„Ich hatte Bock!- Die Stimmen zum Spiel des 1. FC Köln gegen Werder Bremen

Said El Mala jubelt nach der Führung
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„Ich hatte Bock!- Die Stimmen zum Spiel des 1. FC Köln gegen Werder Bremen

Mit dem 3:1-Erfolg über Bremen hat der FC am Sonntagnachmittag drei Punkte wichtige eingefahren. Nach der Partie äußerten sich unter anderem Marvin Schwäbe und René Wagner: Die Stimmen zum Duell des 1. FC Köln gegen Werder Bremen.

Für René Wagner war es das erste Bundesliga-Duell als Chefcoach an der Seitenlinie im Kölner Stadion. Gegen die Bremer gelang den Geißböcken der erste Sieg nach acht Spielen ohne Dreier.


„Wir haben Bock zu kicken“

Said El Mala vom 1. FC Köln

Said El Mala

Zu seinem Elfmeter: „Ich hatte Kuba gefragt. Der wollte aber nicht schießen. Ich habe mich gut gefühlt, habe den Ball genommen, angelegt geschossen. Das war auch Druck und nicht leicht, aber ich hatte Bock. Ich wollte wieder ein Tor machen. Das ist tatsächlich mein erster Elfmeter. Auch bei Viktoria gab es immer andere. Das ist eine selbstbewusste Entscheidung, da brauche ich auch nicht zum Trainer gucken. Der vertraut mir da schon genug.“

Zu seinem elften Saisontor und dem Knacken des Podolski-Rekords: „Wenn man Rekorde knackt, die dann auch noch vom Poldi waren, ist das schon was Besonderes. Es ist die Bestätigung für die Leistung. Ich freue mich, dass ich das geknackt habe. Ich hoffe, es kann noch jemand toppen irgendwann. Es ist einfach eine schöne Auszeichnung jetzt heißt es einfach weitermachen.“

„Das Tor war auch ein bisschen eine Erleichterung. Ich habe es auch den Fans angesehen im Stadion, wie die sich gefreut haben und das ist einfach ein geiles Gefühl.“

„Der Sieg gibt extrem viel Energie für die nächsten Spiele. Wir sind noch mal mehr als Team zusammengewachsen in den letzten Tagen, Wochen und das spürt glaube ich auch das ganze Stadion draußen. Wir haben Bock zu kicken.“

Zu seinen Wadenkrämpfen: „Ich habe die ganze Woche nicht trainiert, das habe ich schon nach 15 Minuten gespürt.“


„Es hat einfach gut funktioniert“

Marvin Schwäbe ist ein starker Rückhalt des 1. FC Köln

Marvin Schwäbe

„Das war heute unfassbar wichtig. Ich glaube, wir haben einfach gesehen, was wir für einen großen Schritt machen können. Das war wahrscheinlich die Extra-Motivation, die wir so gebraucht haben. Ich muss sagen, wir haben einen sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Natürlich hat uns die Rote Karte gut getan. Die Führung vorneweg hat gutgetan.“

Zum Elfmeter der Bremer: „Gebraucht hätte ich den nicht. Ich glaube, es ist natürlich, dass sie gerade am Ende noch ein bisschen aufmachen, dann kriegen sie noch den Elfmeter und machen den Anschlusstreffer. Ich glaube, wir hätten vorher einfach die Situation ein bisschen mehr und besser ausspielen können um das einfach nicht so zuzulassen.“  

„Wenn wir jetzt zu Hause gegen eine Mannschaft spielen, die jetzt vielleicht auch nicht vor Selbstbewusstsein strotzt, ist es klar, dass sie auch ein bisschen abwartender spielen und wir mehr Ballbesitz haben. Und dann versuchen wir einfach die Stärken auszuspielen und ihre Schwächen zu bespielen. Es hat einfach gut funktioniert.“


„Said hat sich gut gefüht“

René Wagner stellt das erste Mal seine Startelf auf

René Wagner

„Wir kommen gut ins Spiel mit dem Elfmeter. Die rote Karte half uns natürlich. Bremen war gefährlich nach Umschaltsituationen. Es war wichtig, dass wir das zweite Tor gemacht haben. Trotzdem ist es dann nicht einfach, auch bei elf gegen zehn nicht. Das dritte Tor hätte für uns schon früher fallen können. Aber großes Lob an meine Mannschaft. Ich bin überglücklich wegen meiner Spieler, die heute gute Leistungen gezeigt haben.“

„Auch mit einem Mann mehr hatten wir nicht immer die absolute Sicherheit mit Ball. Da geht es darum, den Jungs in diesen Phasen Selbstbewusstsein zu geben. Der Sieg sollte der Mannschaft Selbstvertrauen geben für die nächsten Aufgaben.“

„Said hat sich gut gefühlt vor dem Elfmeter und hat ihn deshalb geschossen. Ich freue mich, dass er sich mit dem Tor belohnt hat.“

Neuer Trainer, altes Spiel? Das machte René Wagner gegen Eintracht Frankfurt (nicht) anders als Kwasniok

OF Sebastian Sebulonsen im Spiel gegen Eintracht Frankfurt (Foto: Neil Baynes/Getty Images)
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Neuer Trainer, altes Spiel? Das machte René Wagner gegen Eintracht Frankfurt (nicht) anders als Kwasniok

Mit einem Remis nach 2:0-Rückstand startete René Wagner in seine Zeit als Cheftrainer beim FC. Dabei gab es trotz Trainerwechsel viel Gewohntes, aber auch einen Unterschied beim 1. FC Köln: Was machte René Wagner in Frankfurt anders als Kwasniok?

