Die ersten fünf Pflichtspiele der Saison 2026/27 sind gespielt – und für den 1. FC Köln verlief der Start in die neue Spielzeit eher durchwachsen. Im Pokal zog die Mannschaft von René Wagner in die zweite Runde ein, in der Bundesliga folgten auf den Auftaktsieg gegen Hoffenheim drei schwächere Partien. Gegen Stuttgart und den HSV verloren die Geißböcke, gegen Bremen reichte es immerhin für einen Punktgewinn. Unabhängig vom Ausgang der Spiele fällt jedoch folgendes auf: Der FC erzielte sieben seiner acht Tore in der zweiten Halbzeit.
Die Offensive des 1. FC Köln hat sich im Sommer verändert. Mit Mikey Moore und Thijs Dallinga sind gleich zwei Neuzugänge direkt zu Stammspielern aufgestiegen. Nun fällt der Niederländer monatelang aus. Unabhängig des Personals zeigt sich im Angriff ein auffälliges Muster. Sieben der acht bisher erzielten Treffer schoss der FC im zweiten Durchgang. Schläft der Angriff in der Anfangsphase, liegt es an der Qualität der Einwechselspieler oder handelt es sich bei dieser Statistik um reinen Zufall?

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Fußball ist ein Ergebnissport. Wie dieses Ergebnis zu Stande kommt, ist erst einmal zweitrangig. Beim 1. FC Köln ließen die Erfolgserlebnisse in den bisherigen Partien meist bis in den zweiten Durchgang auf sich warten. In vier von fünf Spielen lagen die Geißböcke zur Pause zurück und nur ein einziger eigener Treffer wurde vor dem Halbzeitpfiff erzielt. Zwar hat die Wagner-Truppe gegen Würzburg und Hoffenheim ihre Comeback-Qualitäten schon unter Beweis gestellt, dennoch wäre es hilfreich, wenn es nicht jede Woche auf diese ankommen würde.
Warum der 1. FC Köln vor der Pause kaum Tore erzielt
Einzig im Heimspiel gegen Werder Bremen traf der FC vor der Pause. Wenige Minuten vorher war Dallinga bereits per Elfmeter am Bremer Torhüter gescheitert. In der zweiten Halbzeit sieht die Bilanz zwar besser aus, bei den Auswärtsspielen in Stuttgart und Hamburg war es allerdings jeweils schon zu spät für eine Aufholjagd. Es scheint teilweise, als bräuchte die Kölner Offensive Zeit, um zunächst einmal zu erwachen. Diese Startschwierigkeiten kann man sich in der Bundesliga allerdings nicht erlauben. Trotz vereinzelter Torannäherungen kommt es kaum zu tatsächlichen Abschlusschancen. Falls doch, blieben diese ungenutzt.
Umso seltsamer, da die Mannschaft in der zweiten Halbzeit bereits angedeutet hat, dass sie zu mehr in der Lage ist. In Stuttgart hatten die Kölner nach der Pause ihre beste Phase und kamen zwischenzeitlich nochmal ran, gegen Hoffenheim drehten die Geißböcke die Partie und selbst in Hamburg sah der zweite Durchgang besser aus. Neben der Standardschwäche ist auch die fehlende Fähigkeit, eine Partie früh an sich zu reißen eine der zentralsten Baustellen am Geißbockheim.
Warum die Einwechselspieler die FC-Offensive beleben
Es ist aber mehr als wahrscheinlich, dass die starken Phasen im zweiten Durchgang aber gar nicht daran liegen, dass die Spieler aus ihrem Schlaf der Anfangsphase erwacht sind, sondern an der Qualitätssteigerung durch die eingewechselten Spieler oder eine taktische Umstellung mit ihnen. In Stuttgart brachten die kurz zuvor verpflichteten Mikey Moore und Ellyes Skhiri neuen Schwung ins Spiel, gegen Würzburg und Hoffenheim hatte Linton Maina nach seiner Einwechslung entscheidenden Anteil an den Toren und in Hamburg verkürzte der eingewechselte Ragnar Ache kurz vor Abpfiff noch einmal.
Aufgrund diverser Ausfälle und Transferbewegungen musste Wagner seinen Kader in den ersten Wochen immer wieder anpassen. Dadurch mussten Leistungsträger wie Ache, Skhiri oder Said El Mala teilweise zunächst auf der Bank Platz nehmen, wodurch die Qualität auf dem Platz noch einmal gesteigert werden konnte. Obwohl diese Spieler in den nächsten Wochen klare Startelfkandidaten sind, hat Wagner dennoch spannende Optionen auf der Bank. Sei es Rückkehrer Luca Waldschmidt, Kämpfer Jan Thielmann oder den flankenstarken Borna Sosa. Wenn die Kölner ihre Karten clever ausspielen, kann die Qualität, späte Tore zu erzielen noch wichtig werden. Ein paar Treffer vor der Pause würden dem FC dennoch guttun. Nur ohne die beiden Mittelstürmer wird das Unterfangen nicht leichter.
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