Said El Mala gehört zu den schussfreudigsten Spielern der Bundesliga. Fast jeder vierte Abschluss des 1. FC Köln geht auf das Konto des 20-Jährigen. Doch ein genauer Blick auf seine Zahlen offenbart einen bemerkenswerten Gegensatz: Der Offensivspieler sucht häufig den Abschluss, die durchschnittliche Qualität seiner Möglichkeiten ist allerdings gering.
Wie abhängig ist der 1. FC Köln von Said El Mala? Eine Frage, die Spieler und Verantwortliche zuletzt eher zurückwiesen. Doch die Statistiken zeigen, welche Bedeutung der Youngster für das Kölner Offensivspiel hat. Gleichzeitig werfen sie eine weitere Frage auf: Bekommt El Mala überhaupt genügend Möglichkeiten, aus wirklich gefährlichen Positionen abzuschließen?

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Diese Diskussion wollten Said El Mala und Thomas Kessler gar nicht erst aufkommen lassen – die Diskussion, ob der FC zu abhängig von der Personalie El Mala sei. Der Kölner Youngster hatte gegen Frankfurt so gut wie gar nicht stattgefunden – für Gefahr sorgten andere Offensivspieler. Spieler, die damit wiederum die These der Abhängigkeit zumindest in Teilen bereits beantworteten. Dass El Mala aber ein wichtiger, vielleicht der wichtigste spielerische Faktor bei den Geißböcken ist, steht außer Frage. Nicht umsonst kommt der 20-Jährige auf den höchsten Marktwert des Kaders, nicht umsonst wird El Mala für seine Dienste für FC-Verhältnisse besonders gut entlohnt. Und El Mala liefert bekanntlich auf dem Feld. Auf dem Konto stehen in dieser Saison bislang zwei Treffer. Das ist sicherlich ausbaufähig, doch der Flügelspieler ist mehr als nur stehts bemüht.
Fast jeder vierte FC-Abschluss geht auf El Malas Konto
Das belegt ein beeindruckender Wert. Der Angreifer kommt vor dem Spiel der Königsblauen auf 21 Abschlüsse. Zum Vergleich: Der gesamte Schalker Kader probierte es 57 Mal. El Mala liegt in dieser Bilanz auf Rang vier der gesamten Liga. Besser sind nur Harry Kane und Michael Olise von Bayern München sowie Patrik Schick von Bayer Leverkusen. Beim FC führt der 20-Jährige die interne Tabelle deutlich an. Mikey Moore folgt mit neun Versuchen, Ragnar Ache und Thijs Dallinga jeweils mit acht. Tatsächlich kommen die Geißböcke bislang auf 91 Abschlüsse. Heißt: Fast jeder vierte Abschluss der Kölner geht also auf die Kappe des Nationalspielers. Ist der FC also doch so abhängig von El Mala? Immerhin scheinen die weiteren Offensivspieler nicht so oft in aussichtsreiche Positionen zu kommen. So könnte zumindest die These lauten.
Viele Schüsse, aber eine geringe Torwahrscheinlichkeit
Doch die vielen Abschlüsse erzählen nur einen Teil der Geschichte. Im Durchschnitt kommt El Mala bei seinen 21 Torschüssen auf einen xG-Wert von lediglich 0,08. Vergleichbare Abschlüsse führen demnach im Mittel nur in etwa acht Prozent der Fälle zu einem Treffer. Insgesamt ergibt sich daraus eine Torerwartung von ungefähr 1,68 Treffern. Tatsächlich hat El Mala bereits zweimal getroffen. Der 20-Jährige sucht also außergewöhnlich häufig den Abschluss, tut dies aber oft aus Positionen, die statistisch wenig erfolgversprechend sind. Gerade das macht seine bisherige Bilanz interessant: El Mala kann mit seiner individuellen Abschlussqualität auch aus schwierigen Situationen für Tore sorgen. So lag die Torwahrscheinlichkeit seines Derbytreffers bei gerade einmal drei Prozent. Interessant: Sechs seiner Abschlüsse kamen aufs Tor.
Wer gewinnt?


Und noch ein anderer Wert ist spannend: Acht der 21 Abschlüsse feuerte der Youngster im Derby gegen seinen Ex-Verein Gladbach ab. Auf die weiteren fünf Spiele fallen also (noch immer starke) 13 Versuche ab. Es scheint fast so, als wollte es El Mala gegen den Erzrivalen erst recht wissen. Für den FC geht es nicht darum, El Malas Abschlussfreudigkeit einzuschränken. Vielmehr müssen die Kölner Wege finden, den Offensivspieler häufiger in gefährliche Positionen zu bringen. Gerade gegen Schalkes kompakte Defensive könnte das entscheidend werden. René Wagner forderte vor der Begegnung mehr Präsenz im Strafraum, gewonnene Eins-gegen-eins-Duelle und ein besseres Timing beim Anspiel. Das würde auch El Mala helfen. Denn seine 21 Abschlüsse zeigen, wie häufig der Youngster selbst die Entscheidung sucht. Die durchschnittliche Torwahrscheinlichkeit seiner Schüsse zeigt aber auch, dass der FC ihm dabei noch bessere Voraussetzungen verschaffen könnte.
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