Ein heftiger Zusammenprall zwischen zwei Schalker Spielern überschattete das Duell gegen den 1. FC Köln. Während die medizinischen Abteilungen beider Vereine die verletzten Profis versorgten, reagierten die FC-Fans mit Applaus. Eine Geste, die Schalke-Trainer Miron Muslic auch nach dem Spiel noch einmal ausdrücklich würdigte.
Es war der Schreckmoment beim 0:0 zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04. Nach einem heftigen Zusammenprall mussten zwei Schalker Spieler minutenlang behandelt und schließlich ausgewechselt werden. Doch die Szene sorgte auch für eine bemerkenswerte Geste der Kölner. Eine, die Schalke-Trainer Miron Muslic nach dem Spiel ausdrücklich würdigte. Sie sorgte aber auch für Diskussionen um Said El Mala.

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Loris Karius wirkte wohl selbst ein wenig überrascht, als er zum Man of the Match ernannt wurde. Dass ein Torhüter bei einem 0:0 zum besten Spieler gewählt wird, ist nicht ungewöhnlich. Doch beim torlosen Remis des 1. FC Köln gegen den FC Schalke 04 mussten sich beide Keeper nicht beeindruckend strecken, um die weiße Weste zu behalten. Der S04-Keeper parierte vier Kölner Versuche, Marvin Schwäbe sogar nur zwei. Großchancen waren bei den Abschlüssen nicht dabei. Schaut man über den reinen Fußball-Tellerrand hinaus hätten den Preis ganz andere Protagonisten verdient gehabt. Und das hatte mit einer besonders unglücklichen Situation zu tun. Said El Mala gab nach 37 Minuten Soufiane El-Faouzi einen leichten Schubser, der befand sich aber gerade in der Sprungbewegung und stieß unglücklich mit Robin Gosens zusammen.
Muslic lobt die Zuschauer des 1. FC Köln
Und das hatte Folgen. Beide Schalker Spieler blieben Blut überströmt liegen. Sowohl die Spieler der Königsblauen als auch die FC-Profis forderten umgehend medizinische Unterstützung an. Die medizinische Abteilung der Gäste eilte auf den Platz, wenig später unterstützten auch die Mannschaftsärzte des 1. FC Köln die Versorgung der beiden Profis. Eine eher seltene, wenn auch eigentlich selbstverständliche Maßnahme. Beide Spieler mussten ausgewechselt werden. Während Gosens von Betreuern gestützt wurde, verließ El-Faouzi das Spielfeld mit einem deutlich blutverschmierten Trikot und einer dicken Kopf-Bandage. „Das tut mir unfassbar leid. Das habe ich erst einmal gar nicht so wahrgenommen. Ich habe im Spiel gar nicht wahrgenommen, dass ich ihn da so reingeschoben habe“, sagte El Mala später. Die Spieler waren laut Schalke-Vertreter in der Kabine wieder ansprechbar und wurden schließlich nach Gelsenkirchen zu weiteren Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht.
Von den Rängen gab es für die beiden verletzten Gäste Applaus. Eine Reaktion, die auch bei Schalke-Trainer Miron Muslic Eindruck hinterlassen hatte. Der 44-Jährige begann die Pressekonferenz nach dem Spiel mit Genesungswünschen an seine beiden Spieler und richtete anschließend einen ausdrücklichen Dank an die Kölner Zuschauer. „Bei aller sportlichen Rivalität, wie das Kölner Publikum reagiert hat: Respekt zollen mit diesem Applaus, zeugt von Größe“, sagte der Trainer der Königsblauen. Für den Schalker Trainer war der doppelte Ausfall auch sportlich ein schwerer Rückschlag. „Ich hoffe, den beiden geht es gut. Nachdem sie behandelt wurden habe ich mich auch direkt entschuldigt, dass ich das nicht so wollte“, sagte El Mala.
Diskussionen um Kölner Youngster
Diskussionen gab es dort aber dennoch, vor allem von Fußballfans, die dem Kölner Absicht unterstellten. Tatsächlich kann man den Schubser gegen El-Faouzi als Foulspiel bewerten – zumindest sind schon ähnliche Aktionen abgepfiffen und geahndet worden. Allerdings eben auch nicht, weil ähnliche „Vergehen“ in einem Spiel nicht selten vorkommen. Die Forderungen nach einer Roten Karte oder nachträglichen Sperre erscheinen absurd. El Mala hat sich mittlerweile auch in den Sozialen Medien für die Aktion entschuldigt.
Von einem sportlich eher enttäuschenden Nachmittag blieb neben dem torlosen Remis vor allem aber die bemerkenswerte Geste in Erinnerung: Die Kölner Ärzte halfen bei der Versorgung der verletzten Gegner, die Zuschauer verabschiedeten sie mit Applaus. Und Schalkes Trainer fand dafür nach dem Abpfiff die passenden Worte.
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