Nach der bitteren Niederlage gegen Leverkusen herrschte einmal mehr Frust beim 1. FC Köln: Und zwar Ärger über das vermeintliche Martel-Handspiel. Dass die Situation nicht so eindeutig war, wie sie Robert Hartmann wahrnahm, gestand der Schiedsrichter sich auch selbst ein.
Wieder einmal sorgt eine Entscheidung des Schiedsrichters für Frust bei den Geißböcken. Robert Hartmann hatte auf Elfmeter nach einem vermeintlichen Handspiel von Eric Martel entschieden. Zumindest keine klare Entscheidung, wie er später sagte.

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Möglicherweise wäre der Ärger gar nicht so groß gewesen, wenn die Kölner eine ihrer zahlreichen Offensivaktionen zu diesem Zeitpunkt schon genutzt hätten. Erst wenige Minuten zuvor hatte Said El Mala aus (sehr) spitzem Winkel den Ball an den Pfosten und nichts ins leere Tor geschossen, hatte Isak Johannesson dabei schon beeindruckend übersehen. Nun aber war es wieder so eine 50:50-Situation – nur auf der anderen Seite. Einen hohen Ball stoppte Eric Martel im Zentrum mit angelegtem Arm, eigentlich irgendwo Richtung Schulter, allerdings ging die schon verdächtig Richtung Boden. Wo genau der Sechser den Ball getroffen hatte, war auch in den Fernsehbildern nur ganz schwer zu erkennen. Doch für Schiedsrichter Robert Hartmann reichte der Kontakt zu einem Pfiff.
„Für mich ist das kein Elfmeter“
„Für mich ist das kein Elfmeter“, sagte René Wagner. „Am Ende gibt es ein paar Leute, die ihm in der Situation helfen können. Das ist nicht passiert. Und deswegen sind wir natürlich enttäuscht.“ Die Wiederholung musste sich der Unparteiische nicht mehr anschauen und so brachte Patrik Schick Leverkusen vor dem Wechsel glücklich in Führung. Glücklich, weil der FC bis dahin Spiel bestimmend war, glücklich, weil Schwäbe noch die Hand an der Kugel hatte und glücklich, weil wohl nicht jeder Schiedsrichter auf Strafstoß entschieden hätte. Möglicherweise also wieder einmal eine 50:50-Entscheidung. Aber eine gegen Köln. Noch gegen Bremen und auch gegen St. Pauli war das unter Lukas Kwasniok verloren gegangene Spielglück wiedergefunden worden. Gerade die 50:50-Entscheidungen waren da auf Kölner Seite. Unter dem Ex-Trainer gab es zahlreiche knifflige Entscheidungen wie etwa ein Handspiel von Yan Couto im Spiel der Geißböcke gegen Borussia Dortmund, die eben nicht pro FC ausfielen. Nun das vermeintliche Handspiel.
„Keine Schwarz-Weiß-Szene“
Das es eben eher keins war, gestand sich dann auch Hartmann bei Sky ein. „Also mir ist zuerst mal wichtig zu erklären, wie es überhaupt zu der Entscheidung kam“, so der Unparteiische. „Ich stehe links von der Situation und nehme wahr, dass der Arm von Eric Martel ein Stück weit auch abgespreizt ist und er diesen Arm in die Flugbahn des Balles, der auch ein Stück weit erwartbar war, mitführt.“ Doch ganz so sicher war sich der Referee dann wohl doch nicht. „Wenn ich jetzt mit ein bisschen Abstand nach dem Spiel auf die Bilder schaue, muss ich sagen, der Arm ist schon sehr, sehr nahe am Körper. Und wenngleich das für mich immer noch keine Schwarz-Weiß-Szene ist und damit der Videoassistent auch nicht die Möglichkeit hatte, mich da irgendwo in die Review-Area zu schicken, muss ich sagen, dass ich mich jetzt nach dem Spiel besser fühlen würde, wenn ich hier auf weiterspielen entschieden hätte“, so Hartmann.
„Ich frage ihn in der Halbzeit auch, er sagt, er steht vier Meter davor“, sagte Thomas Kessler. „Ich glaube, jeder, der das Bild sieht, wird da nicht die Meinung der Schiedsrichter sein. Er stand daneben, ist dann nicht mehr in die Review-Area gegangen.“ Vor allem über das Nicht-Eingreifen des VARS ärgerte sich der Geschäftsführer. „Wir reden ja auch von Schwarz-Weiß-Situationen. Es ist schwer, da heute Grau zu finden. Ich finde es schon, dass er darauf hingewiesen werden muss, dass er offensichtlich eine falsche Wahrnehmung hatte“, sagte Kessler. „Schon alleine, wie er die Körperhaltung von Eric zeigt, mit so ein bisschen ausgespreitztem Arm. Und auch vor dem 2:0 durch Schick fühlten sich die Kölner benachteiligt. Jakub Kaminski hatte zuvor den Ausgleich auf dem Fuß, wurde unmittelbar nach dem Abschluss ziemlich hart von den Beinen geholt. Doch der VAR griff nicht ein. Am Ende verpassten die Kölner mögliche Punkte, verloren 1:2. Und es blieb einmal mehr Frust. Nicht nur aufgrund der Niederlage.
