Wechselgerüchte um FC-Eigengewächs: Finanziert Yann Aurel Bisseck weitere Transfers des 1. FC Köln durch Solidaritätszahlungen?

Yann Aurel Bisseck von Inter Mailand gegen Parma (Foto: Alessandro Sabattini/Getty Images)
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Wechselgerüchte um FC-Eigengewächs: Finanziert Yann Aurel Bisseck weitere Transfers des 1. FC Köln durch Solidaritätszahlungen?

Durch die Verkäufe von Max Finkgräfe und Damion Downs hat der FC schon einige Millionen Euro eingenommen. Diese braucht er auch für seine Transfervorhaben. Jetzt könnte ein bereits vor Jahren verkaufter Spieler nochmal zusätzliches Geld in die Kassen spülen: Dem 1. FC Köln winkt eine hohe sechsstellige Summe für Yann Aurel Bisseck.

Der Transfer von Marius Bülter zum FC soll kurz bevorstehen. Die Ablöse soll sich bei rund einer Millionen Euro bewegen. Jetzt könnte ein früherer Spieler den Betrag für den Angreifer fast komplett wiedereinspielen: Dem 1. FC Köln winkt eine hohe sechsstellige Summe für Yann Aurel Bisseck.

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Laut der Gazette Dello Sport ist der englische Premier League-Verein Crystal Palace sehr an Yann Aurel Bisseck interessiert. Demnach soll der FA Cup-Sieger der abgelaufenen Saison ein Angebot über 32 Millionen Euro abgeben haben. Inter Mailand sei bei dem Angebot wohl verhandlungsbereit. Denn sie würden damit ordentlich Gewinn machen. So verpflichtete die Italiener den 24-Jährigen im Sommer 2023 für gerade mal 7,2 Millionen Euro von Aarhus GF. Der Marktwert des Kölner Eigengewächs wird auf 35 Millionen Euro geschätzt, eine Einigung scheint also wirklich im Bereich des möglichen. Und dabei würde auch der 1. FC Köln mitverdienen. Es winkt eine Summe im hohen Sechstelligen Bereich. Grund dafür ist wie beim Wechsel von Florian Wirtz nach Liverpool der verpflichtende Solidaritätsbeitrag.

Anteil pro Ausbildungsjahr

Dieser soll im Fußball die Solidarität innerhalb der Fußballgemeinschaft stärken. Er geht dabei nur an Ausbildungsvereine und ist deshalb im weiteren Sinne ein Teil des Systems der Ausbildungsförderung. Wie groß der Anteil ist, hängt von der Zeit ab, wie lange ein Verein einen Spieler trainiert und ausgebildet hat. Insgesamt sind es immer bis zu fünf Prozent der gesamten Ablösesumme inklusive Bonuszahlungen. Dieser Anteil wird unter den Vereinen nach einem Schlüssel aufgeteilt. Relevant sind dafür die Kalenderjahre, in denen der Spieler seinen zwölften bis 23. Geburtstag gefeiert hat. Von zwölf bis einschließlich 15 bekommen die Vereine pro Jahr 0,25 Prozent der Transfersumme. Ab dann bis inklusive dem 23. Lebensjahr sind es 0,5 Prozent. Wenn ein Spieler – wie etwa auch Bisseck bei seiner Leihe von Köln zu Holstein Kiel – innerhalb eines Kalenderjahres wechselt, wird das Jahr anteilig bis zum Zeitpunkt des Abgangs angerechnet.

Bei Bisseck bedeutet das folgendes: Der 24-Jährige wurde seit 2007 bis zum Januar 2019 durchgängig beim 1. FC Köln ausgebildet. Dann wurde er bis zu seinem Abgang mehrfach verliehen. Diese Leihzeit wird nicht für den FC beim Solidaritätsbeitrag angerechnet. Daher zählt nur die Zeit von 2012 bis 2018 plus ein kleiner Anteil von 2019. So käme man gerundet bei 2,5 Prozent raus. Wenn der Innenverteidiger also nun für 32 Millionen zu Crystal Palace wechseln würde, würden den Kölnern rund 800.000 Euro zustehen. Sollten die Engländer ihr Angebot sogar auf 35 Millionen Euro erhöhen, also dem Marktwert des deutschen Nationalspielers, läge die Summe bei etwas unter 900.000 Euro. Mit so einem Betrag hätten die Geißböcke zum Beispiel den sich anbahnenden Transfer von Marius Bülter schon fast wieder gegenfinanziert. Dieser soll für eine Ablöse von rund einer Millionen Euro kommen. Es bliebe also mehr Geld für die noch benötigten Neuzugänge in der Defensive übrig.