Viel war vor dem ersten Spiel von René Wagner darüber geredet worden, welche Stellschrauben er drehen würde. Am Ende gab es zumindest spielerisch viele Dinge, die man in dieser Saison bereits vom FC gewohnt war. Aber besonders einen Aspekt scheint Wagner doch anders zu machen als sein Vorgänger.

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Neuer Trainer, altes Spiel? Ein bisschen konnte es den FC-Anhängern bei der Premiere von René Wagner als Chefcoach im Spiel gegen Eintracht Frankfurt so vorkommen. Denn im Spiel der Kölner gegen die SGE ließen sich viele Elemente und Muster erkennen, die es auch schon zuvor unter dem vor zwei Wochen entlassenen Lukas Kwasniok gegeben hatte. So starteten die Kölner wie so häufig bei Kwasniok mit einer Fünferkette. Als Wagner jedoch in der Anfangsphase merkte, dass die Geißböcke besonders in Person von Jan Thielmann gegen Arnaud Kalimuendo in dieser Formation Probleme gegen den Ball hatten, stellte der Coach kurzerhand auf Viererkette um. „Jan hatte Probleme, weil die Struktur nicht gepasst hat. Wir hatten zwei, drei Spieler, die immer gekippt sind. Wir haben keinen Druck auf den Ball bekommen, dann wurde es schwer für die zentralen Mittelfeldspieler. Ich glaube, der Wechsel auf die Viererkette hat dann auch Jan geholfen, die Orientierung an Brown zu haben“, begründete der neue Trainer seine Entscheidung.

Viele Parallelen zu Kwasniok

Damit zeigte sich eine weitere Parallele zu Kwasniok. Denn der Wagner-Vorgänger ist kein Coach, der stur an einem Plan festhielt. Stattdessen nahm der Ex-FC-Trainer auch öfter in Spielen taktische Anpassungen vor – genau wie es jetzt sein Nachfolger tat. Aber auch ansonsten gab es spielerisch einige Gemeinsamkeiten. Etwa, dass Wagner weiter als ein Mittel auf Umschaltmomente setzte. So hätte Jakub Kaminski bei einer solchen Aktion die Geißböcke kurz vor der Halbzeit eigentlich in Führung bringen müssen. Allerdings hatte der Pole beim Anspiel von Said El Mala einen so schlechten ersten Kontakt, dass Eintracht-Keeper Michael Zetterer noch rauskommen und den Abschluss blocken konnte.

Eine weitere Ähnlichkeit, auf die Wagner allerdings bestimmt gerne verzichtet hätte, waren zu leichte Gegentreffer. „Die zwei Gegentore müssen wir auf jeden Fall noch einmal analysieren. Das ging mir definitiv zu einfach. Zwei Mal Box-Verteidigung, wo wir nicht gut stehen“, meinte daher Kapitän Marvin Schwäbe. So war beim 1:0 für die Hausherren Cenk Özkacar zu spät auf Vorlagengeber Fares Chaibi rausgerückt. In der Mitte verlor dann Sebastian Sebulonsen Torschütze Jonathan Burkardt aus den Augen. Beim zweiten SGE-Treffer nur drei Minuten später schaffte es die Defensive im Kollektiv nicht, Kalimuendo am Abschluss zu hindern oder vorher die Burkardt-Hereingabe zu unterbinden.

Kölner Comeback-Qualitäten

Trotzdem ließen sich die Kölner nicht unterkriegen – und kamen zuerst kurz darauf zum Anschlusstreffer durch Jakub Kaminski und dann in der 83. Minute durch Alessio Castro-Montes sogar zum Ausgleich. Dabei zeigten sich gleich zwei Gemeinsamkeiten zur Kwasniok-Zeit. Zum einen, dass die Mannschaft auch unter Wagner weiter Moral und Comeback-Qualitäten zeigt wie bereits öfter in der Spielzeit. „Es spricht für die Mannschaft, das wir weiterhin dran glauben, egal in welchen Rückstand wir sind. Wir kommen wieder zurück und das zählt am Ende“, lobte Schwäbe. Zum anderen hat der FC weiter eine starke Bank. So waren am Ausgleich mit Castro-Montes, Luca Waldschmidt und Marius Bülter gleich drei Joker beteiligt. Das freute auch den FC-Keeper: „Wir können uns darauf verlassen, dass immer dieses Quäntchen Power noch einmal von der Bank kommt. Man hat es heute wieder gesehen. Es war ein Zusammenspiel aus den Einwechselspielern. Da profitieren wir von.“

Bei so vielen Gemeinsamkeiten gab es dann aber doch vor allem eine der in den vergangenen Wochen viel zitierten Stellschrauben, an der Wagner wohl speziell gedreht hat. Und die bezieht sich nicht auf das Spielerische, das dem unter Kwasniok eben weiter sehr ähnelt. „Er hat eine gute Kommunikation gefunden. Ich glaube, er ist sehr nah bei uns. Er hat die richtige Worte für diese Situation gefunden, die ja nicht einfach ist. Er hat die Fäden ganz gut in der Hand“, betonte Schwäbe. In der Ansprache zur Mannschaft, aber auch in der Kommunikation nach außen hat der 37-Jährige wohl einen anderen Ansatz gewählt als sein Vorgänger. So wirkt Wagner ruhiger und formulierte klare Aussagen in der Kommunikation mit den Medien, ohne sich wie Kwasniok zu etwas kurios anmutenden Vergleichen oder ähnlichem hinreißen zu lassen.

