Neue Wege bei den Geißböcken: Warum der Kader des 1. FC Köln so erfolgreich ist

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Neue Wege bei den Geißböcken: Warum der Kader des 1. FC Köln so erfolgreich ist

Ein Dutzend Neuzugänge, noch mehr Abgänge – der FC hat sich im Sommer verändert. Nicht nur personell. Auch taktisch hat bei den Geißböcken eine andere Herangehensweise Einzug erhalten. Der 1. FC Köln vollzieht einen erfolgreichen Umbruch.

Sechs Ligaspiele mit neuen Anfangsformationen, Positionswechseln und fünf verschiedenen taktischen Formationen. Bei den Kölnern hat sich nicht nur auf dem Platz einiges verändert: Der 1. FC Köln vollzieht einen erfolgreichen Umbruch.

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Während die nun vier Nationalspieler mit ihren Mannschaften mehr oder weniger durch Europa reisen, hat der eigentlich daheim gebliebene Kader der Geißböcke die Chance, eben nicht daheim zu bleiben. Vier lange Tage hat Lukas Kwasniok der Mannschaft im Grunde frei gegeben. Kopf frei kriegen, vielleicht individuell arbeiten und dann wieder voll angreifen. Das muss eben nicht in Köln passieren. Joel Schmied, der sich beim FC zuletzt festgespielt hat, postete beispielsweise ein Bild von Strand und Meer, Eric Martel offenbar vom Kolosseum in Rom. Auch diese Maßnahme fällt unter Kwasnioks Motto „Work hard, be smart“. Vier Tage frei sind auch in einer Länderspielpause nun eher ungewöhnlich. In Köln weht seit diesem Sommer aber eben ein anderer Wind. Und der ist nicht nur auf Trainerebene ganz offensichtlich für die jüngsten Erfolge mit entscheidend.

Zahlreiche Neuzugänge – noch mehr Abgänge

Auch am Kader wurde kräftig gefeilt. Zwölf Neuzugänge hat der FC zu verzeichnen. Von diesen zwölf Neuzugängen sind mindestens vier aus einer Startformation nicht mehr wegzudenken, vier weitere gehören zum erweiterten Kreis der Stammspieler, kommen auch Woche für Woche zu ihren Einsätzen. Rav van den Berg ist aktuell verletzt, würde sicherlich auch zu diesen Akteuren zählen. Bei Alessio Castro-Montes scheint es aktuell ein Zeitfaktor zu sein. Nur Cenk Özkacar hinkt den Erwartungen hinterher, Ron-Robert Zieler war ohnehin als Nummer zwei vorgesehen. Die jüngsten Erfolge nicht an einer Kader-Veränderung festzumachen, fällt angesichts dieser Zahlen also sehr schwer. Interessant werden die Neuzugänge auch im Hinblick auf die Abgänge.

Thomas Kessler und der FC bewegen sich eindeutig weg von dem Kölner Weg, den Christian Keller über die Jahre zuvor mühsam aufgebaut hat. Wenn man so will, ist es eine Emanzipation vom ehemaligen Sportchef. Imad Rondic, Rasmus Carstensen, Steffen Tigges und Co. – die Liste der von Keller verpflichteten Spieler, von denen man sich nach und nach trennt (mindestens auf Leihbasis), ist lang. Auch bei dem letzten „Königstransfer“ Jusuf Gazibegovic scheint es alles andere als klar, dass er seinen Kontrakt beim FC absolvieren wird. Der Umbruch hat dem FC gutgetan. „Wir haben viele gute Typen in unserer Mannschaft und du brauchst diese gute Mischung. Du brauchst ein paar jüngere Spieler, ein paar bodenständige“, sagte Dominique Heintz im Interview mit come-on-fc.com und deutet darin auch an, wie wichtig es ist, einige „alte“ Spieler behalten zu haben.

Nicht nur personell hat sich das Gesicht beim FC verändert

Der Umbruch ist in vollem Gange und er ist noch nicht abgeschlossen. Dabei geht es dem FC aber offensichtlich nicht nur um die reinen Personalien. Vielmehr entfernt man sich auch von der Vorgabe, ein festes System beim FC komplett zu implementieren. Für Christian Keller und seine Trainer war das unter anderem die Viererkette. Auch, wenn später immer wieder anders kommuniziert, war diese dann doch irgendwie in Stein gemeißelt – sicherlich von Trainern wie Steffen Baumgart auch forciert. Der Kader wurde nach dem festen System zusammengestellt. War auf der Verteidigerposition ein Missstand ausgemacht, sollte auch genau diese Lücke wieder gestopft oder ausgebessert werden. Schon unter Gerhard Struber wurde die starre Formation aufgegeben. Allerdings, weil der Erfolg ausblieb und die Mannschaft ihre Probleme mit der richtigen Balance hatte.

