Dass die Aufgabe schwer werden würde, hatte René Wagner schon geahnt. Dass die Kölner so zittern mussten, war aber wohl nicht geplant. Der 1. FC Köln gewinnt 2:1 in Würzburg. Und das Dank des Doppeltorschützen Isak Johannesson.
Mit einem starken Isak Johannesson und einer gehörigen Portion Glück haben sich die Geißböcke in die 2. Runde des DFB-Pokals gezittert. Der FC setzte sich in Würzburg knapp durch. Der Gastgeber war sogar durch David Abrangau in Führung gegangen, nach dem Wechsel drehte Isak Johannesson die Partie. In der letzten Minute trafen die Kickers den Pfosten.

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Rotation ist nicht mehr, die Experimente sind vorbei. Dass die Saison nun so richtig losgehen sollte, verriet bereits der Blick auf die Startelf von René Wagner. Mit einer nominellen A-Elf und höchstens mit der Überraschung, dass Marius Bülter begann, startete der FC in die erste Runde des DFB-Pokals gegen die Würzburger Kickers. Nur eine Nummer suchten die Fans vergeblich: Die 13. Die ist zwar fort, Said El Mala jedoch nicht. Der Vertragsverlängerer lief heute erstmals mit der glorreichen 10 auf dem Rücken auf, persönlich abgesegnet von Prinz Poldi. Auf Seiten der Kickers überraschte vor allem der Bankplatz vom formstarken Ivan Franjic, der noch am vergangenen Drittliga-Spieltag doppelt traf.
Die Partie startete verhalten, wurde aber aus dem Nichts von Ragnar Ache aufgeweckt. Dieser schädelte in der achten Spielminute eine Ecke von Alessio Castro-Montes präzise ins linke untere Eck, hatte die Rechnung jedoch ohne Kickers-Keeper Rajkovacic gemacht, der den Versuch gerade so um den Pfosten lenken konnte. Eine Minute später musste er abermals parieren, diesmal einen abgefälschten Versuch von Said El Mala, der beinahe als Bogenlampe im Netz gelandet wäre.
Ping-Pong-Tor zur Würzburger Führung
Ein Querschläger landete in der Folge jedoch im anderen Tor. In der 18. Spielminute, in Folge eines Freistoßes, flankte Tim Kraus den Ball mit viel Effet in den Kölner Strafraum. Unter diesem seegelte Simpson-Pusey hindurch, das Leder prallte gegen den Oberkörper von David Abrangau und fand gegen die Laufrichtung von Marvin Schwäbe seinen Weg in die Maschen. Die Führung für die Gastgeber, die nicht unverdient daherkam.
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Zähe Kost bis zur Pause
In der 22. Spielminute äußerten dann die mitgereisten FC-Fans ihren Unmut, jedoch nicht über die Leistung ihrer Mannschaft, sondern gegen den DFB. Tennisbälle wurden auf den Rasen geworfen, zudem erschien ein Banner gegen die Ansetzung von Montagsspielen. Die daraus resultierende kurze Unterbrechung konnte das Team von René Wagner allerdings nicht nutzen, denn das Spiel lief genauso weiter. Auch Said El Mala erwischte keinen glücklichen Arbeitstag. Der Linksaußen verlor vermehrt Eins-gegen-Eins Duelle und auch seinen Abschlüssen fehlte der letzte Punch. Die Würzburger Kickers verteidigten indes leidenschaftlich um den eigenen Strafraum herum, warfen sich voller Überzeugung in jeden Zweikampf. Offensivaktionen blieben aber auch bei den Gastgebern Mangelware, weshalb bis zum Pausenpfiff kaum etwas Erwähnenswertes mehr passierte. Unter dem Strich ein erschreckend schwacher erster Durchgang vom FC, René Wagner blieben 15 Minuten, um die Mannschaft zur zweiten Halbzeit wachzurütteln.
