Auch bei ihren Nationalmannschaften sorgten Said El Mala und Mikey Moore für Schlagzeilen. Der eine ist nun der 44. Nationalspieler des 1. FC Köln, der andere führte die U20 Englands als Kapitän und Torschütze zu drei Erfolgen und dem Turniersieg. Dass die beiden Ausnahmetalente aber auch beim 1. FC Köln spielen, ist unter anderem René Wagner zu verdanken.
Dass FC-Trainer René Wagner einen besonderen Draht zu seinen Spielern hat, betonen die Kölner Profis immer wieder. Der Coach legt besonderen Wert auf eine gute, transparente Kommunikation. Und damit scheint Wagner auch seinen Einfluss auf zwei Toptalente genommen zu haben.

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Der 44. Kölner Spieler, der das Nationaltrikot trägt, der 999. Debütant der DFB-Auswahl. Said El Mala hat am vergangenen Donnerstagabend ein kleines Stück deutsche Fußballgeschichte und vielleicht ein etwas größeres FC-Historie geschrieben. Dementsprechend stolz ist man dieser Tage wohl auch am Geißbockheim. Dass El Mala sein Debüt unter Jürgen Klopp feiern würde, war wohl nur eine Frage der Zeit und insofern klar. Dass er das aber als Spieler des 1. FC Köln tun würde, schien im Sommer mindestens offen. Nun ist El Mala weiterhin Spieler der Geißböcke und sorgt beim FC ordentlich für Furore. Mit dem Debüt in der Nationalmannschaft ist der Youngster den nächsten Schritt gegangen. Und weitere sollen folgen. Denn schon in der vergangenen Transferphase gab es viele nationale und internationale Interessenten. „Said ist ein junger Spieler mit einer brutalen Qualität“, sagte René Wagner nun gegenüber come-on-fc.com. „Er ist aber auch ein junger Spieler, der noch ganz viel lernen muss.“
„Deshalb fühlt er sich hier wohl“
Aktuell lernt der Spieler ein wenig den Ernst des Fußballerlebens kennen. Denn mittlerweile haben sich viele Kontrahenten auf die Qualitäten des Shootingstars eingestellt. „Es ist sehr schwer für jemanden, der so eine kristallklare Unterschiedsfähigkeit hat. Weil sich die Gegner inzwischen teilweise mit zwei Spielern dagegenstellen, um ihn zu verteidigen“, so Wagner weiter. „Im Vergleich zur vergangenen Saison ist die Situation jetzt eine andere für ihn. Er ist im zweiten Jahr, und damit verbunden sind neue Themen, an denen er arbeitet und mit denen er umgehen muss. Wir unterstützen ihn dabei, damit er hier beim FC sein Potentialmaximum erreichen wird.“ Natürlich weiß aber auch der 38-Jährige, dass die Zeit in Köln für den Spieler wohl eher endlich ist. Die Angebote aus Dortmund, aber natürlich auch von anderen Clubs, vorwiegend aus England, sind durchaus verlockend. Ein Wechsel zum BVB wäre im Hochsommer nicht die ganz große Überraschung gewesen.
Zwar verabschiedeten sich die Westfalen irgendwann, doch dann klopfte mit Leipzig der nächste Interessent an. Schließlich beendeten El Mala und der FC die Spekulationen mit einem starken Video in den Sozialen Medien. Der Youngster wird also noch mindestens eine halbe, vermutlich die gesamte Saison in Köln bleiben. Und wie zuletzt bekannt wurde, hat René Wagner dort seine Finger im Spiel. Das erklärte Jörn Stobbe erst unlängst im Podcast „Dreierkette Köln“. Der FC-Präsident betonte, dass El Mala ohne Wagner nicht in Köln geblieben wäre. „Es war ein direkter, ehrlicher und klarer Umgang miteinander. Er weiß, was wir von ihm erwarten – und welche Schritte er hier gehen kann“, erklärte der Coach auf Nachfrage von come-on-fc.com. „Aus meiner Sicht schätzt er den offenen Austausch sehr und fordert ihn ein. Deshalb fühlt er sich wohl hier. Und er weiß natürlich auch, dass er hier Fußball spielt, wenn er seine Leistung bringt. Das ist das, was er am liebsten macht.“
Marktwert wird auf 50 Millionen geschätzt
Am liebsten und auch beeindruckend gut. Nicht umsonst wird der Marktwert mittlerweile auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. Heißt: Sollte El Mala den FC tatsächlich bald verlassen, würden die Kölner in bislang unbekannte Transfer-Dimensionen vorstoßen. Zumindest in der Theorie könnten die Kölner den Erlös dann doch gleich in einen anderen Spieler stecken, der ebenfalls unfassbar viel Potenzial mitbringt. In Mikey Moore. Nur in der Theorie, weil der Engländer ohne Kaufoption von Tottenham ausgeliehen ist und die Lilywhites haben gleich mehrfach klargemacht, dass die Zukunft des Spielers bei den Spurs liegen soll. Auch Wagner ist fasziniert von der „brutalen Qualität“, sieht aber auch bei dem 19-Jährigen noch Entwicklungspotenzial. Dennoch war eine Verpflichtung des Spielers nicht selbstverständlich. Denn auch um Moore bemühten sich zahlreiche internationale Clubs. Die besten Karten sollen neben dem FC die Glasgow Rangers gehabt haben.
Dort hatte der Offensivspieler schon in der Vorsaison seine Spuren hinterlassen. Doch auch Moore entschied sich für den FC und wie Stobbe auch in diesem Fall erklärte, war Wagner ebenfalls nicht unschuldig. „Wir haben einfach offen und ehrlich darüber gesprochen, was wir hier von ihm erwarten. Natürlich waren wir auch sehr früh an ihm dran“, so der Trainer. „Es hilft sicher, wenn man einen jungen Spieler früh überzeugt, dass er bei der Mannschaft den Unterschied machen kann. Wir haben ihm die Perspektive aufgezeigt, dass er hier Spielzeit sammeln kann, wenn er performt.“ Das tut er offensichtlich. Moore ist schon jetzt unumstrittener Stammspieler, zeigte bereits, welche Qualität in ihm steckt. „Was letztlich den Ausschlag gegeben hat, kann ich nicht sagen, mit Sicherheit hat es auch geholfen, dass in seiner Muttersprache mit ihm sprechen konnte“, erklärte Wagner. Dem Vernehmen nach soll der FC dem Spieler die Spielmacherrolle in Aussicht gestellt haben. Das alleine wird aber nicht der einzige Grund gewesen sein.
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