Der Kaderumbruch in diesem Sommer ist bei den Geißböcken in vollem Gange. Vor allem auf der Abgangsseite hat sich schon viel getan. Der geplatzte 50-Millionen-Deal um Said El Mala führt aktuell noch zu weniger verfügbarem Geld für teure Transfers. Der 1. FC Köln ist auf dem Transfermarkt dennoch handlungsfähig.
Auch ohne die Extraeinnahmen durch Rekordtransfers ist der FC in diesem Sommer in der Lage, eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu formen. Das sagt jedenfalls Finanzgeschäftsführer Philipp Türoff.

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Der aktuelle Transfersommer hätte für den 1. FC Köln durchaus anders beginnen können. Die historischen Einnahmen durch einen Wechsel von Shootingstar Said El Mala nach England von 50 Millionen Euro plus möglichen 20 Millionen durch eine Abgabe von Jakub Kaminski wären für die Geißböcke ein Novum gewesen. Zum einen hätte der FC eine erhebliche Summe in die Neustrukturierung des Kaders der kommenden Saison stecken können, zum anderen wäre der Mannschaft allerdings auch einiges an Qualität abhanden gekommen, die wieder hinzugefügt hätte werden müssen. Vom Tisch sind die Transfers sicherlich noch nicht. Gerade der Abgang von „Kuba“ ist weiterhin ein durchaus realistisches Szenario. Dennoch verzögert sich mit jedem Tag Warten die Möglichkeit, sicher in eine Richtung planen zu können.
Der FC ist „handlungsfähig“
Die Frage, ob der FC auch ohne die beachtliche Finanzspritze handlungsfähig auf dem Transfermarkt ist, beschäftigt das Umfeld des Clubs zunehmend. Denn die Geißböcke haben bisher schon ordentlich aussortiert. Sieben Spieler haben den Verein bereits verlassen, weitere sollen gehen und diese Lücken müssen eben auch wieder geschlossen werden. Gerade in der Innenverteidigung kann Thomas Kessler aktuell nur mit wenigen Spielern fest planen, die den Kölnern direkt zu Beginn der kommenden Spielzeit helfen können. Und auch auf anderen Positionen wie der Linksverteidiger-Position, im Mittelfeld und Sturm sucht der 40-Jährige nach Ersatz. In welchem Regalfach „Kess“ einkaufen kann, ist aber eben maßgeblich an die lukrativen Transfers gebunden. Dass der FC aber auch ohne diese Einnahmen tätig werden kann, erklärten Vizepräsident Jörn Alvermann und Finanzgeschäftsführer Sport Philipp Türoff jüngst gegenüber dem „Express“.
Der 1. FC Köln habe sich in den vergangenen Jahren „so solide aufgestellt, dass wir auch ohne einen sofortigen Transfererlös bei Said El Mala in der Lage sind, den Kader zu verstärken“, sagte Türoff. „Der FC ist auch ohne eine außerordentliche Transfereinnahme in diesem Sommer handlungsfähig.“ Natürlich seien diese Erlöse ein wichtiges Element für einen gesunden Fußballclub, um den wirtschaftlichen Handlungsspielraum zu vergrößern. „Ein finanzieller Zwang besteht für uns jedoch nicht“, so Türoff weiter. Dennoch bleibt die Tragweite der Kaderumstrukturierung eine große. Denn der Abgang von Stammspielern oder Routiniers wie Eric Martel, Florian Kainz, Dominique Heintz sowie Cenk Özkacar und Kristoffer Lund reißen ein doch beachtliches Loch in den Kölner Kader.
Leihkonstrukte als Lösung
Und so stellt sich die Frage, ob der FC auch finanziell handlungsfähig genug ist, um diese Baustellen adäquat zu schließen. Die Geißböcke seien für „die sportlich definierten Kaderinvestitionen angemessen aufgestellt“, so der Finanzgeschäftsführer. „Wir haben auch ohne Spielerverkäufe Handlungsspielräume für eine wettbewerbsfähige Mannschaft, zumal in diesem Szenario unsere Leistungsträger bei uns bleiben.“ Türoff fügt allerdings hinzu, dass größere Transfererlöse den Handlungsspielraum durchaus vergrößern würden, aber eben auch den Bedarf. Die Ausgabe von Genussgutscheinen, um Geld für die Kaderinvestitionen zu beschaffen oder „anderweitig außerordentliche Geldsammlungen“ werden in den Gremien aktuell laut Alvermann nicht diskutiert.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der FC auch in dieser Sommer-Transferperiode wieder der Option von vielen Leihkonstrukten zuwendet, ist ob der Lage sehr wahrscheinlich. Bereits im vergangenen Jahr waren sechs Spieler des Kaders von anderen Vereinen an die Geißböcke ausgeliehen. Bei Dreien folgte oder soll eine eine feste Verpflichtung folgen. Denn mit Jakub Kaminski, Tom Krauß und möglicherweise Jahmai Simpson-Pusey hat oder will der Club die Hälfte der Leihen behalten. Die Quote ist also eine recht ordentliche, die Vorgehensweise erfolgsversprechend.
