Der 1. FC Kรถln bleibt gegen Augsburg weitestgehend harmlos und verpasst ein „dreckiges“ 0:0. Dabei spielte nicht nur die Verletzungsmisere eine Rolle auf Seiten der Domstรคdter. Geiรbock im Leerlauf: Der 1. FC Kรถln findet beim FCA den Vorwรคrtsgang nicht.
In einer enttรคuschenden Begegnung finden die Kรถlner keine spielerischen Lรถsungen. Und darauf wird es in den kommenden Wochen ankommen.

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Lukas Kwasniok machte keinen Hehl aus seiner Meinung zu der Offensivleistung seiner Mannschaft gegen den FC Augsburg: โDie Jungs arbeiten, die maschieren, aber heute waren wir – so ehrlich muss man sein – zu torungefรคhrlich. Wir haben zwar die Kopfball-Aktion von Martel gehabt, aber ansonsten waren wir zu ungefรคhrlich, um ein Tor zu erzielen. Dann musst du eigentlich ein dreckiges Null zu Null mitnehmenโ. Die Geiรbรถcke entwickelten Torgefahr, wenn รผberhaupt, nur durch Standardsituationen. Der angesprochene Martel-Kopfball war das Resultat einer cleveren Eckball-Variante, bei der der kopfballstarke Mittelfeldspieler mit krรคftiger Mithilfe seiner blockenden Teamkollegen frei zum Abschluss kam โ der Querbalken rettete fรผr die Augsburger. Tief in der Nachspielzeit hatten die Kรถlner erneut Pech: Diesmal war es Cenk รzkacar, dessen Kopfball durch den Augsburger Innenverteidiger in hรถchster Not von der Linie gekratzt wurde. Ein โdreckiges 0:0โ, so Kwasniok spรคter, wรคre angesichts der Chancenarmut im Spiel sicherlich angemessen gewesen.
Strippenzieher Simpson-Pusey: Bemรผht, jedoch ohne Aussicht auf Erfolg
Der Matchplan der Geiรbรถcke war leicht zu durchschauen. Jahmai Simpson-Pusey, der fรผr Joel Schmied in die Anfangself rotiert war, hatte die anspruchsvolle Aufgabe, Augsburgs seit der Hinrunde wiedererstarkte Offensive mit dem neuverpflichteten portugiesischen Stรผrmer Rodrigo Ribeiro und dem torgefรคhrlichen Franzosen Claude Maurice zu stoppen. Gleichzeitig kam den jungen Englรคnder auch ein Schlรผsselpart fรผr das Kรถlner Angriffspiel zu, denn Simpson-Puseys Vertikalpรคsse in die Spitze auf Ragnar Ache waren phasenweise das einzige offensive Element im Spiel des 1. FC Kรถln. Und dabei haperte es gewaltig: Der Groรteil von Simpson-Puseys Anspielen verpuffte und Ache hatte es mit Noahkai Banks, Keven Schlotterbeck und Cedric Zesiger zu tun, die ihn bei seiner Paradedisziplin, dem Festmachen und Ablegen des Balls fรผr die Nachrรผckenden Offensiven, empfindlich stรถrten.
Kwasniok: „Eine halbe Stunde war das Maximale der Gefรผhle“
Auch Said El Mala konnte in der Jokerrolle nicht รผberzeugen. Der Flรผgelstรผrmer hatte zwar vereinzelte Ballaktionen und seine berรผchtigten Tiefenlรคufe, doch das Eins-gegen-Eins perlte an der Augsburger Hintermannschaft ab. Und das nicht ohne Grund. El Malas Einsatz war fรผr die Partie fraglich gewesen, der Youngster war in der Vorbereitung auf den gestrigen Abend โam Anschlagโ, so Kwansiok, und musste mit einer Muskelverhรคrtung pausieren. Mehr als dreiรig El-Mala-Minuten gegen Augsburg waren fรผr ihn einfach nicht drin: โEine halbe Stunde war das Maximum. Er hat diese Woche einfach nicht trainiert. Er hat keinen Sprint gezogen.โ
Wie schon unter der Woche hob der Cheftrainer der Geiรbรถcke nach dem Spiel gestern Abend hervor, dass ihm das Wohl seiner Spieler am wichtigsten ist: โUnabhรคngig vom Ergebnis muss man sachlich und ruhig im Sinne des Spielers handeln. Das haben wir heute gemacht. Ich kann mir schon vorstellen, dass man sich das wรผnscht, wenn man nicht in dieser Blase ist und keine Verantwortung trรคgt. Aber diesen Wunsch konnte ich mir selbst auch nicht erfรผllen. Vergangene Woche hat er ein Tor und einen Assist gemacht, und ich hรคtte ihn auch gerne von Beginn an auf dem Platz gehabt. Aber es geht nicht um meine Wรผnsche, sondern um die Medizin.โ
Die Tugenden sind gefragt
Die Zahnlosigkeit der FC-Offensive kann als Produkt mehrerer Faktoren verstanden werden. Dazu kommen tief stehende und disziplinierte Augsburger, ein รผberspielter Unterschiedsspieler und Pech bei den ohnehin schon raren Torgelegenheiten. โWir wissen, dass wir nicht mit Fuรball glรคnzen mรผssen, sondern mit anderen Tugendenโ, meint Luca Waldschmidt, der im รbrigen gegen die Augsburger sein erstes Spiel von Anfang an in diesem Kalenderjahr bestreiten durfte. „Da mache ich mir bei uns aber keine Sorgen. Es hapert nie am Einsatz oder der Mentalitรคt. Wir mรผssen eng zusammenhalten und hart arbeiten, um wieder Siege zu erzielen, ein gutes Gefรผhl zu entwickeln und zu wissen, dass wir auch wieder gewinnen kรถnnen“, analysierte er weiter.
