Thomas Kessler und Christian Keller planen den Kader
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Christian Keller spricht über die Transfersperre und das Struber-Aus: „Im Nachhinein hätten wir von Anfang an sagen müssen“

Seit gut einem Jahr ist Christian Keller nun nicht mehr Geschäftsführer der Geißböcke und Thomas Kessler hat die Geschicke am Geißbockheim in der Hand. Der Ex-Verantwortliche spricht nun über die Zeit bei 1. FC Köln: Christian Keller über die Transfersperre, das Struber-Aus und seinen Abgang.

Rückblickend hätte der ehemalige Geschäftsführer Sport der Geißböcke wohl hier und da eine andere Kommunikation gewählt. Zumindest im Hinblick auf den Umgang mit der Transfersperre räumt Christian Keller ein, die Situation unterschätzt zu haben.

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Christian Keller dürfte die Tage im Sommer genießen. Der ehemalige Geschäftsführer der Geißböcke hat zumindest nichts mehr mit Kaderplanung, Transferverhandlungen und Spielergesprächen zu tun. Der 47-Jährige ist als Investor und Betreiber in den Padel-Sport eingestiegen, hat gerade eine erste Anlage erbauen lassen. Mit dem Profifußball hat der Manager aktuell nichts zu tun. Das könnte sich zwar grundsätzlich wieder ändern, doch Keller hinterlässt einen aufgeräumten Eindruck. Zumindest im Podcast „Leadertalk“ des Ex-Spielers Mounir Zitouni, der mittlerweile als Coach arbeitet. Keller spricht in dem Gespräch ohne Groll über seinen Ex-Verein, aber doch so, als wäre etwas hängen geblieben. Ein gutes Jahr nach seiner Entlassung erinnert sich der 47-Jährige an die Vorkommnisse. Der FC hatte bekanntlich gegen den Tabellenletzten aus Regensburg nur 1:1 gespielt, Trainer Gerhard Struber stand aufgrund der eher mäßigen Leistungen massiv in der Kritik. Zwar belegten die Kölner einen Aufstiegsplatz, allerdings geriet dieser gefühlt in Gefahr.

„Das war meine Frage an den Aufsichtsrat“

Und nach dem 1:1 wurde der Druck zu groß. Intern wurde die Personalie Struber massiv diskutiert. Am Tag nach dem Remis fiel die Entscheidung. Keller spricht davon, „dass der Aufsichtsrat mich auffordern wollte, den Gerhard Struber freizustellen. Ich konnte und wollte das aus vielerlei Hinsicht nicht tun. So dass wir nach einer intensiveren Diskussion zu der Erkenntnis gekommen sind, wenn der Aufsichtsrat das unbedingt möchte – was er direkt ja nicht kann – dann muss man über die Personalie sprechen, die der Aufsichtsrat freistellen kann. Und das ist die Personalie des Geschäftsführers. Das hat der Aufsichtsrat angenommen.“ Somit wurde nicht nur der Trainer freigestellt. Und das nur, weil Regensburg den Ausgleich erzielte. „Das war meine Frage an den Aufsichtsrat: Hätten wir ein Tor mehr geschossen oder Regensburg eben nicht das Tor zum 1:1 geschossen, würden wir dann die gleiche Diskussion führen über die Trainerfreistellung und in der Folge dann meine Freistellung und die klare Antwort in einer zu-Null-Abstimmung war ein ,Nein, das würden wir nicht. Da wären wie ja voll im Kurs’“, sagte Keller. 

Für Keller ein Verstoß gegen die eigenen Prinzipien. Unangenehme Entscheidungen würden zwar zum Job gehören, aber eben auch das Wort. Keller betonte, es sei einfach nicht möglich gewesen, Struber immer wieder den Rücken zu stärken und dann die Entlassung durchzuziehen. Er hätte den Trainer lieber auf die Situation vorbereitet. Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass der FC über Wochen, sogar Monate biedere Leistungen anbot, Struber den Druck gespürt haben wird. Den hat Keller natürlich auch gespürt. Auch der Geschäftsführer war massiver Kritik ausgesetzt. Auch aufgrund des Registrierungsverbots, nach eigener Aussage die „größte Herausforderung meiner Karriere“. Dass da etwas auf den FC und auf ihn zukommen könnte, hatte Keller bei seiner Unterschrift beim FC gar nicht so sehr auf dem Schirm. „Man hat mir dann schon gesagt, dass da ein Jugendspieler verpflichtet wurde und es sein könne, dass es da Probleme geben wird. Ich habe mich damals aber nicht intensiver mit beschäftigt“, sagt Keller heute. Es sei dann plötzlich akut geworden.

„Am Schluss war es nicht lösbar“

„Wir haben versucht, zu kommunizieren, dass wir optimistisch sind, es zu lösen“, sagt Keller. „Im Nachhinein hätten wir von Anfang an sagen müssen, dass wir diese Sperre kriegen und dass wir uns bestmöglich darauf vorbereiten. Wir haben öffentlich medial eine Erwartungshaltung geweckt, dass wir das schon hinkriegen werden. Am Schluss war es nicht lösbar“, sagt Keller, der zudem auch seinen Sparkurs immer wieder erklären musste. Bei seinem Amtsantritt sei der FC „eine Sanierungsaufgabe“ gewesen. „Und die wird zu Beginn selten mit sportlichem Erfolg einhergehen. Es wird am Anfang aussehen, dass es noch mehr in die Brüche geht. In dieser Phase wirst du immer in der Kritik stehen“, sagt Keller, betont aber auch: „Beim FC waren wir letzten Sommer so weit, dass der Scherbenhaufen aufgekehrt war. Es standen 30 Millionen Euro zur Verfügung um in Transfers zu investieren. Der FC war fast wirtschaftlich kerngesund“, so Keller weiter. „Ich hoffe, dass meine Nachfolger das jetzt auch nutzen.“ Der Anfang scheint seit Donnerstag gemacht.


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