„Nacktkontrollen“ beim Nachbarschaftsduell? Aktive Fanszene des 1. FC Köln reist wieder ab
Simon Bartsch
Das Nachbarschaftsduell am Samstagabend findet ohne Teile der Kölner Anhängerschaft statt. Aktive Fans des 1. FC Köln reisen nach Einlasskontrollen wieder frühzeitig ab.
Aufregung in Leverkusen schon vor Anpfiff. Teile der aktiven Fanszene des 1. FC Köln reisen frühzeitig vom Nachbarschaftsduell ab. Hintergrund sind offenbar aus Sicht nach Aussagen der Fans unverhältnismäßige Einlasskontrollen.
Fans des 1. FC Köln in Leverkusen
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So bestätigte auch der FC vor dem Anpfiff, dass rund 500 bis 600 Fans der aktiven Szene wieder abgereist sind. In den Sozialen Medien ist von „Nacktkontrollen“ die Rede. Das wollte der FC bislang weder bestätigen noch dementieren. Laut Verein seien die „Kontrollen dieses Mal sehr intensiv und aus Sicht der Fans nicht angemessen“ gewesen. Allerdings befindet sich der Club im Austausch mit den Verantwortlichen von Bayer sowie den Behörden. In den Sozialen Medien mehren sich Videos der Fans, die das Stadion und das Areal der BayArena wieder verlassen. Fans berichten zudem, dass sich Innenminister Herbert Reul lange mit den Anhängern ausgetauscht habe. Angeblich soll der bekennende Leverkusen-Fan nichts von den Entwicklungen gewusst haben.
„Das ist eine polizeiliche Maßnahme“
„Ja, mich hat der Chef des Unternehmensschutzes angerufen und mir mitgeteilt, dass die Polizei bestimmte Kontrollen durchgeführt hat und die Kölner Fanszene das so nicht akzeptiert hätte und deswegen wären sie abgereist“, sagte Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro bei Sky. „Aber das ist eine polizeiliche Maßnahme. Da können wir nichts zu sagen. Ich finde, man sollte in unserem Land der Polizei schon vertrauen.“ Das Nachbarschaftsduell ist bekanntlich ein besonders emotionales, das mit vielen Störgeräuschen daher kommt. Nicht umsonst sind mehrere Hundertschaften in Leverkusen im Einsatz. Tatsächlich haben mittlerweile auch Teile der aktiven Fanszene auch Leverkusen das Stadion verlassen – offenbar aus Solidarität.
Die Polizei dementierte die Gerüchte einer Nacktkontrolle mittlerweile.
Die Offensiv-Standardschwäche des 1. FC Köln: Wenn nicht jetzt, wann dann
Simon Bartsch
Nach wie vor sind die Standards die wohl größte Baustelle der Kölner. In der Defensive ist der kommende Gegner beim ruhenden Ball aber auch alles andere als sattelfest. Überwindet der 1. FC Köln die Standardschwäche gegen Leverkusen?
Elf Gegentore gefangen, zwei Treffer erzielt – in beiden Standardbilanzen ist der FC das Schlusslicht der Liga. In der Defensive aber nur knapp vor Bayer Leverkusen. Somit bietet sich am Samstagabend vielleicht eine Chance: Überwindet der 1. FC Köln die Standardschwäche gegen Leverkusen?
Ragnar Ache vom 1. FC Köln beim Kopfball
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Nur wenige Zentimeter haben gefehlt und Nick Woltemade hätte Newcastle United frühzeitig zurück ins Spiel gegen Leverkusen gebracht. Nach einer Ecke flog der Ball quer durch die Box, die Leverkusener Hintermannschaft wirkte unsortiert und irritiert, doch Woltemade kam eben einen Schritt zu spät. Die Szene zeigte aber einmal mehr die aktuell wohl größte Schwäche der „Werkself“. Und es ist eine Schwäche, die dem FC bestens vertraut ist. Auch Leverkusen ist anfällig bei gegnerischen Standards. Acht Gegentore kassierte Bayer in der Liga nach dem ruhenden Ball. Nur der FC steht im Ligavergleich mit seinen elf Gegentreffern schlechter da. Zuletzt kassierte die Werkself in der Liga einen Gegentor nach einer Flanke aus dem Halbfeld, gegen Newcastle war es in der Champions League ein absolut unnötiger Elfmeter.
