Luka Lochoshvili und Jahmai Simpson-Pusey im Zweikampf mit Frankfurts Younes Ebnoutalib (Foto: Alex Grimm/Getty Images)
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Selbst ein Abwehrriegel reicht nicht: René Wagners Plan geht lange auf – doch dem 1. FC Köln droht ein Negativrekord

René Wagner überraschte gegen Eintracht Frankfurt mit einer Fünferkette. Die Umstellung sorgte zunächst für mehr Stabilität, doch am Ende musste der 1. FC Köln erneut einen Gegentreffer hinnehmen. Damit droht den Geißböcken im kommenden Spiel gegen Schalke 04 die Einstellung eines Negativrekords. Dabei war die erste Weiße Weste der Saison zwischenzeitlich zum Greifen nah.

Lange hatte es danach ausgesehen, dass René Wagners Taktik aufgeht und der 1. FC Köln mit einer Fünferkette das erste Mal unter ihrem Coach zu Null spielt. Doch durch einen Moment der Unaufmerksamkeit in der FC-Defensive kombiniert mit einem Frankfurter Geniestreich von Noël Aséko traf Younes Ebnoutalib doch zum 1:0 und besiegelte die Kölner Niederlage.

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Eine Überraschung hatte FC-Coach René Wagner in der Aufstellung gegen die Eintracht am Start – und die hatte vor dem Spiel niemand kommen sehen: Das erste Mal in dieser Spielzeit ließ der Trainer seine Mannschaft mit einer Fünferkette auflaufen. Joel Schmied rückte für Mikey Moore in die Startformation. „Es ging auch mal wieder darum, defensiv stabil zu sein“, erklärte Marius Bülter die Umstellung seines Coaches. Eine erstmal nachvollziehbare Herangehensweise, nachdem der FC vor dem Spiel ganze 19 Spiele in Folge nicht zu Null spielen konnte. Und schließlich erwartete die Kölner mit Frankfurt eine Mannschaft, die zwar zuletzt ebenfalls deutliche Schwächen in der Verteidigung zeigte, deren Prunkstück aber die Offensive ist.

Wagners Fünferkette funktioniert zunächst gegen Frankfurt

Diese konnten die Geißböcke aber gerade in der ersten Halbzeit durch die Umstellung sehr gut im Zaum halten. Wagners Plan ging erstmal auf. „Ich glaube, wir waren in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft. Wir haben die beste erste Halbzeit der Saison gespielt und alles wegverteidigt. Wir waren griffiger in den Zweikämpfen. Frankfurt war zur Halbzeit schon so tot, dass wir ein gutes Gefühl hatten“, betonte etwa Said El Mala. Und auch wenn man darüber diskutieren kann, ob die erste Halbzeit wirklich so stark und Frankfurt so „tot“ war, wie der Angreifer es beschreibt, hatte der 20-Jährige grundsätzlich Recht mit seiner Aussage. Denn nicht nur, dass der FC in der Defensive wenig zuließ, auch in der Offensive konnten sich die Domstädter immer mal wieder zeigen.

„Gerade in der ersten Halbzeit hat es gut funktioniert. Wir wollten über das Umschaltspiel kommen. Da hatten wir gute Situationen“, beschrieb Bülter die Herangehensweise der Kölner, um zu Torchancen zu kommen. Vor allem der 33-Jährige hatte in Durchgang Eins die wahrscheinlich beiden besten Möglichkeiten. Zuerst nach nicht einmal einer Minute, als er alleine aus einem leicht spitzen Winkel auf Keeper Noah Atubolu zulief, sowie eine halbe Stunde später mit einer Direktabnahme nach einem schönen Freistoß von Borna Sosa. Beide Male scheiterte er allerdings am gut reagierenden Frankfurter Schlussmann. „Ich muss vielleicht genauer zielen. Den ersten will ich ihm über den Kopf hauen, da reißt er die Arme hoch, den zweiten hält er ganz gut. Da fehlt vielleicht das Glück“, schätzte Bülter die Situationen selbst ein.

Frankfurt erhöht den Druck – Kölns Abwehr hält zunächst stand

In der zweiten Halbzeit kamen dann jedoch die Frankfurter mit deutlich mehr Schwung aus der Kabine und stellten den Kölner Abwehrriegel vor einige Herausforderungen. Gerade in der ersten Viertelstunde nach der Halbzeit kam der FC kaum noch aus der eigenen Hälfte. Und die Eintracht kam besonders nach Flanken zu mehreren guten Chancen. So verpassten Younes Ebnoutalib, Lilian Brassier und Fares Chaibi die Führung für die Hausherren, weil sie bei ihren Kopfbällen nicht genau genug zielten oder an Marvin Schwäbe scheiterten. „Die Eintracht hat es gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit auch einfach gut gemacht. Wenn sie im Ballbesitz waren, gerade im letzten Drittel, dann sind sie einfach gefährlich. Sie haben da eine hohe Qualität“, zollte FC-Geschäftsführer Thomas Kessler dem Gegner Respekt. Und weiter: „Wir mussten in der zweiten Halbzeit 15 Minuten lang richtig leiden, haben da aber nicht das Gegentor bekommen.“

Denn obwohl die Eintracht das Torschussverhältnis von 7:4 für die Geißböcke vor der Pause auf 8:7 für die Frankfurter eine Viertelstunde nach der Halbzeit drehte, hielt der Kölner Abwehrriegel. Umso bitterer war es, dass die Domstädter den Gegentreffer in einer Phase kassierten, als sie den größten Druck der Hausherren eigentlich gebrochen hatten. Denn in der 77. Minute bekam der FC nicht genug Druck auf Ebnoutalib und Noël Aséko, sodass die beiden mit einem starken Doppelpass die Kölner Hintermannschaft aushebelten und Ersterer Schwäbe im kurzen Eck erwischte. „Das macht er schon gut. Aber es gibt da einen Einwurf. Wir bekommen keinen Druck auf den Ball. Er kann da machen, was er will. Er platziert den gut, mit Druck. Natürlich kann man sagen, es war die Torwartecke. Aber aus der Entfernung ist es schwer, wenn er gut platziert und hart ist. Ich war dran“, beschrieb der Schlussmann der Geißböcke den Treffer aus seiner Sicht.

Negativrekord droht

Damit war der Kölner Abwehrriegel gebrochen. Trotz offensiver Wechsel und der Umstellung auf eine Viererkette in den letzten Minuten der Partie konnte der FC nicht mehr zurückschlagen. Im Duell gegen Schalke 04 in einer Woche droht nun die Einstellung eines Negativrekord. Denn die Domstädter konnten in Frankfurt das 20. Ligaspiel in Folge nicht zu Null spielen. Der Negativrekord des Vereins liegt bei 21 Bundesligapartien. Auch wenn die Kölner mit der Fünferkette so nah wie vielleicht noch nie in dieser Saison dran waren, die Null zu halten. „Wir haben heute eine gute Defensivleistung gebracht. Wir haben den einen Moment nicht gut verteidigt“, ärgerte sich daher auch Wagner zurecht. Am Ende reichte jedoch genau der eine Moment, damit Wagners Plan für die Partie schlussendlich nicht aufging.

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