„Ich will, das wir alle als Gruppe funktionieren“

In der Kommunikation mit der Mannschaft hatte der neue Coach schon bei der Pressekonferenz vor dem Spiel durchklingen lassen, wie er sie erreichen möchte. „Emotionen kann man in die Mannschaft über die Ansprache hineintragen. Man kann aber auch versuchen, in der täglichen Arbeit eine Bindung zu den Spielern herzustellen. Das ist mein Ansatz. Ich will, dass wir alle als Gruppe funktionieren. Ich werde mir die Jungs im ein oder anderen Moment vor dem Spiel packen. Das ist einfach mein Weg und den werde ich jetzt die nächsten Spiele verfolgen“, so der Trainer. Zumindest im Spiel gegen die Eintracht scheint der Ansatz angesichts des Kölner Comebacks schonmal gut gefruchtet zu haben. Nun wird sich in den kommenden Spielen zeigen, ob dieser die entscheidende Stellschraube im Kampf um den Klassenerhalt sein kann – oder ob Wagner noch weitere finden muss.


„…dann habe ich keine Haare mehr“- Die Stimmen zum Spiel des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt

Jakub Kaminski für den 1. FC Köln im Duell gegen Eintracht Frankfurt
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„…dann habe ich keine Haare mehr“- Die Stimmen zum Spiel des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt

Am Sonntag war der FC zu Gast in Hessen und konnte nach einem 0:2 Rückstand noch einen Punkt mit nach Köln nehmen. Nach der Partie äußerten sich unter anderem Jakub Kaminski und René Wagner: Die Stimmen zum Duell des 1. FC Köln bei Eintracht Frankfurt.

Für René Wagner war es sein erstes Bundesliga-Duell als Chefcoach an der Seitenlinie. Gegen die Adler gelang den Geißböcken noch ein 2:2-Unentschieden.


„Chapeau für die Mannschaft“

Jakub Kaminski darf auf die WM hoffen

Jakub Kaminski

“Chapeau für die Mannschaft. Nach dem 0:2-Rückstand noch ein 2:2. Wir haben noch die Chance auf das 3:2 – ein tolles Spiel.
In der ersten Halbzeit hatten wir direkt zwei, drei gute Chancen. Wir schießen das Tor aber nicht. Aber das ist der Fußball. Wir müssen in unserer Situation diese Chancen dann auch nutzen. Wir müssen jetzt nach vorne gucken.“

“Wir kämpfen immer bis zum Ende. Die erste Situation war 100 Prozent. Am Ende ist das Wichtige, dass wir den Punkt geholt haben. Wir haben jetzt sechs Finale vor uns. Wir müssen alles geben, um in der Liga zu bleiben. Köln kann nicht in der 2. Liga spielen.“

„Schwierige Momente gehören dazu. das muss ich akzeptieren. Wenn ich jetzt an das Spiel gegen Schwede eine Woche lang denke, dann habe ich keine Haare mehr.“


Zu seinem Babyjubel: “Meine Frau ist schwanger. Es ist eine gute Zeit für uns.“


„Da profitieren wir von“

Marvin Schwäbe ist ein starker Rückhalt des 1. FC Köln

Marvin Schwäbe

“Auswärts den Punkt mitzunehmen, ist am Ende des Tages das, was wir uns minimal vorgestellt haben. Die zwei Gegentore müssen wir auf jeden Fall noch einmal analysieren. Das ging mir definitiv zu einfach. Zwei Mal Box-Verteidigung, wo wir nicht gut stehen. Es spricht für die Mannschaft, das wir weiterhin dran glauben, egal in welchen Rückstand wir sind. Wir kommen wieder zurück und das zählt am Ende.“


„Es ist natürlich nicht einfach. Aber, wir können uns darauf verlassen, dass immer dieses Quäntchen Power noch einmal von der Bank kommt. Man hat es heute wieder gesehen. Es war ein Zusammenspiel aus den Einwechselspielern. Da profitieren wir von.“


Zu René Wagners Coaching: „Er hat es natürlich sehr einfach gehalten, hat uns in den zwei Wochen sehr gut eingestellt. Er hat eine gute Kommunikation gefunden. Ich glaube, er ist sehr nah bei uns. Er hat die richtige Worte für diese Situation gefunden, die ja nicht einfach ist. Er hat die Fäden ganz gut in der Hand.“


„Wir haben einfach ganz viele Spieler, die ganz viel Herz haben…“

René Wagner stellt das erste Mal seine Startelf auf

René Wagner

“Es war ein Auf und Ab. In der ersten Halbzeit hatten wir zwei, drei Riesenchancen, wenn ich gerade an die beiden Umschalter denke. Da hat Kuba den ersten auf dem Schlappen liegen und dann gehen wir 0:2 in Rückstand und dann wird es in Frankfurt echt schwer. Die Jungs haben gezeigt, was für ein Charakter in der Mannschaft steckt. Das 2:2 war am Ende super für uns. Mit ein bisschen Glück kann man noch ein, zwei Chancen erspielen. Dann ging das Spiel auch ein bisschen auf. Beide Mannschaften haben versucht, noch Kontrolle zu bekommen.“


„Wir haben einfach ganz viele Spieler, die ganz viel Herz haben und dann auch die Power haben, 90 Minuten Vollgas-Fußball zu gehen. Dann liegst du 0:2 hinten und hast vielleicht nicht mehr die Angst in der eigenen Hälfte, da mal Risiko zu gehen. Dann sieht man auch die Qualität der Jungs, den Ball mal nach vorne zu spielen. Ich würde mir wünschen, dass wir dann auch in der ersten Halbzeit den Mut fassen. Vor allem in der gegnerischen Hälfte. Wir haben auch nach dem Wechsel, zwei, drei Situationen, wo wir ein bisschen cleverer sind. Ich wünsche mir, dass die Jungs dann die Leistung auch mal ohne Rückstand abrufen.“