Jan Thielmann: „Wir wissen, wie schwer es ist“
Insofern könnte Leverkusen gerade recht kommen. Denn der FC hat bislang auf beiden Seiten seine Probleme mit den Standardsituationen. Köln fängt sich zu viele Gegentreffer, erzielt auf der anderen Seite zu wenig aus dem ruhenden Ball. „Wenn man zu sehr den Fokus darauflegt, dann verkopft man sich irgendwann“, sagte Jan Thielmann zuletzt. „Es wäre schön, wenn wir vorne welche machen würden. Aber wir wissen, wie schwer es ist, bei Standards Tore zu machen.“ Das lässt sich auch sehr leicht an der Statistik ablesen. Gerade einmal zwei Treffer wurden mit dem ruhenden Ball erzielt. Florian Kainz traf sehenswert per direktem Freistoß, Luca Waldschmidt verwandelte einen Elfmeter. Nach den 52 Ecken war Köln noch gar nicht erfolgreich.
Dabei ist Leverkusen bei Kopfbällen anfällig, kassierte so schon einige Tore. „Wir wollen es jetzt besser machen“, versprach Thielmann, der auch erklärte, dass man sich nicht mit den vergangenen Gegentreffern nach Standards aufhalten wolle. Dabei bleibt auch die Verteidigung bei den Situationen ein Thema in Köln und könnte am Samstag ein größeres werden. Denn das ist die Kehrseite der Leverkusener Medaille. Die Werkself hat in der Liga eben auch schon sieben Tore nach Standardsituationen erzielt. Nur Bayern München (9) und der SC Freiburg (10) sind mit dem ruhenden Ball vor dem 14. Spieltag noch erfolgreicher, während sich der FC den letzten Platz dieser Statistik mit Mannschaften wie dem 1. FC Heidenheim, Werder Bremen und dem Hamburger SV teilt. Am Samstagabend wäre sicherlich ein guter Zeitpunkt die Statistik aufzupolieren.
Lukas Kwasniok sieht in der Stärke des Gegners eine Chance – so will der 1. FC Köln gegen Leverkusen punkten
Simon Bartsch
Für die Geißböcke steht am Samstagabend im Topspiel des 14. Spieltags das Duell gegen die Werkself an. Die Mannschaft von FC-Trainer Lukas Kwasniok hat sich viel vorgenommen im Nachbarschafts-Duell: So will der 1. FC Köln in Leverkusen punkten.
Nach dem enttäuschenden Zähler gegen St. Pauli am vergangenen Wochenende wollen die Kölner am vorletzten Spieltag des Jahres positiv überraschen. Einfach ist die Aufgabe gegen Bayer sicherlich nicht: So will der 1. FC Köln in Leverkusen punkten.
Spieler vom 1. FC Köln
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Ausgerechnet im Spiel vor dem Nachbarschafsduell gegen den FC hat Bayer Leverkusen eine alte Stärke für sich wieder entdeckt. In der Champions League deutete am Mittwochabend schon viel auf eine Niederlage gegen Newcastle United hin als Alejandro Grimaldo in letzter Minute noch das 2:2 erzielte und damit für einen versöhnlichen Abend in der Leverkusener Arena sorgte. Ausgerechnet, weil der FC in dieser Saison dann doch viel mehr von Laterkusen hat als die Werkself selbst – natürlich nur, was die Tore in den letzten Minuten angeht. In der Liga haben die Kölner bereits sieben Mal in der Nachspielzeit getroffen, im Pokal ebenfalls zwei Mal. Leverkusen kommt in dieser Saison auf einen Treffer in der Extrazeit, nur drei in der Schlussphase ab der 76. Minute.
