Said El Mala bei einer seiner typischen Offensivaktionen gegen Schalke
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Said El Mala sieht ein gutes Spiel – die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Wie gut war der Youngster wirklich?

Said El Mala war mit seinem Auftritt gegen Schalke zufrieden. Tatsächlich sorgte der Offensivspieler des 1. FC Köln für viel Unruhe und kam fünfmal zum Abschluss. Wirklich gefährlich wurde es allerdings selten. Die Zahlen zeigen ein auffälliges Muster – und werfen die Frage auf, wie gut der 20-Jährige wirklich gespielt hat.

Fünf Abschlüsse gegen Schalke, mittlerweile 26 in der Bundesliga: Said El Mala gehört zu den abschlussfreudigsten Spielern der Liga. Doch bei seinen Versuchen bleibt die durchschnittliche Torwahrscheinlichkeit auffällig niedrig. Der Kölner Youngster sieht seinen Auftritt trotzdem positiv. Und dafür gibt es durchaus gute Gründe.

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Offenbar war es eine Frage der Perspektive. „Es war ein gutes Spiel. Ich glaube, ich habe vorne viel Stress gemacht“, erklärte Said El Mala seine eigene Leistung nach der Begegnung gegen den FC Schalke 04. Die Meinung wird den ein oder anderen FC-Fan überrascht haben, denn so wirklich gut war am Samstagnachmittag kein Offensivspieler der Geißböcke. 14 Schüsse hatten die Kölner abgegeben, aufs Tor kamen fünf. Die größte Gefahr strahlte dabei ein Versuch von Luca Waldschmidt in der Schlussphase aus, der aber im letzten Moment geblockt wurde. Der Versuch erreichte einen xGoals-Wert von 0,4 – immerhin. Tatsächlich ließ sich der Einschätzung des Kölner Youngsters einiges abgewinnen. El Mala suchte immer wieder das direkte Duell, beschäftigte seine Gegenspieler und brachte sich mehrfach selbst in Abschlusspositionen. Fünfmal versuchte es der 20-Jährige gegen die Königsblauen.

Said El Mala beim 1. FC Köln: Mehr Abschlüsse als fast alle Bundesliga-Stars

El Mala schraubte damit seine Abschlüsse in der Liga auf 26 hoch. Vor der Sonntags-Begegnung des Rekordmeisters probierten es nur Harry Kane und Michael Olise öfter – die beiden Bayern-Stars kamen zu diesem Zeitpunkt auf 28. El Mala bewegt sich in dieser Kategorie also durchaus in besonders prominenter Gesellschaft. Das ist bemerkenswert, zumal sich der Kölner viele seiner Abschlusssituationen selbst erarbeitet. Der 20-Jährige wartet nicht ausschließlich auf die entscheidenden Zuspiele seiner Mitspieler. Er sucht das Dribbling, zieht mit Tempo an seinen Gegenspielern vorbei und verschafft sich so immer wieder die Möglichkeit, selbst abzuschließen. Gerade gegen tief stehende Gegner ist das eine Qualität, die dem FC ansonsten häufig fehlt. So auch gegen Schalke, als er in der ersten Halbzeit im El-Mala-Style zwei Gegner düpierte, von außen nach innen zog und S04-Keeper Loris Karius mit einem Versuch Richtung langes Eck prüfte.

Dass El Mala gegen Schalke also Stress erzeugte, für Wirbel sorgte, ist nicht von der Hand zu weisen. „Ich habe viel gelauert, viel mit zwei Verteidigern zu kämpfen gehabt und damit der Mannschaft gut geholfen“, erklärte der Spieler. Nur lässt sich die Qualität eines Angreifers eben nicht ausschließlich an der Zahl seiner Abschlüsse, seiner Zweikämpfe oder erfolgreichen Dribblings festmachen. Es ist der rote Faden, der sich durch die Saison zieht und zu falschen Interpretationen verleitet. Die Geißböcke suchen auffallend oft den Abschluss, nur finden sie dafür beeindruckend selten das Tor, noch nicht einmal die große Torgefahr. El Mala setzte beispielsweise vier seiner fünf Schüsse neben oder über das Tor. Die höchste Wahrscheinlichkeit für einen Treffer erreichte er mit 15 Prozent. Insgesamt lag El Malas xGoals-Wert bei jenen 0,4, die Waldschmidt mit einem Abschluss erreichte.