„Wir haben schnell auf die Viererkette umgestellt. Jan hatte Probleme, weil die Struktur nicht gepasst hat. Wir hatten zwei, drei Spieler, die immer gekippt sind. Wir haben keinen Druck auf den Ball bekommen, dann wurde es schwer für die zentralen Mittelfeldspieler. Ich glaube, der Wechsel auf die Viererkette hat dann auch Jan geholfen, die Orientierung an Brown zu haben. Wir standen in der 2. Halbzeit dann echt gut. Dann sind es aus meiner Sicht zwei unfassbare Aktionen der Frankfurter, dann sind wir in der Box-Verteidigung nicht sauber, bekommen die Gegentore und kommen super zurück und müssen am Ende mit dem Punkt zufrieden sein.“


Zu seinem ersten Bundesliga-Spiel als Cheftrainer: „Ich hab ein, zwei Mal ins Stadion gekuckt und schon gedacht, da kommt jetzt etwas Neues, da zu stehen. Aber das hilft der Mannschaft ja nicht, wenn ich mich mit Sachen ablenke, die nicht zum Spiel gehören. Ich versuche, mit den Jungs hinter mir, die Lösungen zu finden, die wir dann auch auf dem Feld brauchen. Ich muss bei meiner Aufgabe bleiben.“

Nicht zwei, gleich vier wichtige Rückkehrer in der Defensive: René Wagner hat direkt die Qual der Wahl

Sebastian Sebulonsen und Jahmai Simpson -Pusey vom 1 FC Köln
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Nicht zwei, gleich vier wichtige Rückkehrer in der Defensive: René Wagner hat direkt die Qual der Wahl

Mit Alessio Castro-Montes und Joel Schmied stehen dem FC zwei Rekonvaleszenten wieder zur Verfügung. Dazu kehren noch zwei zuletzt gesperrte Akteure wieder zurück beim 1. FC Köln: René Wagner hat direkt die Qual der Wahl.

Gleich vier Spieler kehren am Wochenende wieder zurück zum FC und die stellen den neuen Trainer René Wagner direkt vor ein ungewohntes Luxusproblem.

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Der Montagnachmittag hatte für den FC und seinen neuen Trainer eine besonders positive Nachricht parat: Joel Schmied und Alessio Castro-Montes kehrten wieder ins Mannschaftstraining zurück. Schmied hatte nach dem Duell gegen Hoffenheim über muskuläre Probleme geklagt, eine MRT-Untersuchung ergab eine strukturelle Verletzung. Für Schmied war es bereits der zweite längere Ausfall. Der Schweizer fehlte auch schon vom elften bis zum 21. Spieltag aufgrund einer muskulären Verletzung. Bis dahin war Schmied eine der positiven Überraschungen der Anfangsphase der Spielzeit. Auch Alessio Castro-Montes wusste vor seiner Verletzung zu überzeugen, war einer der Leistungsträger zu Beginn des Jahres. Die Verletzung traf den Belgier in absoluter Topform.

Simpson-Pusey ebenfalls wieder dabei

Nun kehren beide Spieler zurück und erweitern den Kader immens. Gerade auf der Rechtsverteidiger-Position hatten die Kölner bekanntlich zuletzt ihre Probleme. Tom Krauß hatte sich unmittelbar vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach beim Aufwärmen verletzt. Da auch Sebastian Sebulonsen und eben Castro-Montes ebenfalls nicht zur Verfügung standen, musste Cenny Neumman ran. Der 19-Jährige tat sich gegen Jens Castrop schwer, war an den drei Gegentoren durchaus beteiligt (come-on-fc berichtete). Nun hat Wagner aber nicht nur eine Option. Denn neben „Monti“ kehrt der zuletzt gesperrte Sebulonsen gegen die Eintracht wieder zurück. Und auch die Rückkehr von Tom Krauß ist nicht ausgeschlossen. Allerdings dürfte der gebürtige Leipziger bei einer rechtzeitigen Genesung ohnehin auf der Sechs auflaufen und nicht wie zuletzt unter Kwasniok als Rechtsverteidiger.

Die Situation in der Innenverteidigung ist eine ganz ähnliche. Zuletzt haben sich Rav van den Berg und Cenk Özkacar mit guten Leistungen für mehr empfohlen. Beide hatten ihre Chancen auch aufgrund der zahlreichen Verletzten erhalten, dann aber durchaus überzeugt. Nun kehrt eben aber auch nicht nur Schmied wieder zurück. Denn auch Jahmai Simpson-Pusey steht nach abgesessener Sperre wieder zur Verfügung. Der 20-Jährige hatte gegen Dortmund die Rote Karte gesehen und war mit zwei Spielen Zuschauen sanktioniert worden. Und auch der Engländer überzeugte in den Begegnungen, in denen er für den FC auf dem Platz stand. Simpson-Pusey war bekanntlich im Winter nach Köln gewechselt, ohne bei Celtic für Aufmerksamkeit gesorgt zu haben. Das sieht in Köln ganz anders aus.

Nur aufgrund der Sperre und ebenfalls einer muskulären Verletzung kommt der Abwehrspieler beim FC erst auf acht Einsätze. Für René Wagner bietet sich also die Qual der Wahl. Dass Schmied und Castro-Montes beginnen werden, scheint allerdings aufgrund der langen Verletzungspausen eher unwahrscheinlich. Sebulonsen und Simpson-Pusey haben dagegen durchaus die Chance, wieder in die Startelf zu rücken.


Kleine Stellschrauben, große Wirkung beim 1. FC Köln? René Wagners Plan für den Klassenerhalt

Rene Wagner und Armin Reutershahn beim Training
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Kleine Stellschrauben, große Wirkung beim 1. FC Köln? René Wagners Plan für den Klassenerhalt

Nach dem Aus von Lukas Kwasniok richtet sich der Blick nun nach vorn: Kann der neue Coach dem Team rechtzeitig neues Leben einhauchen, bevor es gegen Eintracht Frankfurt ernst wird? So will René Wagner den 1. FC Köln auf Kurs bringen.

