Konstanz, Loyalität, ruhige Gewässer – der Blick zum FCH lohnt sich, der Weg ist für den 1. FC Köln aber schwer umsetzbar

René Wagner und Frank Schmidt
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Konstanz, Loyalität, ruhige Gewässer – der Blick zum FCH lohnt sich, der Weg ist für den 1. FC Köln aber schwer umsetzbar

Vor 19 Jahren begann die Cheftrainer-Karriere von Frank Schmidt, vor wenigen Wochen, die von René Wagner. Konstanz, Ruhe, Handlungsfreiraum – in Heidenheim findet man noch das vor, was sich jeder Bundesligist wünscht. Nur wird es kein weiterer umsetzen. Auch nicht die Geißböcke: Was sich der 1. FC Köln vom FCH abgucken soll, aber nicht kann.

Frank Schmidt und den 1. FC Heidenheim umgibt eine einzigartige Geschichte. Eine Geschichte, die sich jeder Bundesligist wünscht, die aber kein Bundesligist umsetzen kann.

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Der Blick auf das Tableau ist für die Fans des Teams von der Ostalb gerade ein schmerzhafter. Der 1. FC Heidenheim schlittert dem Abstieg entgegen und bei allen positiven Reden, allem Optimismus und der ansteigenden Form – hilft dem FCH am Ende des Tages nur noch ein kleines Fußballwunder, um doch noch die Relegation zu erreichen. Es droht der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. Was sich zunächst einmal ziemlich bitter anhört, enthält aber ein Stück Fußball-Geschichte, das eigentlich so gar nicht möglich erscheint. Denn der 1. FC Heidenheim spielt aktuell in der höchsten Klasse des Landes, spielte im Vorjahr sogar europäisch. Wohlgemerkt, jener Club, der noch vor wenigen Jahren im Amateurfußball unterwegs war. Die Stadt an der Ostalb zählt rund 50.000 Einwohner. Sämtliche von ihnen würden einen Platz also im Kölner Stadion finden – wenn diese denn frei wären.

Erfolgreiche Liaison

Die Heidenheimer Erfolgshistorie ist stark an die Geschichte von Frank Schmidt geknüpft. Der Trainer ist aber nicht nur einfach ein Teil der Geschichte, er ist auch mit verantwortlich für den Erfolg des FCH. Der 52-Jährige ist nicht nur national dienstältester Trainer, auch europaweit gibt es keinen Coach, der länger bei seinem Verein unter Vertrag steht. Vergangene Woche deutete Schmidt erstmals das Ende seiner Laufbahn für den Sommer 2027 an, dann wird der ehemalige Junioren-Nationalspieler 20 Jahre lang bei Heidenheim beschäftigt sein. „Das ist unfassbar in der heutigen Zeit und unglaublich beeindruckend“, sagte René Wagner. „Ich weiß nicht, ob das nochmal so wiederholbar ist, weil sich der Fußball auch ein Stück weit verändert und solche Geschichten immer seltener werden.“ Die Geschichte von Schmidt ist nicht selten, sie ist einzigartig. Und sie startet auf anderer Ebene dann doch ähnlich wie die von René Wagner.

Denn Schmidt übernimmt Heidenheim 2007 als Interimstrainer. „Mach mal zwei Spiele, wir müssen einen neuen Trainer suchen“, habe Clubchef Holger Sanwald zu ihm gesagt, verriet Schmidt einst. Die zwei Siege wurden eingefahren und Sanwald war der Meinung, Schmidt könne noch ein wenig weiter machen. Zu dieser Zeit spielte der Verein in der vierten Liga, fernab von Bundesliga und Profitum. Schon damals habe er gesagt, er wolle der Volker Finke des FC Heidenheim werden. In der Erfolgsgeschichte sind Schmidt und Heidenheim einfach untrennbar. Der Trainer führte das Team nach und nach in die Bundesliga, sogar bis in den europäischen Wettbewerb. Aus dem „wenig weitermachen“ wurden nun 19 Jahre. „Ich habe absoluten Respekt vor Franks Leistung und was die Heidenheimer in den vergangenen Jahren geschafft haben“, sagt Wagner. Und bei allem Respekt schwingt vielleicht auch ein Funken Wehmut mit.

Heidenheim erfüllt die Sehnsucht nach mehr Konstanz

Denn Schmidt und Heidenheim scheint so ein wenig die Symbiose zu sein, die sich wohl jeder Club wünscht. Zwei Jahrzehnte arbeitet Schmidt in dem Club als Trainer, kennt jeden Stein an der Ostalb und selbst in der größten Abstiegsnot, denkt man gar nicht daran, das Urgestein in Frage zu stellen. Ironischerweise in Zeiten, in denen sich gefühlt jeder Club der Liga mehr Konstanz in den Personalien wünscht, ein absoluter Exot. Auch der FC sprach in der jüngeren Vergangenheit immer wieder davon, an einem Trainer mal für einen längeren Zeitraum festzuhalten. Am Ende kam es doch immer anders. Unabhängig der Personen, einer gewissen Unzufriedenheit, vielleicht handwerklichen oder kommunikativen Fehlern – Gerhard Struber wurde beim FC entlassen, als er sich noch dicke auf Aufstiegskurs befand, Lukas Kwasniok als es noch ein Polster auf den Abstiegskeller hatte. Das Thema Konstanz wird in Köln wohl nie so richtig eins werden.