Said El Mala: Warum fünf Abschlüsse gegen Schalke kaum Torgefahr brachten

Die durchschnittliche Torwahrscheinlichkeit des 20-Jährigen lag gerade einmal bei acht Prozent pro Abschluss. Und damit setzte sich ein Muster fort, das sich bereits in den vergangenen Begegnungen abgezeichnet hatte. Schon vor dem Schalke-Spiel lag El Malas durchschnittlicher xGoals-Wert pro Schuss bei rund 0,08. Daran hat sich trotz fünf weiterer Versuche nichts geändert. Der Kölner sucht außergewöhnlich häufig den Abschluss, kommt dabei aber vergleichsweise selten in Positionen, aus denen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Treffer entsteht. Besonders ärgerlich war eine Szene kurz vor der Halbzeit. Nach einem Zuspiel von Linton Maina kam El Mala im Strafraum zum Abschluss, beförderte den Ball allerdings mit dem Knie über das Tor. „Ich habe den Ball eigentlich auf den Fuß kommen sehen und ihn dann aber mit dem Knie über das Tor gehauen. Den mit dem Knie zu nehmen war wahrscheinlich sogar noch ganz gut“, so El Mala.

Es war eine der Situationen, in denen für den FC durchaus mehr möglich gewesen wäre. Gleichzeitig zeigte sie, dass die fehlende Präzision nicht zwangsläufig allein dem abschließenden Spieler anzulasten ist. Und genau darin liegt das Dilemma bei der Bewertung von El Malas Leistung. Wer von ihm erwartet, dass er Gegenspieler bindet, mit seinen Dribblings für Unruhe sorgt und selbst Abschlüsse kreiert, dürfte mit seinem Auftritt gegen Schalke durchaus zufrieden gewesen sein. Wer dagegen die tatsächliche Torgefahr und den Ertrag seiner Aktionen zum Maßstab nimmt, wird zu einer kritischeren Einschätzung kommen. Beide Perspektiven haben ihre Berechtigung. Denn El Mala bringt mit seinen individuellen Fähigkeiten etwas ins Kölner Spiel, das gerade gegen kompakte Defensivreihen dringend benötigt wird. Doch bislang gelingt es ihm nur selten, aus diesen Aktionen auch wirklich hochwertige Torchancen entstehen zu lassen.

Vielleicht spielte El Mala auch deswegen länger als Mikey Moore, der ebenfalls nicht seinen besten Tag erwischte und nach einer guten Stunde vom Feld musste. Der deutsche Nationalspieler ging eine Viertelstunde später vom Platz. „Abgesprochen war die Auswechslung nicht. Mir ging es noch gut. Wenn der Trainer sagt raus, dann heißt es raus. Da gibt es nichts zu diskutieren“, erklärte El Mala nach dem Spiel. Offene Kritik an René Wagner war das nicht. Dass der 20-Jährige gerne noch länger auf dem Platz gestanden hätte, wurde allerdings deutlich. Gerade in der Schlussphase hätte El Mala mit einer seiner Einzelaktionen möglicherweise noch den Unterschied machen können. Ob ihm das gelungen wäre, bleibt natürlich Spekulation.

Fest steht dagegen, dass der Youngster gegen Schalke einmal mehr zu den aktivsten Kölner Offensivspielern gehörte, ohne dabei die erhoffte Durchschlagskraft zu entwickeln. Seine positive Selbsteinschätzung ist deshalb ebenso nachvollziehbar wie die Kritik an der fehlenden Torgefahr.

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