„Am besten ein perfektes Spiel abliefern“
Wie bitter sich späte Gegentore anfühlen, mussten die Kölner bekanntlich am vergangenen Spieltag erfahren, als es unmittelbar vor dem Abpfiff noch das 1:1 gab und das, obwohl St. Pauli mit dem Tor auf einen xGoals-Wert von 1,9 kam und die Wahrscheinlichkeit dieses Treffers bei unter zwei Prozent lag. Es sei nun mal verständlich, „dass wir nach einem Rückschlag in der 94. Minute, der sich Null angedeutet hatte, dann auch mal einen Tag brauchen, um uns zu schütteln“, erklärte Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz am Freitag. „Aber dann gilt es wieder, nach vorne zu schauen.“ Das Motto ist natürlich, die Niederlage schnell abhaken, denn die bevorstehende Aufgabe hat es in sich. Der FC muss eben bei Leverkusen ran und auch wenn der Vizemeister zuletzt ein wenig stolperte, die Werkself geht dann doch als klarer Favorit in das Spiel.
Dennoch gibt es auch gegen Leverkusen „drei Punkte zu vergeben“, sagt der Coach und erklärt auch, wie das gelingen kann. „Am besten ein perfektes Spiel abliefern.“ Doch so leicht wird das nicht. „Die Leverkusener spielen einen echt guten Ball. Auf einem perfekten Rasen ist es schwer, einen Zugriff zu bekommen, weil sie einfach viele gute Ballstafetten, viele gute Rotationen, enge Abstände, ein gutes Positionsnetz und spielstarke Spieler haben“, so der Trainer weiter. Es klingt fast so, als sei der Nachbar für den FC also fast nicht zu greifen. Dabei befindet sich die Werkself tatsächlich im Umbruch, ist in den Leistungen nicht konstant genug. Dass Bayer durchaus zu schlagen ist, bewies am vergangenen Wochenende der kriselnde FC Augsburg. Das weiß natürlich auch Kwasniok.
„Das würde uns allen helfen“
„Ich glaube da musst du bereit sein, das auszuhalten, mal zu leiden, um dann im richtigen Zeitpunkt zuzupacken, das wichtige Duell gewinnen, um in den Umschaltmoment zu kommen“, sagt der 44-Jährige. „Wenn du als Underdog irgendwo hinfährst, dann musst diese Grundattribute mitbringen. Du musst aber auch einen gepflegten mutigen Fußball spielen.“ So wie es den Kölnern eben in weiten Teilen gegen Leipzig und in der ersten Halbzeit phasenweise gegen Dortmund gelungen ist. „Dann geht es darum, nach Möglichkeit hinten keinen zu kassieren und vorne eins zu machen. Wir sind im Stande dazu. Ein perfektes Spiel wäre super, inklusive Ergebnis. Das würde uns allen helfen.“
Und in der Stärke des Gegners sieht der Kölner Trainer dann auch eine Chance. „Es ist immer so, dass Mannschaften, die dir fußballerisch überlegen sind, vielleicht nicht immer den allerletzten Fokus auf die Arbeit gegen den Ball haben. Das ist ganz normal, weil sie es gewohnt sind, dich fußballerisch zu bespielen, dich zu beherrschen. Darin liegt eine Chance.“ Personell hat sich die Situation beim FC kaum verändert. Joel Schmied und Dominique Heintz waren unter der Woche wieder im Lauftraining, an einen Einsatz ist aber noch nicht zu denken. Es dürfte also erneut auf ein Konstrukt mit Eric Martel in der Hintermannschaft hinauslaufen. Auf den Schienen deutete der Trainer einen Einsatz von Jan Thielmann und Jakub Kaminski an, ein Startelf-Einsatz für Luca Waldschmidt und Said El Mala scheint ebenfalls festzustehen.
Möglicherweise setzen die Geißböcke in der Offensive auf einen kopfballstarken Spieler wie Ragnar Ache, denn Leverkusen hat schon erstaunlich viele Tore nach Flanken und eben per Kopfball kassiert. So oder so: Kwasniok geht optimistisch in die Begegnung am Samstag. „Wir können Leverkusen da schon ein wenig wehtun. Da muss aber auch viel zusammenkommen“, so der Trainer. Der Samstag wäre sicherlich nach dem Pech der Vorwoche der richtige Zeitpunkt.