Eine starre Form kann man Lukas Kwasniok nun wahrlich nicht unterstellen. Der Kölner Trainer wählte in den vergangenen sechs Ligaspielen fünf Mal eine unterschiedliche taktische Formation, zudem jedes Mal eine andere Anfangself. Die Maxime ist nicht mehr, der Gegner muss sich auf den FC einstellen. Vielmehr ist die Denke, der FC findet den richtigen Masterplan für den jeweiligen Gegner. Kwasniok ist ein Tüftler, der es zu seiner Aufgabe gemacht hat, für jeden Kontrahenten den richtigen Schlüssel zu suchen und zu nutzen. Das muss nicht gut gehen, kann es aber offensichtlich auch. Und das eben nicht nur in Sachen Taktik, sondern auch in Sachen Aufstellung. Der 44-Jährige bricht mit festen Positionen auf, hat keine feste Rolle für seine Spieler, vielmehr eine Idee, welche Eigenschaft zu welchem Spieler und seiner Aufgabe am besten passt.

Die Kölsche Musik ist geblieben

Und das schlägt sich eben auch bei der Kaderzusammenstellung und im Scouting nieder. Der FC entdeckt neue Märkte für sich, sucht eben nicht mehr nur im deutschsprachigen Raum. In der Kabine spricht man auch Englisch. „Wenn so ein Cut kommt und viele Spieler gehen, ist das natürlich für jeden etwas, worauf man sich einstellen muss. Natürlich ist es aber auch so, dass es einem bei Erfolg dann viel viel leichter fällt und für die Laune besser ist“, sagte Linton Maina im Podcast von Radio Köln. „Man lernt sich immer immer besser kennen. Man ist immer noch in der Findungsphase.“ Eins ist aber beim FC auch mit der neuen Mannschaft und unter dem neuen Trainer gleich geblieben: Der FC hört in der Kabine noch immer Kölsche Musik. „Da hat der Jan seine Playlist und ein Auge drauf, vor allem nach Siegen. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz hier im Verein und in der Kabine“, sagt Maina. „Ich kann mich nicht dran erinnern, dass schon mal was anderes lief nach einem Sieg.“ Und so soll es gerne auch bleiben.

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Der FC und sein neues Gesicht: Die fünf großen Unterschiede zur Vorsaison

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Gerhard Struber ist mittlerweile bekanntlich in England Trainer. Der Ex-Coach der Geißböcke kämpft auch in dieser Spielzeit ganz offensichtlich wieder um den Aufstieg. Aus den ersten fünf Spielen holte Struber mit seinem Team elf Punkte, belegt Rang drei, scheiterte aber mit Bristol in der 2. Runde des EFL-Cups am FC Fulham. In der Liga verlief der Saisonstart stark. Struber ist in der Championship noch ungeschlagen. Doch der Blick aus Köln ins Königreich ist wohl nicht überall mit sonderlich viel Wehmut verbunden. Denn beim FC weht seit dieser Spielzeit ein neuer Wind. Einer, der bislang absolut gefällt und einer, der zumindest die Frage erlaubt, ob es unter Struber ähnlich erfolgreich verlaufen wäre. Das ist natürlich eine rein spekulative Frage, doch die Veränderung am Geißbockheim ist eine massive. Und das schlägt sich gleich an mehreren Stellen deutlich nieder.

Der FC offenbart eine ungewohnte Effizienz

So zeigen die Kölner im bisherigen Saisonverlauf eine im Vergleich zur Vorsaison unglaubliche Kaltschnäuzigkeit. Bereits zehn Mal waren die Geißböcke in den ersten vier Pflichtspielen erfolgreich, acht Mal in der Liga. Auch in der vergangenen Spielzeit erzielte der FC in den ersten drei Ligaspielen acht Tore. Doch schon zu dieser Phase war ein späterer Trend – wenn auch noch nicht so ausgeprägt – sichtbar. Der FC traf acht Mal, der xGoals-Wert lag zu diesem Zeitpunkt bei 9,5. Das heißt die Kölner hätten anhand der Qualität ihrer Möglichkeiten 1,5 Treffer mehr erzielen sollen. Die Effizienz lag damals bereits bei -1,5. Nach dem 34. Spieltag lag sie sogar bei fast -18. Der FC kam am Ende auf 53 Tore, allerdings auf 63 Großchancen und einen xGoals-Wert von 70,8. Aktuell liegt der xGoals-Wert bei 4,7.

