Eigentlich keine schlechte Erinnerung an Matthias Jöllenbeck – aber da war doch was…

Matthias Jöllenbeck im Spiel des 1. FC Köln gegen Darmstadt
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Eigentlich keine schlechte Erinnerung an Matthias Jöllenbeck – aber da war doch was…

Am Freitagabend ist Köln zu Gast beim FC St. Pauli. Der Schiedsrichter ist für den FC kein Unbekannter. In schlechter Erinnerung ist er aber auch aufgrund eines Spiels ohne FC-Beteiligung. Matthias Jöllenbeck pfeift den 1. FC Köln beim FC St. Pauli.

FC-Trainer René Wagner würde am Freitag gegen den FC St. Pauli nur zu gerne den zweiten Sieg in Serie holen. Dann würden die Kölner einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Der Schiedsrichter der Begegnung ist für den FC kein Unbekannter.


Einen Grund für eine Beschwerde hatten die Kölner nun wirklich nicht. Eher das Gegenteil. Matthias Jöllenbeck pfiff den FC im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig. Die Kölner setzten sich gegen desolate Niedersachsen auch in der Höhe verdient mit 5:0 durch. Dabei hätte der Führungstreffer möglicherweise gar nicht zählen dürfen. Leart Pacarada und Linton Maina standen damals beim Eckstoß. Der Kosovare tippte die Kugel an, führte den Eckball also eigentlich schon aus. Maina nahm das Spielgerät erneut in die Hand, legte es sich noch einmal zurecht und brachte die Hereingabe. In der Box verwertete schließlich Timo Hübers. Eigentlich ein klares Handspiel. „Es sieht schon so aus, als ob ich es bewusst mache. Ich kann sagen: Das war nicht so. Ich weiß auch nicht, was mich da geritten hat“, sagte Pacarada später.

Leicht positive Bilanz

Kein Wunder, dass die Braunschweiger Spieler ein Handspiel monierten. Schiedsrichter Jöllenbeck erklärte später, er habe die Begegnung zuvor nicht angepfiffen. Glück für Köln. Der FC hatte – wenn man so will – bei einer anderen Entscheidungen das Nachsehen. In einem Spiel, in dem die Kölner noch nicht einmal dabei waren. Aber eben Jöllenbeck. In der Abstiegssaison 23/24 pfiff der Unparteiische die Begegnung des FSV Mainz gegen den VfL Bochum. Damals ging Jae-Sung Lee nach einem Zweikampf mit Bernardo zu Boden. Der Innenverteidiger, der auch schon auf der Liste der FC-Bosse gestanden haben soll, traf zwar Lee, spielte aber zuvor den Ball. Jöllenbeck blieb bei seiner Meinung, schaute sich das vermeintliche Foulspiel aber auch nicht noch einmal an. Bochum verlor und schickte den FC auf Rang 17.

Auch beim letzten Einsatz des Schiedsrichters bei einer Begegnung mit Köln gab es erhitzte Gemüter. Im Hinspiel gegen den VfB Stuttgart entschied Jöllenbeck nach Eingriff des VARs auf einen Strafstoß, nachdem Marvin Schwäbe VfB-Stürmer Ermedin Demirovic getroffen hatte. Das Spiel lief zunächst weiter. Schwäbe gab zu, dass man den Elfmeter geben könne. Allerdings herrschte Unstimmigkeit, ob der VAR überhaupt hätte eingreifen dürfen. Generell ist die Bilanz der Kölner unter Jöllenbeck komplett ausgeglichen. Zwölf Mal leitete der 38-Jährige Begegnungen des FC. Vier gewannen die Kölner, vier endeten remis, vier gingen demnach verloren. In bitterer Erinnerung ist ein anderes 0:5. Der Mediziner pfiff die derbe Klatsche der Geißböcke gegen Mainz als Luca Kilian mit der Ampelkarte vom Platz musste.


Brisanz und Besonderheiten: Ein Blick auf wegweisende Duelle zwischen dem 1. FC Köln und St. Pauli

Florian Kainz gegen St. Pauli
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Brisanz und Besonderheiten: Ein Blick auf wegweisende Duelle zwischen dem 1. FC Köln und St. Pauli

Kaum hat der FC das erste Kapitel der Endspiele um den Klassenerhalt erfolgreich geschrieben, wird schon das nächste aufgeschlagen. Nach dem Sieg gegen Werder treten die Geißböcke bei St. Pauli an. Und ein Blick in die Bundesliga-Geschichtsbücher zeigt: Zum Saisonende gab es schon manches Mal entscheidende Duelle zwischen den Paulianern und dem 1. FC Köln: Erneut ein richtungsweisendes Spiel gegen St. Pauli.