Zwischen vorsichtigen Anpassungen, psychologischem Feingefühl und der Hoffnung auf den berühmten Trainereffekt geht es für Köln um mehr als nur Punkte – es geht um Selbstvertrauen, Klarheit und den Glauben an die eigene Stärke.

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Eine knappe Woche als Cheftrainer des 1. FC Köln liegt hinter René Wagner. Nach dem großen Medienrummel um die Entlassung seines ehemaligen Vorgesetzten Lukas Kwasniok kann der 37-Jährige das Wochenende dank der Länderspielpause nochmal zum Durchatmen nutzen, bevor sein erster Auftritt an der Seitenlinie gegen Eintracht Frankfurt ansteht. Mit Spannung wird erwartet, ob Wagner den Bock vielleicht sogar schon gegen die Eintracht umstoßen kann. Hat er, wie von Geschäftsführer Thomas Kessler angepriesen, die engere Verbindung zu seiner Mannschaft nutzen können? Sind alle Wogen geglättet und alle Akteure wieder in einem Boot? Für die kommenden Aufgaben des zweitjüngsten Bundesliga-Trainers stellt sich die alles übertreffende Frage: Was kann Wagner in der kurzen Zeit verändern, damit die Kölner ihren ersten Sieg seit Ende Januar einfahren können?

Kleine Änderungen mit großer Wirkung

Nicht allzu viel, wenn man den Worten Kesslers und Wagners folgt. Denn trotz der schlechten Punkteausbeute seien die Geißböcke meist in der Lage, mehr herauszuholen, als die Tabelle letztendlich hergab. „Die Mannschaft hat die Qualität, die Saisonziele zu erreichen”, ordnete Kessler am Montag ein. “Man hat Woche für Woche gesehen, dass die Mannschaft auf dem Platz alles gibt. Und manchmal fehlten eben nur Kleinigkeiten“, so der 40-Jährige. Dennoch kündigte der Sportchef Veränderungen an: „Ich glaube, es ist von Vorteil, wenn du jemanden hast, der die Mannschaft in all ihren Stärken und Schwächen kennt. Aber es liegt in der Natur der Sache, dass man vielleicht die eine oder andere Stellschraube anders dreht als in den Wochen zuvor.“

Worin genau Wagners Ideen für Veränderungen liegen, dazu wollten weder er selbst noch Kessler Genaueres erzählen. Einzig in einer Angelegenheit ließ sich der Coach in die Karten gucken: „Es gibt immer Jungs, die unzufrieden mit der aktuellen Situation sind. Aber genauso gibt es Spieler, die super zufrieden mit der Situation waren. Um die muss man sich kümmern. Spielern, die in den letzten Spielen eine tragende Rolle gespielt haben, geht es vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil sie nicht wissen, was in den nächsten Tagen und Wochen passiert und ob sie noch die gleiche Position haben wie zuvor. Deswegen gibt es nicht nur Jungs, die mit breiter Brust hier rumlaufen, sondern auch solche, die sich Gedanken machen, was mit ihnen passiert“, so Wagner in einer Medienrunde am Dienstag.

Funkel: „Du musst ihnen Vertrauen aussprechen“

Wie so ein Feintuning aussehen kann, beschreibt einer, der diese Rolle in Köln bereits mehrfach eingenommen hat. Im Sportschau-Interview betonte Feuerwehrmann Friedhelm Funkel, was in seinen Augen der Erfolgsweg für Interimstrainer sei. Von entscheidender Bedeutung sei es, „eine Mannschaft zu überzeugen, ohne sie mit Informationen zu überfrachten“, so Funkel. Zu viele Vorgaben und Details lähmen laut Funkel die Kreativität sowie das situative Denken und Handeln auf dem Platz. Taktische Vorgaben seien zwar wichtig, aber nur in einem Maß, das den Spielern noch eigene Entscheidungen und Vertrauen lässt. Auch der Blick in die Zahlen stützt die These, dass Köln kein klassischer Abstiegsfall einer überforderten Mannschaft ist, sondern eher ein Team, das unter Wert punktet.

So zeichnen aktuelle Daten ein Bild, in dem Köln zwar einen leicht negativen xG-Saldo aufweist (1,43 xG for gegenüber 1,54 xG against pro Spiel), die tatsächlichen Gegentore mit 1,74 pro Partie aber deutlich höher liegen. Dies legt nahe, dass die Ergebnisse schlechter aussehen als die zugrunde liegende Leistung.

Durchschnaufen vor wegweisenden Wochen

Klarheit, eine gemeinsame Vision und die Überzeugung, Spiele gewinnen zu können. Darum wird es dem neuen Kölner Coach in den verbleibenden Tagen bis zu seiner Premiere als Cheftrainer auch gehen. In seinen Augen hat er noch ein Ass im Ärmel: „Ich glaube, dass mir meine Erfahrung beim 1. FC Köln jetzt beim zweiten Mal zugutekommt. Ich kenne die Leute und auch ein bisschen ihre Macken. Ich versuche vor allem im Staff, so zu kommunizieren, dass alle das Gefühl haben, gemeinsam etwas erreichen zu können.“ Es bleibt abzuwarten, ob Wagners Maßnahmen bereits im Spiel gegen Frankfurt fruchten können. Zunächst gilt es jedoch, die Länderspielpause zu nutzen, um für das Saisonfinale noch einmal alle Kräfte zu bündeln – und natürlich den Nationalspielern die Daumen zu drücken.

Neuer Trainer, neue Chance beim 1. FC Köln? Wer profitiert von René Wagner?

