René Wagner beim Spiel des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt
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„Wir arbeiten intensiv daran“ – Warum dieser Satz beim 1. FC Köln bald nicht mehr reichen darf – Ein Kommentar

René Wagner wird nicht müde zu betonen, dass beim 1. FC Köln intensiv an den Problemen gearbeitet werde. Doch nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt sind viele der bekannten Baustellen weiterhin offen. Zwar gibt es erste Fortschritte, doch die Ergebnisse lassen auf sich warten. Wie lange reicht die Versicherung, dass gearbeitet wird? Ein Kommentar.

Die Probleme sind erkannt, die Ursachen ausgemacht, an Lösungen wird intensiv gearbeitet. So lautet seit Wochen die Botschaft von René Wagner. Doch auch nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt kämpft der 1. FC Köln mit vielen bekannten Baustellen. Erste Fortschritte sind erkennbar, die erhofften Ergebnisse bleiben allerdings aus. Wie lange reicht die Versicherung, dass intensiv gearbeitet wird? Ein Kommentar.

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Die Ansammlung an Stimmen nach einem Fußballspiel bietet viel Nährboden für ein Trinkspiel a la Phrasen-Bingo. Bei Thomas Kessler wäre „Am Ende des Tages“ ein sicherer Griff zum Schnapsglas. Bei René Wagner hat sich zuletzt die Aussage „Da arbeiten wir intensiv dran“ als ziemlich verlässlich herausgestellt. Der Kölner Coach wird nicht müde zu betonen, dass man die Baustellen längst als solche ausgemacht und mit der Abhilfe bereits begonnen habe. Was soll ein Fußballtrainer auch anderes sagen. Es ist nun mal eine der Kernkompetenzen seines Berufstandes, Fehler zu erkennen und zu verbessern. Wagner wiederholt seinen Satz ruhig, überzeugt, ohne Ausflüchte. Und man glaubt ihm jedes Wort. Nach dem 0:1 in Frankfurt drängt sich trotzdem die Frage auf, wann die intensive Arbeit dann denn auch sichtbar wird.


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Die Baustellen bleiben – trotz intensiver Arbeit

Die Probleme, über die beim 1. FC Köln vor Wochen gesprochen wurde, sind mindestens in großen Teilen dieselben Probleme, über die heute bei den Fans auch gesprochen wird. Die Arbeit ist vielleicht sichtbar, die Lösungen sind es noch nicht. Zum Beispiel die Negativserie. Der FC hat seit mehr als einem Jahr in der Fremde nicht mehr gewonnen. Daran wollten und wollen die Kölner arbeiten. Gegen die Eintracht hatte Köln früh erste – wenn auch nicht die kolportierten Groß- – Chancen, doch spätestens mit dem Ende der zweiten Halbzeit kann man nicht von einem knapp verpassten Erfolg bei den Hessen sprechen. Wenngleich zur Wahrheit natürlich dazu gehört, dass man als Geißbock einen Sieg im Deutsche Bank Park auch nicht auf der Pflicht-Liste stehen hat. Die Serie geht weiter. Der Erfolg in Hoffenheim vor mehr als einem Jahr bleibt der letzte in der Fremde.

Der FC hat sich zum 20. Mal in Serie in einem Spiel mindestens ein Gegentor gefangen. Das Problem hat René Wagner ausgemacht, nicht nur intensiv dafür gearbeitet, sondern auch einen vielversprechenden Lösungsansatz gefunden. Der FC spielte mit Dreier- bzw. Fünferkette und stand lange sicher. Auch, weil ein Jahmai Simpson-Pusey zu alter Stärke gefunden hat. Auch dort gibt es einen zweiten Teil der Wahrheit. Frankfurt kam auf einen Expected-Goals-Wert von 1,8. Der entscheidende Treffer hatte dabei lediglich einen xG-Wert von rund 0,1. Die übrigen Abschlüsse waren zusammengenommen also deutlich gefährlicher, als es das Ergebnis vermuten lässt. Die Abwehr der Geißböcke war also alles andere als sattelfest. Auf der anderen Seite kamen die Kölner gerade Mal auf einen xGoals-Wert von 0,5 – trotz zahlreicher Abschlüsse. Die Wahrnehmung, der FC bringe sich um den Lohn seiner kreierten Chancen ist also eine sehr verschobene.

Erste Fortschritte sind erkennbar – aber reichen sie?

Dass sich Joel Schmied eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hat, ist unglücklich und nicht in den Topf der muskulären Verletzungen zu werfen. An der Ursachenforschung und Bekämpfung arbeitet man in Köln bekanntlich ebenfalls intensiv. Nur kamen zuletzt mit Rav van den Berg und Imad Rondic die Fälle vier und fünf in dieser Spielzeit dazu. Und dann ist da noch die Baustelle Standardsituationen. Nun gab es zwei Spiele in Serie keinen Gegentreffer nach einem ruhenden Ball, die Kölner haben aber ein Tor nach einem Standard erzielt. Die Tendenz scheint nach oben zu zeigen. Nur darf man nicht den Fehler machen, aus dieser Tendenz jetzt schon das Allheilmittel zu lesen. Dennoch deutet sich ein erster kleiner Schritt an, der zeigt, dass die Arbeit sehr wohl wirken kann.

Geduld ist angebracht – aber nicht grenzenlos

René Wagner ist seit April im Amt, 14 Pflichtspiele hat er inzwischen verantwortet, sieben seit dem vergangenen Kader-Umbruch. Eine neue Spielidee braucht Zeit, gerade unter diesen Voraussetzungen, und Wagner hat erkennbar einen Plan – der Derbysieg hat gezeigt, wozu diese Mannschaft fähig ist. Geduld ist also angebracht. Aber Geduld heißt nicht, nicht hinzuschauen. Und je länger die gleichen Baustellen offen bleiben, desto lauter wird die Frage, wann aus der intensiven Arbeit auch sichtbare Fortschritte werden. Die Wochen bis zur kommenden Länderspielpause sind ein vernünftiger Zeitraum, an dessen Ende mehr stehen muss als die Versicherung, dass gearbeitet wird. Denn das ist das Problem an diesem Satz: Er beschreibt einen Prozess, kein Ergebnis. Er sagt, dass etwas passiert, aber nicht, was dabei herauskommt. Am Anfang einer Amtszeit ist das genug. Mit jeder Woche wird es weniger.

Wer beim Phrasen-Bingo auf Wagner gesetzt hat, ist nicht durstig geblieben. Dennoch: Höchste Zeit, dass ein anderer Satz das Glas öfter füllt: „Es hat funktioniert.“

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