Die Joker stechen beim 1. FC Köln

In der vergangenen Spielzeit gelang Damion Downs ein kleines Kunststück. Der Stürmer war der einzige Spieler, der nach seinen Einwechslungen gleich zwei Mal für den FC traf. Tatsächlich erzielten beim FC in der Vorsaison überhaupt nur vier Joker ein Tor, fünf Einwechselspieler trugen sich insgesamt in die Scorerliste ein. Und diesen Wert hat der FC nun bereits eine Klasse höher in der Bundesliga nach dem 3. Spieltag erreicht. Mit Said El Mala und Isak Johannesson erzielten zwei Joker Tore, Luca Waldschmidt, Ragnar Ache und erneut El Mala bereiteten Treffer nach ihren Einwechslungen vor. Von der Bank kommt also in dieser Spielzeit Torgefahr.

Köln erzielte späte Treffer – sehr späte

Dass die Kölner Joker in der vergangenen Spielzeit nicht so richtig stechen wollten, führte auch dazu, dass der FC spät eher selten traf. Insgesamt fielen zehn der 53 Tore in der Schlussviertelstunde, eins in der Nachspielzeit. Etwas mehr als jeder fünfte Treffer fiel also erst kurz vor Spielende. Gegen Freuther Fürth traf Downs in der vergangenen Spielzeit in der Nachspielzeit und bescherte dem FC damit noch spät den 1:0-Sieg, also zwei Punkte. In dieser Spielzeit trafen die Kölner in der Liga vier Mal in der Schlussviertelstunde, zwei Mal in der Verlängerung, im Pokal ebenfalls zwei Mal. Gleich drei Mal veränderte ein Last-Minute-Tor den Ausgang des Spiels.

Starke Transfers beim 1. FC Köln

Schon alleine aufgrund der Transfersperre hat sich natürlich auch die Dynamik der Neuzugänge verändert. Zwar haben die Kölner im vergangenen Sommer Spieler verpflichtet, diese durften aber nicht registriert werden. Said El Mala und Co. wurden dementsprechend erst einmal verliehen. Im Winter kamen mit Anthony Racioppi, Joel Schmied, Imad Rondic und Jusuf Gazibegovic vier neue Spieler. Rondic und Racioppi spielen bereits wieder für andere Clubs, Gazibegovic hat aktuell einen schweren Stand. Einzig Schmied spielt bislang regelmäßig. Viele der aktuellen Neuverpflichtungen haben sich bereits zu Stammspielern entwickelt, zu Leistungs- und Hoffnungsträgern. Alleine fünf der bisherigen acht Tore gehen auf das Konto der Neuzugänge, Said El Mala ist da noch nicht eingerechnet.

Lukas Kwasniok beweist taktische Flexibilität

Ob es tatsächlich eine taktische Vorgabe gab oder nicht, wird vermutlich nicht mehr geklärt werden. In der vergangenen Spielzeit starteten die Kölner mit einer Viererkette in die Saison. Die schien einer Kölner Grundsätzlichkeit zu unterliegen, die sich bereits unter Steffen Baumgart manifestiert hatte. Gerhard Struber blieb neun Spieltage bei seinem 4-4-2-System mit Doppelsechs. Nach dem Darmstadt-Spiel in der Hinrunde folgte der Systemwechsel. Doch auch in der neuen taktischen Ausrichtung gab es nur wenig Spielraum. Struber wechselte eigentlich nur zwischen Doppelsechs und einer Spitze mit einer Sechs und Doppelspitze. Erst gegen Ende der Saison – auch unter Friedhelm Funkel – gab es weitere Varianten.

Lukas Kwasniok wählt allerdings einen ganz anderen Ansatz. Der neue Coach passt sein System dem des Gegners an. Auch deswegen liefen die Geißböcke in dieser Spielzeit in vier Begegnungen mit vier unterschiedlichen taktischen Formationen auf. Mal mit Vierer-, mal mit Dreierkette, mal mit einer Offensivreihe mit drei Kräften, mal nur mit Doppelspitze. Der Trainer ist nicht nur in seiner Ausrichtung variabel, er passt das System auch im Spiel an und lässt Akteure auf vermeintlich eher unbekannten Positionen spielen. Der Erfolg gibt dem Trainer auch hier recht.