Luca Waldschmidt und Florian Kainz werden eingewechselt
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Neuer Trainer, neue Chance beim 1. FC Köln? Wer profitiert von René Wagner?

Der FC geht mit einem neuen Trainer in die letzten Saisonspiele. René Wagner erklärte, dass es kleinere Stellschrauben gebe, an denen nun gearbeitet werden soll beim 1. FC Köln: Gibt es eine neue Chance unter René Wagner?

Überraschend kam der Trainerwechsel am Sonntag dann nicht mehr. Nun leitet René Wagner die Geschicke bei den Geißböcken. Und sicherlich gibt es den ein oder anderen Spieler, der sich nun mehr Einsatzzeit verspricht.

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René Wagner unterhielt sich am Dienstagvormittag bereits mit den Medien, da war die Mannschaft noch auf dem Platz und übte sich vergnügt im Torschuss. Als Außenstehender konnte man schon den Eindruck gewinnen, dass eine gewisse Last bei dem ein oder anderen abgefallen sei, sich der ein oder andere Spieler freier fühle. „Das Gefühl habe ich definitiv“, sagte Wagner. „Ich glaube, das bringt die Sache eines Trainerwechsels mit sich. Es gibt immer Jungs, die unzufrieden sind mit der aktuellen Situation.“ Das dürften in der jüngeren Vergangenheit wohl mehrere Akteure gewesen sein. Spieler, die unter Lukas Kwasniok nicht die erhoffte Spielzeit bekommen haben. Spieler, die noch in der vergangenen Saison Stammspieler der Aufstiegsmannschaft gewesen sind.

Zuletzt wenig Spielzeit

Luca Waldschmidt hatte sich im Winter beispielsweise kritisch über seine Einsatzzeit geäußert. Noch im vergangenen Frühling hatte der ehemalige Nationalspieler betont, er könne sich einen Verbleib bei den Kölnern vorstellen, wenn er denn auf die erhofften Einsatzminuten käme. Zwar stand der Siegener in 27 Ligaspielen 18 Mal auf dem Platz, aber nur sechs Mal von Beginn an. Sieben Mal saß Waldschmidt 90 Minuten auf der Bank. Auch Florian Kainz stand in dieser Saison nur noch selten auf dem Feld. Der Österreicher spielte seit Mitte Dezember ganze drei Mal – insgesamt 20 Minuten. Mittlerweile hat der 33-Jährige sein Karriere-Ende angekündigt – allerdings, so betonte er zuletzt bei Sky Austria, sei seine Situation beim FC nicht ausschlaggebend gewesen.

Denis Huseinbasic spielte seit dem 2:2 gegen Heidenheim Mitte Januar nur noch einmal und das fünf Minuten. Und auch Said El Mala soll dem Vernehmen nach mit seiner Spielzeit bei Lukas Kwasniok nicht zufrieden gewesen sein. Zumal es für das Talent auch um die WM-Teilnahme ging und wohl auch noch geht. Es wird also sicherlich einige Profis geben, die sich unter Wagner nun mehr Spielzeit erhoffen, die auf eine neue Chance zählen.

Doch Wagner will eben nicht nur auf jene Akteure schauen. „Es gibt auch die Spieler, die super zufrieden waren mit der Situation“, sagte der neue Coach. „Die Spieler, die einfach auch eine tragende Rolle die letzten Spiele gespielt haben, denen geht’s vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil die wissen nicht, was passiert die nächsten Tage, die nächsten Wochen, habe ich noch die gleiche Position, die ich davor hatte und deswegen gibt es ja nicht immer nur Jungs, die mit der breiten Brust hier rumlaufen, sondern ganz im Gegenteil, auch die, die sich vielleicht Gedanken machen, was passiert mit mir.“

Eine neue Chance erhoffen sich dann aber die Spieler, die diese immer seltener erhielten. Denn Tatsache ist auch, dass Kwasniok in den vergangenen Wochen weniger rotierte, einer Stammachse vertraute. Und laut Wagner haben die Kölner in der jüngeren Vergangenheit auch nicht so sonderlich viel falsch gemacht. Eben bis auf die Ergebnisse.

Interimscoach mit Innenblick: Kann René Wagner die Balance wiederfinden?

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Interimscoach mit Innenblick: Kann René Wagner die Balance wiederfinden?

Ein neuer Impuls mit bekanntem Gesicht: Kann Co-Trainer René Wagner den 1. FC Köln im Abstiegskampf wachrütteln? Hat Geschäftsführer Thomas Kessler mit seiner Entscheidung das richtige Gespür bewiesen – oder pokert er zu hoch beim 1. FC Köln: Kann René Wagner Chefcoach?

Nach Lukas Kwasnioks Entlassung übernimmt Co-Trainer René Wagner beim 1. FC Köln. Thomas Kessler setzt auf dessen Nähe zur Mannschaft und hofft auf frische Energie im Kampf um den Klassenerhalt. Ob Wagner die Wende schafft, wird man sehen müssen.

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Geschäftsführer Thomas Kessler kann die Länderspielpause gut gebrauchen. Hinter dem 40-Jährigen liegt ein Wochenende voller belastender Entscheidungen. So musste er sich nicht nur dazu durchringen, seinen Cheftrainer vor die Tür zu setzen und damit auch eine erste persönliche Niederlage in seiner strategischen Funktion einzugestehen. Zudem musste er schnell einen Nachfolger finden, der den Club aus dem Abwärtsstrudel der letzten Wochen wieder auf Kurs Klassenerhalt führen kann. Seine Wahl fiel auf den bisherigen Co-Trainer Kwasnioks, René Wagner. Eine Entscheidung, die nicht allzu naheliegend war. Kessler begründete die Entlassung Kwasnioks mit dem Bedürfnis nach einem frischen Impuls für das Saisonfinale. Doch ist der ehemalige Co-Trainer, der noch nie eine Partie als Cheftrainer auf Bundesliganiveau an der Seitenlinie stand, wirklich die richtige Wahl?

