Nach den beiden Tests gegen Real Sociedad will FC-Coach René Wagner noch nichts wissen von Tendenzen für eine erste Elf – mit Ausnahme einer Position. Dabei hatte gerade der zweite Test gegen Real Sociedad schon viel von einer möglichen Anfangsformation beim 1. FC Köln: So viel Startelf steckt im Testspiel.
Im zweiten Test gegen Real Sociedad San Sebastián drehte Wagner kräftig am Personalkarussell – auf fast jeder Position ließ er verschiedene Kombinationen ran, nur im Tor rührte er nichts an. Doch bedeutet das viele Ausprobieren auch, dass sich der FC-Trainer einer klaren Startelf annähert? Mitnichten, teilte dieser nach dem Spiel am Samstag mit. Und doch bleibt ein gewisser Eindruck.

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Bereits unter der Woche hatte FC-Chefcoach René Wagner angekündigt, in den Spielen gegen Real Sociedad San Sebastián seinen Worten Taten folgen zu lassen. Gegen die Basken probierte der junge Übungsleiter viel aus, verschaffte einigen Talenten aus der U21 Spielzeit in seiner Auswahl und rotierte im Tor sowie auf dem Platz. Besonders stark wechselte Wagner auf dem linken Flügel. Nach 62 Minuten musste Said El Mala, der gegen die Matarazzo-Elf ein weiteres Mal bewies, dass er trotz des um ihn herrschenden Transferwirbels vollständig mit dem Kopf in Köln zu sein scheint, aufgrund eines Krampfes auf der Bank Platz nehmen. Für ihn betrat Maik Afri Akumu den Rasen. Der 18-Jährige hatte keine Zeit zu verlieren. Nur gut zehn Minuten später bereitete er mit einer präzisen Flanke das 2:1-Endtor durch Nilas Yacobi vor, nur um dann in der 80. Minute wieder für Reigan Heskey Platz zu machen.
Viel Wettkampf auf jeder Position – bis auf die des Torhüters
Akumus kurzer, aber einflussreicher Auftritt wird Wagner mit Sicherheit keine expliziten Antworten auf offene Fragen, insbesondere hinsichtlich der Kaderzusammensetzung für die anstehende Spielzeit, geliefert haben. Tatsächlich erklärte der Coach im Anschluss an den zweiten Test, dass er nichts von sicheren Kandidaten für die erste Elf wissen wolle. Mit Ausnahme der Frage, wer das Kölner Tor hütet, lasse sie auf keiner Position einen Spieler als gesetzt gelten. „Wir haben Linton jetzt noch auf der Position getestet, auf der Jan gegen Hertha gestartet ist. Said ist natürlich ein besonderer Spieler. Am Ende weiß er, wo er spielen wird, wenn er dann in Würzburg aufläuft. Aber außer Marvin ist für mich aktuell alles so, dass es an jeder Position viel Wettkampf gibt“, sagte Wagner.
Das schließt auch die letzte Kette ein, die gegen „La Real“ bis auf das höchst unglückliche Eigentor von Lochoshvili insgesamt einen soliden Eindruck machte. Wäre die Konstellation Simpson-Pusey und „Locho” nicht auch eine, die man als gesetzt betrachten könnte? Nicht, wenn es nach Wagner geht. „Ich glaube, das war am Ende im Test. Wir haben verschiedene Kombinationen getestet und haben Locho und Jahmai noch nicht zusammen in der Vorbereitung gesehen. Wir hatten Joel und Jahmai schon, ich glaube, wir hatten auch schon Locho und Joel. Deswegen haben wir die Kombination getestet.“
Offensive offenbart Fragezeichen
Doch auch Wagner weiß, dass das erste Pflichtspiel in Würzburg nicht mehr lange auf sich warten lässt. Und so dürfte gerade der zweite Test schon eine gewisse Ähnlichkeit mit einer möglichen Anfangsformation haben. Gideon Mensah hat aktuell keine große Konkurrenz, Luka Lochoshvili tut viel für einen Stammplatz, genauso wie auf der rechten Seite Sebastian Sebulonsen (fehlte gegen Sociedad angeschlagen). Tom Krauß hat aktuell ebenfalls gute Karten und Ragnar Ache ist sowieso gesetzt. An Said El Mala führt zurzeit nur Dortmund vorbei. Sollte der Youngster bleiben, ist er natürlich gesetzt. Dennoch offenbart die Offensive mehr Fragezeichen als die Defensive. Und das, obwohl die einzige Sicherheit auf der Sechs die Suche nach ihr ist.
„… und dann geht irgendwann der Spielalltag los“
Sicherlich verrät der Trainer ungern seine ausgereiftere Vision für den Kader, den er zum Pokalspiel nach Bayern mitnehmen wird. Andererseits wäre es nicht klug, so spät in der Vorbereitung und zu Beginn der Saison Spannungen in der Mannschaft zu erzeugen. Und so tut der Trainer, was er offensichtlich besonders gut kann. Er vermittelt seiner Mannschaft und jedem, der potenziell dazugehören könnte, das Gefühl, sein absolutes Vertrauen zu genießen – um so das Beste aus jedem heraus zu kitzeln. Nur so könne ein funktionierendes Team zusammenwachsen. „Es ist, glaube ich, gerade ganz wichtig, dass wir es schaffen, die Spieler, die vielleicht enttäuscht sind, was normal ist, bei der Stange zu halten, wenn es zu der ersten Entscheidung kommt. Ich glaube, dass wir gerade hier echt eine gute Truppe zusammenbekommen, dass die Jungs zusammenhalten und die jungen Spieler viel Bock haben und viel Energie geben. Und dann geht irgendwann der Spieltagsalltag los.“
Bevor der Alltag die Geißböcke einholt, bleibt ihnen noch ein weiterer Test gegen einen bisher unbekannten Gegner. Ob Wagner in dieser Generalprobe um ein weiteres Mal wild rotiert, das kann man so kurz vor dem Pokalauftakt in Würzburg zumindest anzweifeln. Auszuschließen ist es aber nicht.
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