Said El Mala ist wohl das größte FC-Talent der vergangenen Jahre. Hinter ihm steht ein Bruder, ohne den es den Shootingstar der Geißböcke so nicht gegeben hätte. Die Geschichte von Said und Malek El Mala — über Absagen, Loyalität und eine Bindung, die jeden Transferpoker beeinflusst. Said El Mala: Die Geschichte hinter dem Bruder-Duo beim 1. FC Köln.
Die Saison ist bekanntlich vorbei und doch scheint der Hype um Said El Mala kein Ende zu nehmen. Weiterhin gehören dem Youngster die Schlagzeilen. Zuletzt, weil der Spieler Bentford eine Abfuhr erteilten.

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Es gibt diese Momente, die alles verändern. „Reicht nicht“, waren die Worte, die Said El Mala ins Grübeln brachten. In der U14 wurde der Spieler bei Borussia Mönchengladbach aussortiert. Nur wenige Tage später traf es Bruder Malek. Der gleiche Verein, die gleiche Botschaft – auch der ältere der Brüder wurde auf dem Weg zum Profifußballer jäh ausgebootet. Eben nur im höheren Jahrgang. Said sagte später im Interview mit den 11FReunden, er habe geweint, seine Mutter angerufen. Der Familienbund ist extrem ausgeprägt. Die Brüder wuchsen in Krefeld auf, Vater Mohammed spielte ebenfalls, aber beim Linner SV in der Landesliga. Der Rauswurf bei den Fohlen hatte zunächst Spuren hinterlassen. „Ganz ehrlich, ich hatte keinen Bock mehr. Wir hätten damals auch in andere NLZ gehen können. Aber ich habe mir gedacht: Wofür eigentlich?“, so Said El Mala im Interview. Der große Bruder überredete den heutigen Fast-Nationalspieler weiterzumachen.
„Ohne meinen Bruder hätte ich aufgehört“
Das taten sie, immer in der Hoffnung, noch den entscheidenden Schritt zu gehen. Doch beide kassierten Absage auf Absage – es sollen 13 gewesen sein. Angeblich wurden die Kicker auch noch mal Gladbach angeboten, doch das Interesse war nicht mehr vorhanden. Auch bei Said war es so eine Sache mit dem Interesse. Die Brüder wechselten nach Meerbusch, doch der jüngere der beiden war nicht so recht bei der Sache. Manchmal ging er einfach während des Trainings vom Platz, trat gegen Wasserflaschen oder weigerte sich, am Spiel teilzunehmen. „Vielleicht war ich ein bisschen zu cool zu der Zeit. Rückblickend muss ich aber sagen: Da habe ich den Spaß am Fußball wiederentdeckt“, sagte der Offensivspieler und schob einen nicht ganz unwichtigen Satz hinterher: „Ohne meinen Bruder hätte ich damals mit dem Fußballspielen aufgehört“, sagt Said El Mala. Möglicherweise ein Punkt, den der 19-Jährige seinem älteren Bruder bis heute nicht vergessen hat. Ohne Malek wäre die traumhafte, noch sehr junge, Karriere so wohl nicht möglich gewesen.
„Das mache ich nur, wenn Malek mitkommt“
Als einziger Club aus der Umgebung war 2023 Viktoria Köln noch bereit, die beiden Spieler genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Rest ist gerade bei dem U21-Nationalspieler eine beeindruckende Geschichte. Das erste Tor im deutschen Profifußball, Newcomer der 3. Liga, Angebot vom FC, Bundesliga, Tore, Nationalmannschafts-Nominierung. Das alles innerhalb eines Jahres. Maleks Entwicklung stagnierte, obwohl Said heute noch sagt, dass sein Bruder die besseren Anlagen habe. Und plötzlich klingelten die Telefone und es waren die El Malas, die absagten. So im Sommer 2024 als der BVB anklopfte.
Dem Vernehmen nach war der Offensivspieler schon für einen Medizincheck eingeplant. Doch Said hatte eine Bedingung für eine Verpflichtung bei der Borussia. „Das mache ich nur, wenn Malek mitkommt“, sagte er im Interview und dem BVB. „Das wollten sie nicht. Damit war’s für mich vom Tisch.“ Keine Diskussion, keine Verhandlung. Ohne Malek eben kein BVB. Es folgte die Absage, das Interesse aus Köln und dort die Idee, den älteren Spieler mit zu verpflichten. „Uns war sofort klar: Das ist es“, sagt Said über den FC. „Die Stadt hat uns gefallen, die Fans, der Verein, das Stadion. Und das Beste: Wir mussten nicht mal umziehen.“
Wobei das Beste vielleicht die gemeinsame Zeit in der Domstadt ist. Beim FC wird man nicht müde, die Qualitäten von beiden Geschwistern hervorzuheben. Malek konnte diese auch aufgrund von Verletzungen in der Regionalliga bislang nicht auf höchstem Niveau nachweisen. Doch das Vertrauen auf den Durchbruch wird immer wieder kommuniziert. Dass internationale Clubs den Bruder nicht auf dem Schirm haben, reserviert reagieren, ist aber angesichts der blanken Zahlen verständlich. Während Said in seiner Premieren-Saison 18 Scorer in der Bundesliga in 34 Partien sammelte, waren es bei Malek 13 Spiele und fünf Treffer eben bei der U21. Kein Bewerbungsschreiben für einen Premier-League-Club. Ob El Mala dem FC Brentford wirklich abgesagt hat, weil der Club nur ihn unter Vertrag nehmen wollte, ist nicht bekannt. Aber eben auch nicht ausgeschlossen und auch nicht unwahrscheinlich. Immerhin gab es die Brüder immer nur im Double – so wie aktuell auch in einer WG in Köln.
„Da laufen jetzt Überlegungen“
Beim FC hätte man kein Problem damit, dass das El-Mala-Team zusammenbleibt. „Ich als Fan kann mir aber natürlich vorstellen, dass wir die Brüder noch ein Jahr bei uns behalten. Es sind aber auch die Fragen: Was will der Spieler? Was will die Familie? Wie wünschen sie sich weiterzuentwickeln? Da laufen jetzt die Überlegungen“, sagte Jörn Stobbe am Freitag. Doch der Präsident der Kölner sagte auch: „Dass wir als FC sagen, wir halten nicht alle Stammspieler, ist auch klar. Wir müssen ab und zu mal Spieler verkaufen. Das ist unser Konzept. Und wir wollen weiter einen ganz soliden Finanzweg beschreiten.“ El Mala würde sich bei einem Marktwert von 45 Millionen Euro für dieses Konzept anbieten. Ob es den Shootingstar aber nur im Duo mit seinem alten Bruder gibt, wird sich dann zeigen.
Die Botschaft scheint allerdings unmissverständlich. Wer Said El Mala will, braucht möglicherweise eine Lösung für Malek. Das war beim BVB sicher so. Das könnte bei Brentford ein Thema gewesen sein. Das könnte bei Chelsea oder jedem anderen Interessenten ein Thema werden. Said hat das selbst auf den Punkt gebracht — im GeißbockEcho, ganz ohne Transfer-Kontext: „Malek ist mein Anker. Wie zwei aneinander geklebte Teile, die sich nicht trennen lassen.“

Ich frage mich wie das Ganze für Malek aussieht. Im Grunde wird er ja immer als Hinderungsgrund für den Wechsel seines Bruders dargestellt. Fast schon als eine Art Mitläufer. Das wäre mir auf Dauer zu blöd.