Mikey Moore gegen die Schalker Defensive
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Negativrekord vermieden, aber dafür offensiv zu harmlos: Dem 1. FC Köln fehlt gegen Schalke erneut die Durchschlagskraft

Gegen Schalke hielt der 1. FC Köln das erste Mal nach 20 Bundesligaspielen wieder die Null. Damit vermied die Mannschaft einen Negativrekord, ließ aber gleichzeitig in der Offensive die zündenden Ideen vermissen. Denn wirklich klare Chancen für die Geißböcke waren zum wiederholten Male Mangelware.

Ein Punkt gewonnen oder zwei Punkte verloren? Nach dem 0:0 gegen Schalke 04 überwog beim 1. FC Köln die Enttäuschung. Zwar konnten die Geißböcke endlich ihre lange Gegentorserie beenden, doch im Angriff offenbarte die Mannschaft erneut bekannte Schwächen. Die Erklärungen der Spieler zeigen, wo das Problem liegt – und warum es sich so schwer beheben lässt.

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Es ist eine Logik, die nicht von der Hand zu weisen ist: „Ich denke, dass die Mannschaft wie in Frankfurt alles gegeben hat. Da haben wir verloren, jetzt ist es besser, einen Punkt geholt zu haben.“ Dieses Fazit zog Borna Sosa nach dem Kölner 0:0 gegen Schalke 04 am Samstagnachmittag. Und hatte dabei auch ein paar lobende Worte: „Ich glaube, dass wir sehr gut verteidigt haben.“ Mit beiden Aussagen hatte der Linksverteidiger grundsätzlich Recht. Denn gegen S04 schafften es die Geißböcke das erste Mal seit 20 Bundesligaspielen, die Null zu halten. Immer wieder war noch ein Kölner Verteidiger oder Keeper Marvin Schwäbe dazwischen, die Defensive blieb bis zum Schluss konzentriert. Und hatte in den entscheidenden Momenten das nötige Glück. Wie etwa, als Tom Krauß nach sechs Minuten bei einer Klärung Soufiane El-Faouzi anschoss, der Ball aber knapp vorbei ging. So vermied der FC gleichzeitig die Einstellung des vereinseigenen Negativrekords von 21 Bundesligaspielen in Folge mit mindestens einem Gegentor. Definitiv ein positiver Aspekt, wie auch Sosa meint.

14 Abschlüsse, aber erneut zu wenig Torgefahr

Die andere Seite der Medaille ignorieren konnte aber natürlich auch der Linksverteidiger nicht. Denn nicht nur hinten, sondern auch vorne stand beim FC wie schon in der vergangenen Woche gegen Frankfurt die Null. Dabei fehlte den Geißböcken in der Offensive die Durchschlagskraft, wie auch Trainer René Wagner bemerkte: „Wir haben im letzten Drittel nicht die Gefahr ausgestrahlt, die wir haben wollten.“ Insgesamt kam der FC zwar auf 14 Abschlüsse, hatte dabei aber nur einen xGoals-Wert von 1,22. Damit wiederholte sich das Muster, dass sich die Domstädter wie schon in den Vorwochen zu wenig Großchancen erspielen. Es gab zwar immer wieder Versuche aus der Entfernung oder aus spitzem Winkel wie zum Beispiel von Said El Mala (16., 18., 31., 51.), Isak Johannesson (18.) oder Marius Bülter (65.). In wirklich gefährlichen Zonen kamen die Geißböcke aber nur selten zum Abschluss.

Und ließen wenn dann die Genauigkeit vermissen. Zum Beispiel in Person von Luca Waldschmidt, der eine Viertelstunde vor Schluss den Abpraller nach Bülters Eins-gegen-Eins mit Loris Karius zwar am Keeper, aber nicht an der Schalker Defensive vorbeibrachte. Oder kurz vor der Pause, als Linton Maina den Ball schlecht auf El Mala zurücklegte. „Linton wollte den gar nicht so spielen. Er hat sich in der Kabine darüber aufgeregt, dass der Pass unsauber gewesen ist. Ich habe den Ball eigentlich auf den Fuß kommen sehen und ihn dann aber mit dem Knie über das Tor gehauen“, erklärte der 20-Jährige die Szene.

