Mit fünf Punkten aus den vergangenen drei Spielen hat René Wagner die Geißböcke auf Kurs Klassenerhalt gebracht. Dennoch ist seine Position als Chefcoach für die kommende Spielzeit nicht gesichert beim 1. FC Köln: Thomas Kessler lässt Zukunft von René Wagner offen.
Trotz oder Dank des Remis gegen St. Pauli bleibt der Vorsprung auf den Relegationsplatz bei fünf Zählern. Und das bei nur noch vier ausstehenden Spielen. Doch die Frage nach dem künftigen Trainer ist noch offen.

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Die Bilanz ist insgesamt keine schlechte. Fünf Punkte holte René Wagner aus den drei Spielen, in denen der 37-Jährige mittlerweile als Cheftrainer der Geißböcke fungiert. Der FC hat vier Spieltage vor dem Saisonfinale fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wagner hält mit den Geißböcke ganz klar den Kurs Klassenerhalt. Es gibt jedenfalls gleich mehrere Teams, die sich deutlich mehr Gedanken angesichts der Tabellenkonstellation machen müssen – auch, wenn es unten wieder einmal eng zugeht. Wie groß die Veränderungen des Interimscoachs sind, ist auch nach einem knappen Monat Amtszeit noch schwer zu beantworten. Fakt ist: Sollte der FC den Klassenerhalt schaffen, hat Wagner das vorgegebene Ziel erreicht und damit rein statistisch die in ihn gesetzte Hoffnung gerechtfertigt. Allerdings wäre damit nicht automatisch gesagt, dass der gebürtige Dresdner auch in der kommenden Spielzeit weiter den Hut auf hat.
„Wir haben René die Verantwortung gegeben“
Vor dem Duell gegen St. Pauli zeigte sich Thomas Kessler mit der Arbeit des Trainers durchaus zufrieden. „Alles, was ich mir vorgestellt habe, setzt er um. Die Ergebnisse in den letzten beiden Spielen waren auch gut“, sagte der Geschäftsführer Sport. „Wir haben aber noch einige wichtige Spiele vor der Brust. Wir müssen uns extrem fokussieren und dann setzen wir uns zusammen und schauen, wie es weitergeht.“ Grundsätzlich kann man sich eine Zukunft mit dem aktuellen Interimscoach vorstellen. „Wir haben René die Verantwortung in dieser schwierigen und wichtigen Zeit gegeben, weil da eine Überzeugung hintersteckt. Ich war lange mit ihm im Austausch, seit seiner Zeit, als er den FC damals verlassen hatte.“ Wagner war bereits unter Steffen Baumgart Co-Trainer der Geißböcke. Kessler selbst soll sich im Sommer stark um die Rückkehr des Trainers bemüht haben, offenbar mit dem mittelfristigen Plan, Wagner irgendwann zum Verantwortlichen zu machen.
Gespräche mit anderen Trainern
Das ging dann vor vier Wochen schneller als geplant. Allerdings machte Kessler auch klar, dass er sich durchaus auch mit anderen Trainer beschäftige. Schon im vergangenen Jahr war beispielsweise Christian Eichner ein Thema. Der Ex-FC-Spieler und der Karlsruher SC werden im Sommer getrennte Wege gehen. Nach der Entlassung von Lukas Kwasniok soll sich Kessler auch mit Dino Toppmöller beschäftigt haben. „Es liegt in meiner Verantwortung. Aber das weiß auch jeder Cheftrainer, der bei uns unter Vertrag steht, dass ich mich grundsätzlich immer auch mit anderen Cheftrainern auseinandersetze. Und wenn sich die Möglichkeit ergibt, auch mal das ein oder andere Gespräch führe“, so Kessler bei Sky. Man werde sich schon bald zusammensetzen. Bei den bevorstehenden Planungen gehe es aber nicht nur um den Trainer, sondern auch um den gesamten Kader für die kommende Spielzeit.
Zur Wahrheit gehört auch, dass der FC gegen St. Pauli eben nicht überzeugte, das Team den Matchplan nicht umsetzte. Kessler war mit der Leistung am Freitagabend nicht zufrieden. Das dürfte auch für die Einstellung des Teams und damit den Aufgabenbereich von Wagner gelten. In den kommenden vier Spielen hat also auch der 37-Jährige die Chance, Pluspunkte zu sammeln.
