Mit Joel Schmied droht dem 1. FC Köln der nächste Ausfall. Schon jetzt fehlen den Geißböcken zahlreiche Spieler, darunter wichtige Leistungsträger. Doch trifft es den FC tatsächlich härter als andere Bundesligisten? Ein Vergleich der Verletzungszahlen liefert eine überraschende Antwort – und zeigt, warum die Kölner dennoch ein ernstes Personalproblem haben.
Die Verletztenliste des 1. FC Köln wird immer länger. Nach Thijs Dallinga, Ragnar Ache und weiteren Spielern könnte nun auch Joel Schmied ausfallen. Der Eindruck einer außergewöhnlichen Verletzungsserie liegt nahe. Doch die Zahlen erzählen eine etwas andere Geschichte.

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Noch ist keine Diagnose bekannt, doch aktuell deutet viel daraufhin, dass im Spiel gegen den FC Schalke 04 am kommenden Samstag (15:30 Uhr, Liveticker bei come-on-fc.com) ein weiterer Kölner Spieler fehlen könnte. Joel Schmied knickte im Duell gegen Eintracht Frankfurt unglücklich um. Der Innenverteidiger probierte es nochmal, aber der Versuch war schnell beendet. Der Schweizer wurde doch ausgewechselt, es folgten Untersuchungen. Sollte Schmied nun tatsächlich ausfallen, reiht sich der Innenverteidiger in eine illustre Runde ein. Denn der FC scheint in dieser Spielzeit extrem vom Verletzungspech verfolgt. Das hatte die Kölner schon in der Vorsaison heimgesucht. Auch ein Grund, warum damals noch Lukas Kwasniok viel rotieren musste. Der Ex-Trainer beschwerte sich allerdings nicht, gab das vermeintliche Pech nicht als Grund an, wenn es sportlich nicht lief.
Verletzungen beim 1. FC Köln: Andere Bundesligisten trifft es noch härter
Nun wiederholt sich die Serie gefühlt. Im Testspiel gegen Viktoria Köln verletzten sich Thijs Dallinga und Ragnar Ache. Anschließend fielen auch Rav van den Berg und Imad Rondic aus. Und nun kommt vermutlich auch Schmied dazu. Die Kölner scheint es auch in dieser Spielzeit wieder besonders hart zu treffen. Aber stimmt das so überhaupt. Schon vor einigen Wochen hatte come-on-fc.com die muskulären Verletzungen der Bundesligisten genauer untersucht. Dabei zeigten sich erstaunlicherweise die Bayern und Gladbach als Teams, die den FC sogar über den Zeitraum sei Beginn der Spielzeit 25/26 noch übertrafen. Allgemein kommen die Geißböcke in dieser Spielzeit auf neun Akteure, die sich während der Vorbereitung oder der Saison verletzt haben. Damit sind die Kölner aber nicht Ligaspitze. Bei Bremen und Hamburg fielen bereits deutlich mehr Spieler aus.
Warum die Verletztenliste beim FC trotzdem besonders problematisch ist
Allerdings liegen die Geißböcke über dem Schnitt. Der liegt bei 7,5 Verletzten pro Team. Die neun verletzten Kölner wiederum verpassten bislang 22 Spiele. Auch das geht deutlich schlimmer. So kommt der VfB Stuttgart in dieser Statistik auf mehr als 40 Begegnungen, Bremen und Union Berlin kratzen an dieser Marke. Man kann also nicht behaupten, dass der FC bei den verpassten Spielen besonders schlecht dasteht. Bei den schweren Verletzungen wie bei Timo Hübers oder Ellyes Skhiri ist der FC dagegen gemeinsam mit Dortmund ganz vorne in negativer Hinsicht. Gleich drei Langzeitverletzte haben die Kölner zu verzeichnen. Wobei es sich bei dem Begriff um einen recht schwammigen handelt. Und doch ist der Eindruck vom Kölner Verletzungspech nicht von der Hand zu weisen. Sollte Schmied nämlich am Samstag wirklich fehlen, würden sieben Akteure zum gleichen Zeitpunkt ausfallen. Und da kann wahrlich kein anderer Bundesligist mithalten.
Entscheidend ist daher nicht nur, wie viele Spieler sich im Laufe einer Saison verletzen. Für die sportliche Situation macht es einen erheblichen Unterschied, ob die Ausfälle über mehrere Monate verteilt auftreten oder sich innerhalb weniger Wochen häufen, genauso welche Rolle die Verletzten spielen, ob Stamm oder nicht. Gerade wenn mehrere Spieler auf ähnlichen Positionen fehlen, schrumpfen die taktischen Möglichkeiten eines Trainers erheblich. Genau das droht dem FC aktuell im Angriff und in der Innenverteidigung. Die Statistik der insgesamt verpassten Spiele bildet dieses Problem nur bedingt ab. Der Eindruck, dass der FC besonders hart vom Verletzungspech getroffen wird, ist damit nicht grundsätzlich falsch. Er muss nur genauer eingeordnet werden.
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