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Dem FC fehlen Dallinga und Ache – aber nicht nur die beiden

Dafür, warum der FC diese klaren Möglichkeiten nur so selten kreieren kann, haben die Spieler unterschiedliche Erklärungen. „Es gibt schon Möglichkeiten, Chancen besser auszuspielen. Vielleicht müssen wir im letzten Drittel ein wenig ruhiger bleiben. Wir haben so viel Qualität. Dann werden wir mehr Chancen haben. Auch, wenn wir die Box besetzen, weil die Flanken immer gefährlich sind“ erklärte etwa Sosa. Dabei zeigt sich aber ein grundlegendes Problem des FC: Durch die Verletzungen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache haben die Geißböcke zwei wichtige Abnehmer für diese gefährlichen Flanken von vor allem Sosa verloren. Und diese Lücke bekommt das Team nicht kompensiert.

Denn mit anderen Wegen zum Tor tun sich die Kölner schwer. „Wir haben viel zu langsam gespielt und uns nicht die riesigen Torchancen herausgespielt. Es war alles zu träge. Wir hätten viel schneller spielen und den Ball schneller in die Box bringen müssen“, bemängelte Bülter. Und traf damit einen richtigen Punkt. Denn zu oft hatten es die Kölner dem Gegner zu einfach gemacht, in der Defensive zu verschieben, da es kaum Tiefe oder Tempoverschärfungen im FC-Spiel gab. So entstanden die beiden zuvor beschriebenen großen Möglichkeiten durch einen Lauf in die Tiefe von Bülter, den Johannesson schön mit einem langen Pass in Szene setzte, und einem hohen Ballgewinn. Wenn der FC geordnet aufbaute, kam sonst meistens wenig Gefährliches dabei heraus.

El Mala über seine Auswechslung: „Abgesprochen war das nicht“

Daher war es auch durchaus überraschend, dass Wagner mit Moore und El Mala genau die beiden Spieler auswechselte, die mit ihren Dribblings mal für Unordnung beim Gegner sorgen können. „Abgesprochen war die Auswechslung nicht. Mir ging es noch gut. Wenn der Trainer sagt raus, dann heißt es raus. Da gibt es nichts zu diskutieren“, so El Mala. Für Diskussionen sorgten diese Wechsel aber bei den Fans. So gab es etwa bei Moores-Auswechslung einige Pfiffe. Und auch nach Abpfiff waren angesichts der chancenarmen Begegnung Unmutsbekundungen von den Rängen zu vernehmen. „Natürlich sind die Fans enttäuscht, dass wir die Punkte nicht geholt haben. Auf der anderen Seite haben wir alles gegeben“, meinte Sosa zu den Pfiffen.

Und auch Bülter zeigte zwar Verständnis, verteidigte aber auch wie Sosa das Team. „Köln ist emotional. Das kann man schon verstehen. In dem Moment fühlen wir es ja auch so. Wir sind weiterhin zuhause ungeschlagen, aber ich bin der Meinung, dass da auch Gegner dabei waren, gegen die wir zuhause auch punkten mussten. Acht Punkte sind okay, es hätten aber ein paar mehr sein können“, so der Angreifer. Damit es in Zukunft dann wirklich mehr Zähler und weniger Pfiffe werden, müssen Wagner und sein Team aber in die Offensive gehen. Und das wird direkt in den nächsten beiden Partien wieder besonders schwierig. Denn da wartet auf den FC in Pokal und Liga mit Union Berlin die nächste defensivstarke Mannschaft, gegen die Kölner deutlich mehr Durchschlagskraft brauchen werden. Denn ansonsten bleibt die Null in der Offensive weiter stehen.

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