Neuer Impuls durch gleiches Personal?

Diese Entscheidung lässt sich nachvollziehen, wenn man den Begriff „Impuls“ genauer betrachtet. Die Geißböcke spielten unter Kwasniok keinen schlechten Fußball. Die ausbleibenden Erfolge sind vielmehr eine Folge unglücklicher Verkettungen von Umständen, auf die der geschasste Coach wenig Einfluss hatte. Verletzungen und individuelle Fehler haben den Kölnern wohl mehr Punkte gekostet als fragwürdige Trainerentscheidungen. Der gewünschte Impuls bezieht sich daher weniger auf das Sportliche.

Kessler setzt auf Wagner, weil dieser innerhalb der Mannschaft und des Vereins ein hohes Ansehen genießt. „Ich nehme die Jungs auch so wahr, dass sie es sehr wohlwollend empfunden haben, in den letzten Monaten mit René zusammenzuarbeiten. Daher hoffe ich natürlich auch, dass der ein oder andere Spieler einen engeren Zugang zu den Jungs hat.“ Der Haussegen am Geißbockheim hing unter Vorgänger Kwasniok zuletzt schief. Vielleicht traf der 44-Jährige ein oder zwei unpopuläre Entscheidungen zu viel und unterschätzte den Effekt der Ausbootung langjähriger FC-Profis wie Luca Waldschmidt oder Florian Kainz.

Wagenburgmentalität adé

Auf einer Medienrunde am Dienstagmittag erklärte Wagner, er wolle ein offenes Ohr für Sorgen und Zweifel seiner Spieler haben: „Es gibt immer Spieler, die mit der aktuellen Situation unzufrieden sind“, so der 37-Jährige. Missverständnisse will Wagner nicht nur bei Spielern aus der zweiten oder dritten Reihe ausräumen. Er wolle für alle da sein, machte der Interimscoach deutlich: „Aber genauso gibt es Spieler, die mit der Situation super zufrieden waren. Die gilt es aufzufangen. Die Spieler, die in den letzten Spielen eine tragende Rolle gespielt haben, denen geht es vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil sie nicht wissen, was in den nächsten Tagen und Wochen passiert, ob sie noch die gleiche Position haben wie zuvor.“

Gelingt es Wagner, den Störfaktor Unzufriedenheit bis zum Spiel gegen Frankfurt auszumerzen, hätte er eine große Baustelle geschlossen. Denn Unzufriedenheit und Grüppchenbildung haben nachweislich gravierende Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft. Solche Spannungen hemmen insbesondere in entscheidenden Zweikämpfen die letzte Überzeugung. Eine neue Gesprächskultur, wie Wagner sie pflegt, kann diesen negativen Emotionen entgegenwirken. Offenheit, Vertrauen und weniger Stress in Trainings- und Spielsituationen fördern Motivation und Zusammenhalt – die Grundlagen für sportlichen Erfolg.

Kann Wagner Chefcoach?

Ob Kessler mit Wagner als Interimscoach zu viel riskiert, lässt sich womöglich mit einem Blick nach Wales beantworten. Forscher der Universität Cardiff haben in einer groß angelegten Studie untersucht, wie sich ein Trainerwechsel auf die Leistung einer Mannschaft auswirkt. Das Ergebnis: Der Erfolg nach einem Wechsel hängt nicht von der bisherigen Trainererfahrung ab. Weder fehlende Erfahrung noch der Status als ehemaliger Spitzenspieler schmälern laut den Forschern die Wirkung eines Trainerwechsels. Entscheidend scheint vor allem der Effekt der Veränderung selbst, nicht die Eigenschaften des neuen Trainers.

Die Länderspielpause verschafft den Geißböcken nun etwas Zeit für die fußballerische Feinjustierung. Dabei komme es vor allem darauf an, trotz der Tabellensituation einen kühlen Kopf zu bewahren, so Wagner: „Ich glaube, dass wir jetzt einfach fokussiert und ein bisschen locker bleiben wollen. Durch meine Erfahrung beim 1. FC Köln kenne ich die Leute und ihre Macken. Ich versuche vor allem im Staff, so zu kommunizieren, dass alle das Gefühl haben, dass wir es gemeinsam schaffen können.“

Vom Co- zum Cheftrainer – und das über Umwege: René Wagner übernimmt beim 1. FC Köln

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Vom Co- zum Cheftrainer – und das über Umwege: René Wagner übernimmt beim 1. FC Köln

René Wagners ungewöhnlicher Weg führte ihn vom College-Fußball in den USA über Stationen im Nachwuchsbereich und als Analyst auf die Trainerbank des 1. FC Köln. Nun befindet sich der 35-Jährige mitten im Abstiegskampf und nimmt seine bislang größte Herausforderung als Interimstrainer an. 1. FC Köln: Das Wagnis René Wagner beginnt.

Montagnachmittag war es soweit: Interimscoach René Wagner betrat zum ersten Mal in seiner Rolle als Cheftrainer das Trainingsgelände am Geißbockheim. Geschäftsführer Sport Thomas Kessler setzt große Stücke auf das Trainertalent, dass gegen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen die Wende einläuten soll.

