Said El Mala jubelt nach seinem Treffer gegen Gladbach
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Die Antwort auf den fehlenden Zielstürmer beweist, dass er gar kein Zielstürmer ist

Said El Mala wurde gegen Borussia Mönchengladbach zum Derbyhelden des 1. FC Köln. Dabei sollte der 20-Jährige eigentlich die Lücke im Sturmzentrum schließen. Doch ausgerechnet sein entscheidender Treffer zeigt, wo der Shootingstar seine größten Stärken hat – und warum René Wagner trotz des Erfolgs weiter nach einer Lösung suchen muss.

Nach den Ausfällen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache sucht der FC die passende Alternative. Die sollte Said El Mala gegen Gladbach sein. Und tatsächlich erzielte der 20-Jährige den entscheidenden Treffer. Nur eben aus einer Situation seiner Paradeposition.

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Das wollte sich Said El Mala nun wirklich nicht nehmen lassen. Der Shootingstar der Geißböcke hatte gerade im El-Mala-Style die Gladbacher Hintermannschaft düpiert, war von der linken Seite ins Zentrum gezogen und hatte mit einem perfekten Schuss ins lange Eck das Derby entschieden. Der 20-Jährige lief zur Südkurve, versuchte es mit einer dann doch verunglückten artistischen Einlage und hielt sich dann den Finger an das linke Ohr. Nicht nur das, El Mala zeigte auch Richtung Gladbach und freute sich über sein Tor genau da, wo in der ersten Halbzeit Joe Scally zelebriert hatte – vor der Kölner Südkurve. „Das geht gar nicht. Das ist dann die Quittung dafür“, sagte der Torschütze später in den Katakomben. „Das macht man einfach nicht vor unseren Fans. Das ist nicht sportlich. Das gehört sich nicht.“ Die Quittung war also auch ein Gruß Richtung Fohlen.

Said El Mala als Mittelstürmer: Ist er die Lösung für den 1. FC Köln?

Das Tor wiederum war ein wichtiges Zeichen – an René Wagner. Der hatte seit dem Testspiel gegen Viktoria Köln wiederum ein besonderes Puzzle zu lösen. Thijs Dallinga und Ragnar Ache hatten sich bekanntlich im Duell gegen den Drittligisten verletzt. Und das klingt recht harmlos, angesichts der Schwere und der Folgen der Verletzungen. Vor allem Dallinga hat es ganz böse erwischt. Der Niederländer wird mit einem Kreuzbandriss lange ausfallen. Trotz der versprochenen Unterstützung von Thomas Kessler ist nicht gesichert, ob der geliehene Angreifer noch jemals für den FC auflaufen wird. Auch Ache fällt mehrere Wochen aus. Die Suche nach dem passenden Angreifer lief seitdem auf Hochtouren. Rein nach dem Ergebnis und eben Torschützen El Mala könnte man meinen, die Antwort auf die heiß diskutierten Frage sei gefunden.

Heiß diskutiert, weil man einen Zielstürmer der Marken Ache oder Dallinga im Kölner Angriff vergeblich sucht. Die naheliegendste Lösung erscheint Marius Bülter zu sein. Nur zeigen die Daten wie berichtet, dass der Spieler auf der Mittelstürmer-Position spielen kann, das macht den Routinier aber noch lange nicht zum Zielstürmer. Imad Rondic ist da schon eher vergleichbar. Allerdings ist der Bosnier bislang weit entfernt von Torgefahr, der Kernkompetenz eines Angreifers. Und so wählte Wagner für das Spiel gegen Gladbach den Ansatz mit El Mala in der Spitze – allerdings rotierten auch die Mitspieler mal in die vorderste Linie. Ein klassischer Zielstürmer stand nicht auf dem Feld, das hätte man angesichts der Startelf-Nominierung des flankenstarken Borna Sosa aber durchaus erwarten können. El Mala kam zwar auch in der Spitze zu seinen gefährlichen Abschlüssen, doch seine Qualität liegt auf dem linken Flügel.

Und das bewies er eben mit dem entscheidenden Treffer. Der Offensivspieler setzte sich vor seinem Tor einmal mehr auf der linken Seite durch, zog Höhe Sechzehner ins Zentrum und von dort mit einem starken Schuss ins lange Eck ab. Das war allerdings nur möglich, weil sowohl Mikey Moore als auch Bülter ebenfalls in die zentrale Position vorstießen und El Mala den Platz gaben, auf die linke Seite auszuweichen. Am Ende brachte es Tom Krauß auf den Punkt. „Das wie oder was ist mir scheißegal. Wir haben heute gewonnen und das ist das, was zählt“, sagte der Mittelfeldspieler. Das dürfte für den Moment gelten. Doch schon am Freitag steht das nächste Spiel an und auch dort steht René Wagner wieder vor dem nächsten Puzzle. Wenn El Mala am Ende wieder jubelt, muss an den Entscheidungen auch etwas richtig gewesen sein.

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