René Wagner und Thomas Kessler vom 1. FC Köln
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Kommentar zur Trainer-Beförderung von René Wagner: Ein Wagnis und ein Auftrag zugleich

Seit Freitagmittag steht der Trainer für die kommende Saison bei den Geißböcken fest. René Wagner wird die Mannschaft in die Spielzeit 26/27 führen. Das ist keine große Überraschung. Doch sind viele Fans von der Entscheidung wenig überzeugt. Gerade für den Geschäftsführer ist die Beförderung ein Wagnis und ein Auftrag zugleich. Ein Kommentar zu René Wagner als Cheftrainer des 1. FC Köln.

Nach dem eher holprigen Saisonabschluss scheint René Wagner seinen Kredit bei den Fans verspielt zu haben, bevor er in die neue Saison startet. Damit geht Thomas Kessler erneut ein Wagnis ein. Ein Wagnis an dessen Ende der 40-Jährige auch bewertet wird.

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Es liegt in der Natur der Sache und vielleicht auch in der Natur der Menschen, dass in den Sozialen Medien eher kritisiert als gelobt wird. Dass aber gefühlt gar kein gutes Haar an einer Entscheidung gelassen wird, fällt dann doch auf. Nun hat der FC mit René Wagner also den Interimstrainer zum Cheftrainer ernannt und damit einen doch recht großen Wirbel im Netz ausgelöst. Ein wenig wirkt es so, als würde die Grenze der scheidenden Geister zwischen Vereinsführung und Fans verlaufen. Dem ist nicht so. Es wird auch andere Meinungen unter den Anhängern geben, sicher abwartende, vielleicht auch verständnisvolle. Zugegeben, die Ergebnisse und Leistungen – gerade die jüngeren – waren unter dem Coach alles andere als eine beeindruckende Bewerbung. Selbst Lukas Kwasniok erzielte einen besseren Punkte-Schnitt, hätte den Klassenerhalt doch in trockene Tücher gebracht. Dennoch konnte Wagner die Entscheidungsträger in den Gesprächen der vergangenen Tage offenbar restlos überzeugen.

Wenig Kredit nach schwachen Leistungen

Auch, wenn ein großer Teil der Fans alles andere als restlos überzeugt ist, ist es gerade der falsche Zeitpunkt, um über richtig oder falsch zu urteilen. Die Beförderung muss den Anhängern nicht schmecken, sie ist aktuell ohnehin unumstößlich. Doch Vorstand und Geschäftsführung sind an dem Trainer näher dran, erleben ihn nahezu jeden Tag, haben analysiert und sich Visionen und Pläne angehört. Auch das entscheidet nicht über richtig oder falsch. Die Wahrheit liegt eben tatsächlich auf dem Platz. Und diese kommt vielleicht schneller als sie dem ein oder anderen lieb ist. Denn es steht außer Frage, dass Thomas Kessler erneut ein Wagnis eingeht. Wagner geht alles andere als unbelastet in die neue Saison. Dafür waren die Leistungen mitunter zu schwach, dafür war zu wenig Entwicklung, dafür gab es gefühlt handwerkliche Fehler. Kredit hat der Trainer bei den Fans keinen besonders großen.

Bislang keine Spuren hinterlassen

Im Grunde steht der Trainer bereits unter Druck, bevor überhaupt das erste Spiel der neuen Saison gespielt ist. Genauso wie im vergangenen Sommer als der Sportchef seinen Wunschtrainer Lukas Kwasniok an den Rhein lotste, hat Kessler erneut seine Wunschvorstellung durchgesetzt. Damals verpflichtete der Ex-Keeper einen Coach, um dessen Ecken und Kanten, Stärken und Schwächen der heutige Geschäftsführer durchaus wusste. Am Ende scheiterte der Plan Kwasniok eher an der Persönlichkeit als am fußballerischen Know-How des Trainers. Das ist unter Wagner nicht zu erwarten. Menschlich scheint der 37-Jährige ein Gegenpol zu Kwasniok zu sein. Das Verhältnis zwischen Geschäftsführung und Trainer wird ein anderes werden. Allerdings ist da eben Wagners Unerfahrenheit. Das Argument, er habe dem FC den Klassenerhalt beschert, ist angesichts der nötigen und der von Lukas Kwasniok geholten Punkte ein schwaches.

Wagner hat als Chefcoach noch keine großen Spuren hinterlassen, fußballerisch noch nicht aus wenig mehr gemacht und noch keine Handschrift hinterlassen. Kessler weiß sehr wohl, dass die Bundesliga alles andere als ein Experimentierfeld ist. Zumindest sind seine Worte, dass der frühzeitige Klassenerhalt für einen Verein wie den 1. FC Köln alles andere als selbstverständlich seien, nicht anders zu verstehen. Und so ist die Beförderung mehr als nur ein Wagnis. Sie ist auch ein Auftrag. An Wagner als Trainer, vor allem aber auch an Kessler als Geschäftsführer. Bei dem stehen jetzt vier Trainer in einem Jahr Amtszeit. Mit manchen lag er richtig, mit manchen falsch. An dem Erfolg oder Misserfolg von Wagner wird der 40-Jährige gemessen werden.


1 Gedanke zu „Kommentar zur Trainer-Beförderung von René Wagner: Ein Wagnis und ein Auftrag zugleich“

  1. Geben wir ihm 100 Tage.
    Was mir bisher völlig fehlt, ist eine Spielidee. Wie will der Mann spielen lassen?
    Und vom Vorstand erwarte ich auch eine klare Vorgabe, Saisonziel:„einstelliger Tabellenplatz“ und nicht nur „Abstieg vermeiden“.

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