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Bei bestem Frühlingswetter betrat der Interimstrainer zum ersten Mal in seiner neuen Funktion das Grün am Geißbockheim. Weniger als zwei Wochen bleiben ihm, um seine Mannschaft auf das Duell gegen Eintracht Frankfurt vorzubereiten. Thomas Kessler äußerte, er habe vollstes Vertrauen in Wagner. „Wir waren sehr froh, dass wir ihn im Sommer davon überzeugen konnten, dann wieder zum ersten Mal zu Köln zu kommen.“ Kessler begründete die Entscheidung für Wagner mit dessen persönlicher Bindung zu ihm und seiner Überzeugung, dass dieser auch fachlich der Aufgabe gewachsen sei: „Ich kenne ihn schon lange und begleite ihn schon eine Weile. Ich bin von seiner fachlichen Expertise maximal überzeugt. René ist ein sehr smarter Mensch, der einen guten Umgang mit dem Staff und der Mannschaft hat. Und ich traue ihm absolut zu, jetzt diese Rolle einzunehmen.“

Spannender Werdegang

Doch wer ist dieser Mann, dem Kessler die Wende im Abstiegskampf zutraut? Wagners Weg auf den Chefsessel am Geißböcke (Wenn auch zunächst nur Interimsweise) kann man als atypisch beschreiben. Der gebürtige Dresdener feierte den Höhepunkt seiner aktiven Karriere in der zweiten Mannschaft von Dynamo Dresden und beim VfL Oldenburg, bekam als Akteur auf dem Platz allerdings nie so richtig einen Fuß in die Tür, wie er in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger erklärte. “In meiner Zeit als Spieler habe ich in der zweiten Mannschaft von Dynamo Dresden gespielt und auch immer mal wieder mit den Profis mittrainiert. Aber mir wurde relativ schnell klar, dass das nichts wird mit der Profikarriere. Dann sprach mich eine Agentur an, die junge Sportler an Colleges in die USA vermittelt. Ich hatte die Möglichkeit, dort mit einem Stipendium zu spielen. Das fand ich spannend.”

So zog es ihn im Jahr 2013 nach Hawaii. Bald schon machte er in Übersee seine ersten Schritte an der Seitenlinie – zunächst als Nebenjob neben dem Studium, später dann als Jugendtrainer in einer Akademie in Florida. Von dort aus ging es weiter zu Inter Miami, wo er die U17 und U19 des damals neu gegründeten Vereins von England-Legende David Beckham trainierte. Über einen Kontakt gelangte er aus dem Sunshine State nach Ostwestfalen, wo er unter Steffen Baumgart als Analyst und im Scouting Fuß fasste. Baumgart folgte er nach Köln und weiter in den Norden zu den Vereinen HSV und Union Berlin. Zu Beginn der laufenden Spielzeit sorgte er nach fünf Jahren für einen Tapetenwechsel: Er und seine Frau zogen zurück in die Domstadt. Dort wurde er nach Vermittlung durch Thomas Kessler Teil des Teams von Lukas Kwasniok.

Neue Impulse durch engere Bindung zur Mannschaft

Nun trägt Trainertalent Wagner die Hauptverantwortung in der Domstadt. Am Montag erklärte Kessler, warum dies aus seiner Sicht der richtige Weg sei, worin Wagners große Stärke liege und was ihn von seinem ehemaligen Chef Lukas Kwasniok unterscheide. „Er ist ein sehr kommunikativer Mensch, hat auch eine Art, Leute mitzunehmen. René hat natürlich auch den großen Vorteil, dass er in unserer internationalen Mannschaft quasi sein eigener Simultandolmetscher sein kann. Ich habe selbst jemanden erlebt, der in Ansprachen zur Mannschaft auf Deutsch und Englisch sehr natürlich mit der Mannschaft sprechen kann, sodass auch die Emotionen übertragen werden“, schlussfolgerte der Geschäftsführer. Einer der Gründe für die Trainerentlassung sieben Spieltage vor Saisonende war, dass man sich für das Saisonfinale frische Impulse wünschte.

Wie diese Entscheidung für die interne Lösung Pro-Wagner damit zusammenpasse, erläuterte Kessler wie folgt: „Es hat eben nicht so viel gefehlt. Die Mannschaft hat die Qualität, die Saisonziele zu erreichen. Man hat Woche für Woche gesehen, dass die Mannschaft auf dem Platz alles dafür gibt. Manchmal fehlten eben nur Kleinigkeiten. Ich glaube, dann ist es von Vorteil, wenn du jemanden hast, der die Mannschaft mit all ihren Stärken und Schwächen kennt. Es liegt in der Natur der Sache, dass man vielleicht die eine oder andere Stellschraube anders dreht als in den Wochen zuvor“. Ausschlaggebend war auch die enge Beziehung zwischen Wagner und den Spielern. In diesem Aspekt geriet Ex-Coach Kwasniok bekanntlich mehrfach in die Kritik. „Ich nehme die Jungs so wahr, dass sie es sehr wohlwollend empfunden haben, in den letzten Monaten mit René zusammenzuarbeiten. Daher hoffe ich natürlich auch, dass der eine oder andere Spieler einen engeren Zugang zu den Jungs hat“, sagte Kessler.

Ist Kesslers Lösung zu gewagt?

Es bleibt abzuwarten, ob Wagner, für den es die erste Cheftrainerposition im Profifußball ist, die Geißböcke aus der Krise führen kann – zunächst gegen Frankfurt und dann gegen Bremen. Dabei schwebt über dem Wagner-Experiment insbesondere die Frage: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, auf einen unerfahrenen Coach zu setzen? Ja, meint Kessler. Mit der Unterstützung des jüngst verpflichteten Co-Trainers Armin Reutershahn gebe man Wagner geballte Bundesliga-Erfahrung mit auf den Weg. „Was man natürlich nicht wegdiskutieren kann, ist, dass er in der Bundesliga noch nie eine Mannschaft als Cheftrainer geleitet hat. Und da war für uns klar, dass wir ihm jemanden zur Seite stellen wollen, der sowohl charakterlich als auch fachlich zu ihm passt und eben auch die Erfahrung hat.“