Zumindest nicht in dem Ausmaß wie an der Ostalb. Es fehlt die Ruhe, die Heidenheim auch aus dem Umfeld umgibt. Und so wird vielleicht ausgerechnet der Club mit der größeren Strahlkraft, mit der längeren, der erfolgreicheren Geschichte, der höheren Mitgliederzahl, dem größeren Einzugsgebiet ein wenig neidisch Richtung Heidenheim gucken. Wohlwissend, dass eine ähnliche Geschichte in Köln wohl unmöglich erscheint. René Wagner hat den FC ebenfalls als Interims-Coach übernommen. Zunächst hieß es für zwei Tage. Nun macht er ein wenig weiter. Und die Zeichen stehen für ihn gut, dass es auch in der kommenden Saison die Geschicke bei den Kölnern leitet. Doch man muss wohl kein Prophet sein, um zu wissen, dass die Haltbarkeitszeit eines Trainers in Köln eine grundsätzlich andere ist.

Gelbsperre und die große Qual der Wahl – So könnte der 1. FC Köln gegen Heidenheim starten

René Wagner beim Spiel gegen Union Berlin
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Gelbsperre und die große Qual der Wahl – So könnte der 1. FC Köln gegen Heidenheim starten

Acht Tage nach dem Unentschieden bei Union Berlin steht für den 1. FC Köln das letzte Heimspiel in dieser Spielzeit auf dem Programm. Am Sonntagabend empfängt das Team von René Wagner den Tabellenletzten. So könnte der 1. FC Köln gegen Heidenheim beginnen.

Gegen den FCH müssen die Kölner im Vergleich zum Spiel in Berlin einen Ausfall hinnehmen. Ansonsten hat René Wagner die Qual der Wahl.

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Holt der 1. FC Köln gegen Heidenheim mindestens einen Zähler, ist der Klassenerhalt auch rechnerisch fix, wenn der VfL Wolfsburg und St. Pauli ihre Spiele am Samstag gewinnen. Gewinnen die beiden Clubs jedoch nicht, stünde der Verbleib in der Liga bereits vor dem Anpfiff fest. Egal wie der VfL und die Hanseaten spielen, wollen die Kölner ihr Duell gewinnen und einen positiven Abschluss vor den eigenen Fans feiern. René Wagner kann dabei fast aus dem Vollen schöpfen. Im Vergleich zum Spiel bei Union muss Köln einen Ausfall hinnehmen und eine Änderung an der Startelf vornehmen.

Gelbsperre für Martel

Denn Wagner wird neben den Langzeitverletzten Luca Kilian, Timo Hübers und Ragnar Ache auch auf Eric Martel verzichten. Der Mittelfeldspieler hatte in Berlin seine zehnte Gelbe Karte gesehen und ist dadurch für die Partie gegen Heidenheim gesperrt. Ansonsten stehen dem Coach alle Profis zur Verfügung. Zwischen den Pfosten wird Kapitän Marvin Schwäbe starten. Vor dem Schlussmann stellt sich die Viererkette eigentlich von selbst auf. So dürften Sebastian Sebulonsen rechts, Jahmai Simpson-Pusey und Cenk Özkacar in der Mitte sowie Kristoffer Lund links die Viererkette bilden. Eine weitere Alternative für die Linksverteidigerposition wäre Alessio Castro-Montes, der sich seit der Übernahme des Interimscoaches mit Lund ein Duell auf Augenhöhe liefert und sich somit auch berechtigte Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf machen kann.

Johannessons Rückkehr nach Gelbsperre

Im zentralen Mittelfeld wird erneut Tom Krauß den Vorzug vor Felipe Chávez erhalten. Neben dem Mittelfeldspieler könnte Isak Johannesson den Platz von Eric Martel einnehmen. Der Isländer verpasste die Partie bei Union aufgrund einer Gelbsperre, ist nun aber wieder spielberechtigt. In der Offensive haben Said El Mala und Jakub Kaminski ihren Platz sicher. Bei den anderen beiden offenen Positionen kann Wagner aus Luca Waldschmidt, Marius Bülter, Linton Maina und Jan Thielmann wählen. In Köpenick erhielten Waldschmidt und Bülter das Vertrauen des FC-Trainers und zeigten eine ordentliche Leistung. Daher könnte der Coach den beiden auch gegen den FCH das Startelfmandat aussprechen.

So könnte der FC gegen Heidenheim beginnen

Marvin Schwäbe im Spiel des 1. FC Köln gegen den BVB

Marvin Schwäbe

Kristoffer Lund beim Spiel des 1. FC Köln

Kristoffer Lund

Cenk Özkacar beim Spiel des 1. FC Köln gegen den BVB

Cenk Özkacar

Jahmai Simpson-Pusey vom 1. FC Köln

Jahmai Simpson-Pusey

Sebastian Sebulonsen zum Innenverteidiger umfunktioniert

Sebastian Sebulonsen

Tom Krauß glaubt an den Klassenerhalt mit dem 1. FC Köln

Tom Krauß

Isak Johannesson kommt beim 1. FC Köln nicht in Form?
Isak Johannesson

Said El Mala vom 1. FC Köln bejubelt sein Tor

Said El Mala

Jakub Kaminski ist einer der großen Gewinn der Saison
Jakub Kaminski

Luca Waldschmidt nach seinem Treffer zum 1:2
Luca Waldschmidt

Marius Bülter wirkt ratlos bei einem Spiel des 1. FC Köln

Marius Bülter