Bisseck, Özcan, Guirassy – dem 1. FC Köln winken noch weitere Solidaritätszahlungen

Yann Aurel Bisseck ist bei Inter Mailand angekommen
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Bisseck, Özcan, Guirassy – dem 1. FC Köln winken noch weitere Solidaritätszahlungen

Florian Wirtz, Justin Diehl oder Justin von der Hitz: In den vergangenen Jahren haben einige Talente aus dem Nachwuchs den Verein nahezu ablösefrei verlassen. Im Nachhinein winken aber dennoch Erlöse, so wie bei Florian Wirtz. Und weitere könnten schon bald folgen. Diese Spieler könnten dem 1. FC Köln noch Geld bringen.

Ein großes Trauma war der ablösefreie Abgang von Florian Wirtz nach Bayer 04 Leverkusen für den 1. FC Köln. Nach einigen starken Bundesligasaisons für die Werkself wechselte er jetzt für bis zu 150 Millionen Euro zum FC Liverpool. Umso kritischer waren die FC-Fans natürlich bei allen weiteren ablösefreien und günstigen Abgängen von Eigengewächsen, von denen es in den letzten Jahren einige gab. Zuletzt kassierten die Kölner beim Wirtz-Transfer nach England aber immerhin etwas mit: Diese Spieler könnten dem 1. FC Köln noch Geld bringen.

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Es ist nur ein Trostpflaster. Ungefähr 2,5 Millionen Euro erhält der 1. FC Köln von den 150 Millionen Euro, für die Florian Wirtz von Bayer 04 Leverkusen zum FC Liverpool wechselt. Das Geld bekommen die Kölner wegen eines in den Regeln der FIFA festgeschriebenen Solidaritätsbeitrag für Ausbildungsvereine. Trotzdem reißt der Transfer bei den Kölnern alte Wunden auf. Denn der Verlust des großen Talents 2020 nach Leverkusen schmerzt immer noch. Für viele Fans steht der damalige Wirtz-Abgang sinnbildlich für das Gefühl, viele Talente unter Wert zu verlieren. „Seit Florian Wirtz sind wir da alle getriggert“, sagte auch der neue Sportdirektor Thomas Kessler kürzlich beim Mitgliederstammtisch zu dem Thema. Aber wie bei Wirtz können die Geißböcke in Zukunft zumindest finanziell wichtige Trostpflaster durch den Solidaritätsbeitrag für die abgegebenen Eigengewächse bekommen.

Anteil pro Ausbildungsjahr

Der Solidaritätsbeitrag soll im Fußball die Solidarität innerhalb der Fußballgemeinschaft stärken. Er geht dabei nur an Ausbildungsvereine und ist deshalb im weiteren Sinne ein Teil des Systems der Ausbildungsförderung. „Die Solidaritätszahlungen sollen nach dem Willen der FIFA eher allgemein zur Umverteilung innerhalb des Fußballsystems beitragen. Sie sind deshalb von der Ablösesumme abhängig, die ja höchstens mittelbar etwas über den tatsächlichen Ausbildungsaufwand aussagt“, erläutert Professor Alexander Scheuch von der Uni Bonn, der einst selbst in der Rechtsabteilung des FC tätig war. Daher wird es für die Kölner auch schwer, mehr Geld einzufordern. Der Beitrag wird jedes Mal fällig, wenn ein Spieler für eine Ablösesumme oder eine Leihgebühr zu einem Verein wechselt, der Teil eines anderen Verbandes ist.

Die Zeit ist entscheidend

Bei Florian Wirtz war das zum Beispiel der Fall, weil er von Deutschland nach England gegangen ist. Hätte ihn wie lange spekuliert der FC Bayern München geholt, hätte dem 1. FC Köln kein Geld zugestanden. Wenn in ein paar Jahren aber ein anderer englischer Club Wirtz kaufen würde, stände den Kölnern wieder ein Anteil zu. Der Solidaritätsbeitrag fällt nämlich auch an, wenn ein Spieler zwischen zwei Mannschaften wechselt, die in einem Verband sind, der Ausbildungsverein aber in einem anderen.

