immer und immer wieder den Abschluss, schießt aus allen Lagen – ist dabei aber nicht immer erfolgreich und auch nicht immer gefährlich. Wie come-on-fc.com schon vor einigen Tagen berichtete, liegt die Torwahrscheinlichkeit seiner Abschlüsse im Schnitt bei acht Prozent.
Said El Mala entwickelt die größte Torgefahr beim 1. FC Köln
Maina ist eher der Vorbereiter als der Vollstrecker. El Mala das Pendant – wie sich nun auch im Pokal zeigte. Mit einem xGoals-Wert von 2,29 entwickelt kein Kölner so viel Torgefahr. Kein anderer FC-Profi hat sich in der Bundesliga bislang Abschlussmöglichkeiten mit einem vergleichbar hohen Erwartungswert erarbeitet. Und damit wird die Diskussion schnell in eine andere Richtung gelenkt. Natürlich gibt es Situationen, in denen ein Abspiel möglicherweise die bessere Entscheidung gewesen wäre. Gerade bei seinen Dribblings zieht El Mala häufig mehrere Gegenspieler auf sich und schafft dadurch Räume für seine Mitspieler. Die nutzt er nicht immer. Allerdings lässt sich aus der bloßen Zahl der Abschlüsse nicht ableiten, wie oft ein Pass tatsächlich erfolgversprechender gewesen wäre. Der Angreifer sucht aber konsequent den Abschluss und übernimmt damit Verantwortung in einer Mannschaft, die sich mit der Erarbeitung klarer Torchancen immer wieder schwertut.
Die Diskussion um El Malas Eigensinnigkeit dürfte damit nicht beendet sein. Seine Zahlen zeigen allerdings, dass der 20-Jährige nicht nur besonders häufig den Abschluss sucht, sondern auch die größte Torgefahr im Kölner Kader entwickelt. Ob ein Abspiel in einzelnen Situationen die bessere Entscheidung gewesen wäre, lässt sich daraus nicht ablesen.
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