Treffer aus dem Nichts belebt das Kölner Spiel
Diese begannen beide Cheftrainer zunächst ohne personelle Wechsel, was auf Kölner Seite durchaus überraschte. Auch schien René Wagner nicht die passenden Worte gefunden zu haben, denn am Spiel der Kölner änderte sich zunächst nichts. Generell war kein Matchplan zu erkennen, oft wurde einfach nur der lange Ball in Richtung Ache gewählt. Spielerische Elemente blieben vollends aus. So benötigten die Gäste folgerichtigig eine Zufallsaktion, um zurück ins Spiel zu kommen. In der 62. Spielminute passierte genau das. Der FC gewann einen Einwurf im letzten Würzburger Drittel, welcher schnell eingeworfen wurde. Zunächst verpasste Ache die Hereingabe von Bülter, doch Jóhannesson war zur Stelle und stolperte den Ball zum 1:1 ins lange Eck.
In der Folge war plötzlich Leben im Kölner Spiel. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich zappelte der Ball erneut im Netz, allerdings stand Jóhannesson im Abseits, wodurch ihm der Doppelpack verwehrt blieb. Ragnar Ache zündete in Minute 71 einen satten Flachschuss, wurde jedoch abermals von Rajkovacic im Tor der Kickers aufgehalten. Es dauerte bis zur 74. Spielminute, bis René Wagner erstmals das Personal auf dem Rasen tauschte. Neben den Neuzugängen Ellyes Skhiri und Thijs Dallinga kam auch Linton Maina in die Partie. Letzterer sollte dem Spiel direkt seinen Stempel aufdrücken. Aus einer Belagerungsphase rund um den Würzburger Sechzehner fand der Routinier von der rechten Außenbahn mit einem cleveren Schnittstellenpass den eingelaufenen Jóhannesson.
Pfosten rettet den FC
Noch einmal ließ er sich nicht bitten. Aus 14 Metern halbrechs drehte der Isländer sich mit dem ersten Kontakt in Richtung Tor auf und nahm Maß. Zwischen Ball und Pfosten hätte in dieser 77. Minute kein Blatt Papier mehr gepasst. Der präzise Abschluss aufs lange Eck klatschte an den Innenpfosten und sprang von dort zum 2:1 über die Linie.
In der Schlussphase mussten die Kickers alles riskieren, was in Kontersituationen für den FC mündete. Die beste davon beförderte jedoch Dallinga in der 88. Minute über den Querbalken. Nach einem aufopferungsvollen Spiel fehlten den Würzburgern zum Ende das letzte Glück. Einen Freistoß aus gut 22 Metern entschärfte Schwäbe, doch eine dicke Chance gab es noch. In der dritten Minute der Nachspielzeit segelte nochmals eine Flanke in den Kölner Sechzehner, am langen Eck kam ein Würzburger zum Abschluss. Das Stadion hielt den Atem an, doch der Abschluss knallte nur ans Aluminium.
Das sollte die letzte Aktion gewesen sein. Ein erlösender Schlusspfiff beendete die Zitterpartie des 1. FC Köln. Kein überzeugender Auftritt, doch am Ende steht der Einzug in die nächste Pokalrunde. Bis zum Saisonstart am kommenden Wochenende steht René Wagner noch vor einigigen Aufgaben.
1.FC Köln: Schwäbe – Mensah (75. Skhiri), Simpson-Pusey, Lochoshvili (82. Schmied), Castro-Montes, Johannesson, Krauß – El Mala, Bülter, Thielmann (75. Dallinga) – Ache (75. Maina); Tore: 1:0 Abrangau (18.), Johannesson 1:1, 2:1 (62., 77.); Karten: Ache (1)
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„Generell war kein Matchplan zu erkennen“, das trifft es sehr gut. Warum so extrem spät gewechselt wurde & schwere Verletzungen von sichtlich platten Spielern in Kauf genommen wurden, ist mir ein Rätsel. Kein guter Auftritt, vor allem kein überzeugender weder von Mannschaft noch vom Trainer.