Tom Krauß trifft mit dem 1. FC Köln auf seinen Ex-Klub, und ausgerechnet jetzt wird er im Mittelfeld wichtiger denn je. Warum der Dauerläufer gegen die robusten Schalker zur Schlüsselfigur werden könnte und was er selbst über seine Rolle sagt.
Tom Krauß kennt Schalke aus dem Effeff: Nach dem Abstieg 2023 verließ er die Knappen, jetzt trifft er mit dem 1. FC Köln auf seinen Ex-Klub. Durch den Ausfall von Ellyes Skhiri ist der Mittelfeldmann im FC-Spiel gefragter denn je.

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Vor dem Duell mit seinem ehemaligen Klub hat Tom Krauß . Der Mittelfeldspieler, der zur Saison 2022/23 zum FC Schalke 04 in die Bundesliga gewechselt war, kennt die Königsblauen bestens und weiß, was auf den FC zukommt. Unter Frank Kramer und später Thomas Reis gehörte er zum festen Personal der Knappen: In 32 Ligaspielen stand er 31-mal in der Startelf und erzielte zwei Tore. Dennoch verabschiedete sich Krauß nach nur einer Saison von den Königsblauen. Schalke erholte sich trotz einer starken Rückrunde nicht mehr von einer schwachen Hinrunde und stieg in die zweite Liga ab.
Daraufhin trennten sich die Wege des Mittelfeldspielers mit dem Verein. Verbittert wirkt er deswegen nicht. „Ich bin dankbar, dass ich dieses Jahr erleben durfte, obwohl wir abgestiegen sind“, sagt er im Interview mit fc.de. Er habe fast jedes Spiel bestreiten und in jungem Alter Erfahrungen sammeln können. Dass sich das Team für die starke zweite Saisonhälfte nicht belohnte, schmerzt ihn, dennoch blickt er positiv zurück, weil er viel lernen und für seinen weiteren Weg mitnehmen konnte.
Respekt vor dem Gegner, aber keine Angst
Entsprechend genau hat Krauß verfolgt, wie sich sein Ex-Klub entwickelt hat. Nach dem Abstieg hätte es seiner Einschätzung nach auch in eine ganz andere Richtung gehen können. „Sie haben es hinbekommen, den Verein wieder in die richtigen Bahnen zu leiten“, so der Mittelfeldmann. Inzwischen wirke Schalke wieder stabil.
Auf dem Platz erwartet er eine Mannschaft mit klaren Stärken. Das Team sei vor allem defensiv sehr gut, trete aggressiv auf und komme viel über zweite Bälle. Dort müsse der FC präsent sein. Angst brauche man trotzdem nicht zu haben. Köln solle seine eigenen Qualitäten ausspielen, im eigenen Stadion mutig auftreten und die Fans von der ersten Sekunde an mitnehmen. Krauß will, dass der FC in jedem Heimspiel zeige, wer Herr im Haus ist. Wenn das über 90 Minuten gelinge, sei er überzeugt, dass der Sieg am Ende den Kölnern gehört.
Skhiris Ausfall als Chance
Dass Krauß in dieser Partie eine tragende Rolle spielen dürfte, hat bekanntlich mit einer bitteren Nachricht zu tun. Mit Ellyes Skhiri hatte Sportchef Kessler im Sommer einen gestandenen Konkurrenten für Krauß geholt, weshalb dieser zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Gegen Gladbach (2:1) und Frankfurt (1:0) machte er dann deutlich, wie wichtig er für das Team ist.
Skhiri zog sich im Zweikampf mit Gladbachs Florian Neuhaus eine Sprunggelenksverletzung samt Bänderriss zu und fehlt den Geißböcken mehrere Monate. Krauß rückte ins defensive Mittelfeld und will sich nun in der ersten Elf von Trainer Rene Wagner festsetzen. „Es tut mir natürlich unfassbar leid für Ellyes“, betont er. Für ihn selbst sei es jedoch die Gelegenheit, mehr Verantwortung zu übernehmen. In diese Rolle könne und wolle er hineinwachsen. Wer neben ihm spiele, sei zunächst nicht entscheidend, wichtig sei vor allem die eigene Leistung. „In den letzten beiden Spielen bin ich in Form gekommen, möchte das Woche für Woche bestätigen und mit der Mannschaft Siege feiern.“
Krauß, der Allgegenwärtige
Wie er der Mannschaft in Topform helfen kann, zeigt sich bei einem Blick auf die Zahlen. Mit 59,14 Kilometern hat er die höchste Laufleistung aller Kölner im Kader. Sein Aktionsradius ist enorm: Weit vorne setzt er den Gegner im Pressing unter Druck, in der eigenen Hälfte räumt er dagegen auf, wenn es gefährlich wird. Mit 102 Sprints geht außerdem keiner im Team so oft ins Tempo wie er. Dazu entscheidet er 53 Prozent seiner Zweikämpfe für sich. Seine Werte im Mannschaftsvergleich sind beeindruckend – für Krauß sei das schlicht seine Art, Fußball zu spielen. „So habe ich es auch zum Profi geschafft“, sagt er. Bei anderen Themen sieht er allerdings noch Entwicklungsfelder und betont, dass er sich weiterentwickeln will und noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten ist.
Schlüsselfigur gegen Schalke
Auch emotional will er vorangehen. Er ist ein Typ, der Spiele mit aller Macht gewinnen und dabei Fans und Mannschaft mitreißen möchte. In einigen Partien hat das schon gut funktioniert, daran will er anknüpfen und noch mehr erreichen. Zunächst müsse aber die eigene Leistung stimmen. „Wenn diese stimmt, kommt auch die emotionale Seite von mir heraus.” Gegen die knochenharten, zweikampferprobten Schalker werden Krauß‘ Fähigkeiten vielleicht umso nützlicher sein als in wenigen anderen Spielen in dieser Spielzeit.
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