Mit 21 Siegen, sieben Unentschieden und vier Niederlagen ist die Pflichtspielbilanz des 1. FC Köln gegen den FC St. Pauli ziemlich positiv. In den häufig umkämpften Partien stand des Öfteren Abstiegskampf auf dem Programm – allerdings nicht immer.

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Duelle um Meisterschaft und UEFA-Cup-Teilnahme

Vor dem 34. Spieltag der Saison 1977/78 war für den 1. FC Köln alles angerichtet: Ein Sieg auf St. Pauli sollte doch zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft locker reichen. Zwar lag Borussia Mönchengladbach punktgleich hinter dem FC auf dem zweiten Tabellenplatz, hatte aber das deutlich schlechtere Torverhältnis. Klare Verhältnisse also? Denkste! Der Titel stand für den Effzeh plötzlich auf Messers Schneide: Die Elf vom Niederrhein zerlegte Borussia Dortmund mit 12:0 und war drauf und dran, den Geißböcken das Kölsch zu versalzen. Das schmeckte Köln-Coach Hennes Weisweiler freilich so gar nicht. Und weil ein knapper FC-Sieg am Millerntor unter diesen Umständen nicht mehr gereicht hätte, machte er seinen Profis weiter Dampf. Mit Erfolg: Die Kölner Mannschaft legte nach und dank eines 5:0-Auswärtssieges war der Meister-Braten am Ende dann doch gar.

Weniger Erfolg hatten die Rheinländer bei ihrem Trip an die Elbe am 31. Spieltag der Saison 1990/91. Der 1. FC Köln lag als Tabellenfünfter klar auf UEFA-Cup-Kurs, als er bei den akut abstiegsbedrohten Kiez-Kickern baden ging. Die gewannen nämlich nach Toren von Jan Kocian und Dirk Zander 2:0. So wurde der FC am Ende nur Siebter und verpasste die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb. Allerdings schwammen auch St. Pauli trotz der Punkte gegen die Geißböcke am Ende die Felle davon: Man scheiterte in der Relegation an den Stuttgarter Kickers und stieg in die 2. Bundesliga ab.

Von Abstiegsk(r)ampf und Aufstiegsfeiern

Das Abstiegsgespenst geisterte in der Spielzeit 1995/96 auch durch die Domstadt, als im Müngersdorfer Stadion am 29. Spieltag der FC St. Pauli gastierte. Die Millerntor-Truppe hatte zu diesem Zeitpunkt fünf Punkte mehr auf dem Konto als der 1. FC Köln, bei dem mit Bodo Illgner, Olaf Janßen und Toni Polster der Kult-Faktor auf dem Platz hoch war. In einer allerdings eher krampfigen statt kultigen Partie erlöste kurz vor Spielelende Holger Gaißmayer die Geißböcke mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg. Der Torschütze wurde ein paar Wochen später endgültig zum FC-Retter, weil sein Tor in Rostock den Klassenerhalt bedeutete. Der FC St. Pauli sicherte sich mit Platz 15 ebenfalls den Ligaverbleib.

Für die Rettung reichte es bei beiden Vereinen in der Saison 2001/02 unterdessen nicht mehr. Am 31. Spieltag trafen sich die beiden Krisenclubs zum Kellerduell in Köln. Zwar schoss Ex-Pauli-Stürmer Mathias Scherz die Geißböcke in der Nachspielzeit zu einem 2:1-Erfolg, wodurch die Domstädter ihre Minimal-Chance auf den Klassenerhalt wahrten. Am Ende ging es für den FC aber zusammen mit den Paulianern runter in Liga Zwei.

Und dort setzten die Teams nur ein Jahr später ihre brisanten Begegnungen kurz vor Saisonende einfach fort. Dabei behielt der EffZeh nach Toren von Carsten Cullmann und Francis Kioyo sowie einem Gegentreffer von Fabian Gerber zuhause erneut knapp die Oberhand. Der 2:1-Sieg führte am 30. Spieltag zur vorzeitigen Kölner Rückkehr ins Fußball-Oberhaus, während St. Pauli den bitteren Gang in die Regionalliga antreten musste.

Die nun anstehende Partie zwischen dem FC St. Pauli und dem 1. FC Köln steht einmal mehr im Zeichen des Abstiegskampfes. Ein wegweisendes Spiel allemal. Ob es auch wieder Stoff für die Fußball-Geschichtsbücher bietet, wird sich am Freitag zeigen.