Die Kölner Spieler jubeln nach dem Derbysieg
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Kommentar: Der FC darf diesen Derbysieg feiern – aber nicht falsch verstehen

Der Derbysieg gegen Gladbach verschafft dem 1. FC Köln, vor allem aber René Wagner wichtige Luft. Doch so groß die Erleichterung auch ist: Die Probleme der vergangenen Wochen sind nicht verschwunden. Warum der Erfolg vor allem eine Chance sein muss. Ein Kommentar.

Der FC hat das Derby am Sonntagnachmittag mit einer Willensleistung für sich entschieden. Die Punkte, der Derbysieg und die Intensität machen Lust auf mehr und lassen die Fans wieder in eine kleine Euphorie verfallen. So wichtig dieser Erfolg für die Kölner auch ist, er darf nicht die Baustellen des Teams kaschieren.

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Es gibt diese Siege, die tatsächlich dann doch mehr sind als einfach nur drei Punkte. Das Derby gehört zweifelsohne dazu. Das zeigten die Reaktionen der Spieler unmittelbar vor, natürlich erst recht nach dem 2:1-Sieg im Duell gegen das ungeliebte Team vom Niederrhein. Der Erfolg über die Fohlen hat nicht nur den Fans der Geißböcke gutgetan. Gerade in einer Phase, in der die Kritik am Trainer lauter, die Fragen nach der sportlichen Entwicklung häufiger und die Sorgen ums Personal größer geworden sind. Dieser Derbysieg war wichtig für die Mannschaft und den Coach. Sie verschafft den handelnden Personen Luft, ist gut für das Selbstvertrauen, erst recht für die Tabelle und die Stimmung in der Domstadt. Der FC hat allen Grund zur Freude und sich die neue Euphorie als Derbysieger auch verdient. Nur muss ein Fehler vermieden werden: Den Erfolg mit einer Lösung seiner Probleme zu verwechseln.

Die großen Baustellen sind beim 1. FC Köln noch nicht gelöst

Denn so wichtig dieser Sieg für alle Beteiligten ist, er darf die Fehler der vergangenen Wochen nicht kaschieren. Zu glauben, die Problemfelder wären ausradiert, wäre nicht nur naiv, es wäre schlichtweg falsch. Denn auch im Derby waren einige der Baustellen der Geißböcke deutlich zu sehen. Beispiele gäbe es einige. Das 1:1 vielleicht. Joe Scally stand bei seinem Kopfball einen Meter hinter Ellyes Skhiri so blank, er hätte die Kugel noch in Ruhe annehmen können, natürlich nicht müssen – denn aus dieser Entfernung wäre es wohl schwieriger geworden, die Kugel nicht im Tor unterzubringen. In der Defensive fehlt noch immer die Stabilität, die eine Mannschaft benötigt, wenn sie sich dauerhaft aus den unteren Tabellenregionen fernhalten will. In der Offensive fehlt weiterhin die Kaltschnäuzigkeit, die nötige Effizienz. Und ein Spiel ohne Gegentor nach Standards, dafür aber einem erzielten ist noch keine Trendwende.

Zu den Ausfällen gesellt sich nun ein weiterer Leistungsträger, denn auch Ellyes Skhiri wird den Kölnern Wochen, eher Monate fehlen. Wohlgemerkt der Wunschtransfer des Kölner Trainers, der Skhiri schon mehrfach als einen der Leader der Mannschaft beschrieben hat. Der Derbysieg war also auch noch ein teuer erkaufter. Der FC hat weiterhin Fragen zu beantworten, Wagner weitere Puzzleteile zu finden. Vor allem aber muss sich zeigen, ob der FC seine Leistungen künftig verlässlicher abrufen kann. Gegen Gladbach halfen Emotionen, die besondere Atmosphäre und der unbedingte Wille, dieses Derby zu gewinnen. All das gehört zum Fußball. Es darf sogar eine Stärke sein. Doch nicht jede Partie wird ein Derby sein. Nicht jeder Gegner wird dem FC dieselben Räume bieten. Und nicht in jedem Spiel wird Said El Mala mit einer herausragenden Einzelaktion den Unterschied machen können.

René Wagner hat durch den Derbysieg Zeit gewonnen

Und dann ist da noch der andere Teil der Wahrheit. Der Trainer hat durch den Derbysieg Argumente und Zeit gewonnen. Das Team hat gezeigt, dass es ihrem Coach bedingungslos folgt, seine Ansprachen verstanden hat. Der FC kann sich aus schwierigen Situationen befreien. Die Mannschaft verfügt über Qualität, Charakter und Spieler, die eine Begegnung entscheiden können. Wer das nach diesem Derby bestreiten wollte, würde dem Auftritt nicht gerecht. Genauso wenig wäre es allerdings angebracht, die Kritik der vergangenen Wochen nun als grundsätzlich unbegründet abzutun. Die Fragen nach der defensiven Ordnung, der richtigen Besetzung einzelner Positionen und der spielerischen Entwicklung sind nicht plötzlich verschwunden. Sie müssen weiter gestellt werden. Noch nicht einmal trotz des Erfolgs, eher, weil jetzt die Luft vorhanden ist, sie in Ruhe zu beantworten.

Die Quintessenz des Sonntags lautet also: Ein Derbysieg kann eine Mannschaft befreien, besser machen kann er sie nicht.

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2 Kommentare zu „Kommentar: Der FC darf diesen Derbysieg feiern – aber nicht falsch verstehen“

  1. Mit der Neubesetzung des Cheftrainer-Posten steht die Entlassung bereits fest.
    Es gibt nur ganz wenige CProfi-lubs, die ihren Trainern eine langfristige Anstellung zurtauen , dabei auch kurzfristige Erfolglosigkeit verzeiheb. Und das sind in der Regel nicht die mitgliedergeführten, denn die denken nur kurzfristig und krebsen daher immer am unteren Ende der Tabelle herum.

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