Wie groß der Anteil ist, hängt von der Zeit ab, wie lange ein Verein einen Spieler trainiert und ausgebildet hat. Insgesamt sind es immer bis zu fünf Prozent der gesamten Ablösesumme inklusive Bonuszahlungen. Dieser Anteil wird unter den Vereinen nach einem Schlüssel aufgeteilt. Relevant sind dafür die Kalenderjahre, in denen der Spieler seinen zwölften bis 23. Geburtstag gefeiert hat. Von zwölf bis einschließlich 15 bekommen die Vereine pro Jahr 0,25 Prozent der Transfersumme. Ab dann bis inklusive dem 23. Lebensjahr sind es 0,5 Prozent. Wenn ein Spieler – wie auch Wirtz bei seinem Wechsel nach Leverkusen – innerhalb eines Kalenderjahres wechselt, wird das Jahr anteilig bis zum Zeitpunkt des Abgangs angerechnet. Dadurch kann sich der 1. FC Köln auch nach ablösefreien Abgängen von Eingenwächsen und Talenten Hoffnung auf einen kleinen Anteil einer zukünftigen Ablösesumme machen, wenn die Ex-Kölner (nach) außerhalb des deutschen Raumes gehen.

Wie viel kann drin sein für den 1. FC Köln?

Es gibt einige Ex-Spieler, auf die der Verein darum ein Auge haben sollte. Eines der prominentesten Beispiele: Innenverteidiger Yann Bisseck. Aktuell steht der Abwehrspieler bei Inter Mailand unter Vertrag mit einem geschätzten Marktwert von 35 Millionen Euro. Zuletzt soll es Interesse aus der Premier League gegeben haben. Bisseck, Jahrgang 2000, wurde seit 2007 bis zum Januar 2019 durchgängig beim 1. FC Köln ausgebildet. Dann wurde er bis zu seinem Abgang mehrfach verliehen. Diese Leihzeit wird nicht für den FC beim Solidaritätsbeitrag angerechnet. Daher zählt nur die Zeit von 2012 bis 2018 plus ein kleiner Anteil von 2019. So käme man gerundet bei 2,5 Prozent raus. Sollte Bisseck jetzt für seinen Marktwert gehen, wären das knapp 900.000 Euro für die Geißböcke. Keine unfassbar große Summe, aber trotzdem Geld, dass die Geißböcke gut gebrauchen könnten.

Bei Justin Diehl, der letztes Jahr ablösefrei zum VfB Stuttgart ging, wären es 3,25 Prozent. Sein Marktwert wird auf drei Millionen Euro geschätzt. Für Jens Castrop (ca. sechs Millionen Euro Marktwert), der seit Winter 2022 in Nürnberg spielt, könnten die Kölner in Zukunft rund 2,5 Prozent geltend machen. Ein weiterer Spieler aus der Kölner Jugend ist Salih Özcan, der vor einem Wechsel von Dortmund in die Türkei für fünf Millionen Euro stehen könnte. Bei dem Transfer würde der FC mit ungefähr 225.000 Euro partizipieren. Und auch bei ein paar früheren Talenten, die nicht aus dem Geißbockheim kommen, steht den Kölnern ein Anteil zu. Zum Beispiel ein Prozent bei Sebastiaan Bournauw (Marktwert von geschätzt sechs Millionen Euro) vom VfL Wolfsburg oder circa 1,25 Prozent für Dortmunds Topstürmer Serhou Guirassy. Bei einem Marktwert von 45 Millionen Euro laut transfermarkt.de wäre das ein Trostpflaster, dass beim 1. FC Köln bestimmt jeder gerne mitnimmt.

In den FIFA-Regularien steht nichts darüber, dass ein Verein keine Solidaritätszahlung leisten muss, wenn er beim Verkauf weniger Ablöse erzielt, als beim Kauf.

Auch der FC muss zahlen

Aber die Solidaritätsbeiträge haben auch eine Kehrseite für den 1. FC Köln. Wenn ein Kölner Spieler ins Ausland wechselt und zwischen seinem zwölften und 23. Lebensjahr bei einem anderen Verein als dem FC ausgebildet wurde, müssen die Geißböcke einen Teil der Ablösesumme an die Ausbildungsvereine abgeben. Das ist zum Beispiel der Fall bei Damion Downs, der für kolportierte acht Millionen Euro zum FC Southampton wechselt. Ab der U17 hatte Downs in der Domstadt gespielt, davor für den Nachwuchs vom FC Ingolstadt (14. bis 16. Lebensjahr) sowie dem FC Schweinfurt (zwölftes und 13. Lebensjahr). Daher stehen Ingolstadt ungefähr 80.000 Euro und Schweinfurt 40.000 Euro zu. Es handelt sich dabei also um nur relativ kleine, wenn auch nicht irrelevante Beträge.