Vor dem Auftakt in die neue Bundesliga-Saison hatten die meisten FC-Fans fest mit Gideon Mensah auf der linken Abwehrseite gerechnet. Nach der Verpflichtung von Borna Sosa hat sich das Blatt jedoch nun schnell gewendet. Die letzten beiden Partien saß der Ghanaer über die volle Spielzeit auf der Ersatzbank.
Sowohl im DFB-Pokal als auch in den ersten vier Bundesligaspielen stand Gideon Mensah noch in der Startelf. Während er zu Beginn der Saison noch einige Wackler in seinem Spiel hatte, wurde der ghanaische Nationalspieler zunehmend konstanter auf seiner linken Seite. Doch dann rotierte Mensah in den vergangenen beiden Partien auf die Ersatzbank und wurde nicht mal mehr als Joker von Trainer René Wagner eingewechselt. Was sind die Gründe für diese Umstellung?

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Der 1. FC Köln wurde in der abgelaufenen Transferperiode auf den letzten Drücker nochmal aktiv und sicherte sich am Deadline Day die Dienste von Borna Sosa. Der Kroate wechselte auf Leihbasis ans Geißbockheim und sollte den Konkurrenzkampf mit Mensah auf der linken Außenverteidigerposition ankurbeln. Nach bereits vier Spieltagen verdrängte Sosa ihn jedoch aus der Startelf. Der ehemalige Stuttgarter hatte seine Chance in der dreiwöchigen Länderspielpause genutzt und bei Wagner einen guten Eindruck im Training hinterlassen. Mensah war in diesem Zeitraum zunächst mit seiner Nationalmannschaft unterwegs, kehrte allerdings verhältnismäßig früh wieder in die Domstadt zurück. „Borna hat jetzt super drei Wochen gehabt, hier in der Länderspielpause. Er hat es sich verdient, zu starten. Ich glaube, Trainingsleistungen muss man auch belohnen“, erklärte Wagner damals nach dem 2:1-Erfolg gegen Gladbach. So richtig ließ sich aus dieser Aussage aber nicht ableiten, weshalb er jetzt genau den Vorzug vor Mensah erhielt.
Die Spiele gegen Borussia Mönchengladbach und gegen Eintracht Frankfurt haben aber bereits gezeigt, dass Sosa einen deutlich höheren offensiven Output generiert. Im Derby landete sein Freistoß über Umwege bei Isak Johannesson, der das zwischenzeitliche 1:0 erzielte. Gegen die Eintracht bereitete er mit einer starken Standard die Topchance von Marius Bülter in der 32. Minute vor. Seine Flanken bringen immer wieder Gefahr, während Mensah sich in den ersten Partien eher auf die Defensive konzentrierte. Gegen Frankfurt sprach zudem für Sosa, dass er als Schienenspieler aufgrund seines Offensivdrangs besser in der 3-5-2-Formation funktionieren würde als Mensah.
Ragnar Ache könnte von Sosa profitieren
Das Problem derzeit ist allerdings, dass Sosas Flanken bisher vergeblich nach einem Abnehmer im Zentrum suchen. Dem FC fehlt derzeit ein klassischer Mittelstürmer. Sobald Ragnar Ache jedoch wieder mit seiner Kopfballwucht in den Kader zurückkehrt, könnten die Flanken des Kroaten noch stärker zu einer Waffe werden. Dass Mensah in den vergangenen beiden Spielen auch nicht als Joker in die Partie kam, spricht ebenfalls dafür, dass der FC wohl Bedenken bezüglich seiner Offensivqualitäten hat. Wenn das Team wie gegen die Eintracht zurückliegt, dann wird in der Regel auf Einwechselspieler vertraut, die offensiven Output erzeugen können. Dazu gehört Mensah bis dato noch nicht.
Dieser Konkurrenzkampf ist auf der anderen Seite genau das, was der FC haben wollte. Die beiden Spieler bringen mit ihren unterschiedlichen Profilen auch eine gewisse Flexibilität für Wagner mit. Während Mensah eher ein Spieler mit Fokus aufs Verteidigen ist, bringt Sosa noch mehr Gefahr ins Offensivspiel der Geißböcke. Die aktuelle Lage deutet jedoch nicht darauf hin, dass Sosa unter Wagner gesetzt ist. Sowohl der Gegner als auch die taktische Herangehensweise können ausschlaggebend dafür sein, wer von beiden den Vorzug erhält. Gegen das Schalker Defensiv-Bollwerk könnte der FC-Coach jedoch erneut Sosa den Vorzug geben. In der Zukunft kann es dann schon wieder ganz anders ausssehen.
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