1. FC Köln feiert Kantersieg: Ein Spiel der zwei Halbzeiten beim 8:0 gegen Bergisch Gladbach

Jubel bei den Kölnern nach der frühen Führung
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1. FC Köln feiert Kantersieg: Ein Spiel der zwei Halbzeiten beim 8:0 gegen Bergisch Gladbach

Der 1. FC Köln tut sich im ersten Abschnitt schwer, bringt nach dem Seitenwechsel aber seine Qualität auf den Rasen. Am Ende gewinnen die Kölner souverän. Der 1. FC Köln gewinnt gegen Bergisch Gladbach 8:0. Dabei kehrten Ragnar Ache sowie Rav van den Berg auf den Platz zurück und Neuzugang Luka Lochoshvili gelang bei seinem Debut ein Einstandstor.

Am Donnerstagnachmittag stand der inzwischen fast schon routinemäßige Test gegen Bergisch Gladbach auf dem Programm. Der Regionalligist präsentierte sich im ersten Durchgang wehrhaft, wurde im Laufe der Partie dann aber doch eingeordnet. „Für uns geht es darum, unsere Qualitäten auf dem Platz zu zeigen und auch die bessere Mentalität zu haben“, beteuerte René Wagner vor dem Duell. Das gelang vor allem in einer starken zweiten Halbzeit. Am Ende siegte der 1. FC Köln in der BELKAW-Arena mit 8:0.

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Mit einer guten Nachricht ging es für den FC in die Partie gegen Bergisch Gladbach. Ragnar Ache gab nach überstandener Verletzung sein Startelf-Comeback. Des Weiteren wirbelten in der Offensive Said El Mala und Luca Waldschmidt, welcher an seinen überzeugenden Auftritt gegen Rheinsüd anknüpfen wollte. Angeführt wurde die Mannschaft vom etatmäßigen Captain Marvin Schwäbe. Und der FC legte ohne Umschweife los. In der zweiten Spielminute klingelte es direkt zum ersten Mal. Nach einer explosiven Tempoverschärfung von Said El Mala flankte dieser gefühlvoll auf den Kopf von Luca Waldschmidt, der sich aus fünf Metern nicht zweimal bitten ließ und zum 1:0 einköpfte.

Zähe Halbzeit mit wenig Torgefahr

 Auf Seiten der Geißböcke fiel zu Beginn vor allem die Positionsfreiheit von Jan Thielmann auf, der sich immer wieder zentral anspielbar machte, wodurch Sebastian Sebulonsen über die Außen sehr weit aufrücken konnte. Dieses Stilmittel konnten die Kölner allerdings kaum nutzen. Generell tat man sich im Aufbauspiel überraschend schwer. Fehlpässe und Ungenauigkeiten resultierten mehrmals in guten Kontersituationen für die Heimmannschaft aus Bergisch Gladbach, welche daraus jedoch kein Kapital schlagen konnte. Zur Halbe-Stunden-Marke durfte Ragnar Ache Feierabend machen. Aufgrund der langen Verletzungspause wollte René Wagner kein Risiko bezüglich des 27-Jährigen eingehen und brachte stattdessen Rookie Maik Afri-Akumu. Nachdem lange kaum etwas Erwähnenswertes passierte, erhöhte der FC in der 37. Spielminute auf 2:0. Luca Waldschmidt erhielt einen Ball in die Tiefe und revanchierte sich beim mitgelaufenen Said El Mala. Der hatte aus zentraler Position im Sechzehner keine Schwierigkeiten und schob das Spielgerät souverän ein. Nun wurden die Geißböcke aktiver. Nur wenige Minuten später traf El Mala nach einem herrlichen Schlenzer die Latte. Jahmai Simpson-Pusey entdeckte indes seinen inneren Messi. Filigran tanzte der Innenverteidiger im Strafraum mehrere Gegenspieler aus, versäumte es dann aber, sich zu belohnen. Seinen überhasteten Abschluss parierte Keeper Robin Schulze ohne Probleme. Mit einer zwei-Tore-Führung ging es im Anschluss wie schon im Spiel gegen Rheinsüd in die Kabine.

FC wie ausgewechselt im zweiten Durchgang

Zum zweiten Abschnitt wurde wieder ordentlich durchgewechselt. In der Innenverteidigung gab Rav van den Berg sein Comeback, zudem kam Neuzugang Luka Lochoshvili zu seinem Debut. Die Rotationen zeigten sofort Wirkung, denn der FC wirkte buchstäblich wie ausgewechselt. Es dauerte keine Minute, bis der eingewechselte Youssoupha Niang im Alleingang an der Defensivabteilung des Regionalligisten vorbeimarschierte und die Anzeigetafel auf 3:0 stellte. Nach 52 Minuten zeigte der Georgier Lochoshvili prompt seine Gefahr bei Standards und köpfte einen von Alessio Castro-Montes getretenen Eckball zum 4:0 ein. Nun ging es Schlag auf Schlag. Zwei Minuten später konnte Marius Bülter seine gute Form bestätigen und nach Vorlage von Jonathan Friemel trocken zum 5:0 vollenden. Eine feine Kombination beförderte den Ball in Minute 58 in den Rückraum zu Castro-Montes, der für David Fürst zum 6:0 ablegte. In der Folge schaltete der FC einen Gang zurück, dominierte aber weiterhin die Partie. In der 70. Minute war es dann erneut Youssoupha Niang, der einen Fehler des Torhüters ausnutzte und auf 7:0 erhöhte. Patrik Kristal erkämpfte sich in der 80. Spielminute den Ball im gegnerischen Strafraum und legte quer auf Maik Afri-Akumu. Dieser belohnte sich für eine fleißige Leistung mit dem Treffer zum 8:0.

Am Ende steht ein Auftritt der zwei Halbzeiten. Vielleicht lag es an den schweren Beinen aus den intensiven Trainingstagen, dass der FC in Halbzeit eins kaum ins Spiel fand. Vielleicht lag es aber auch daran, dass die Kräfte beim Regionalligisten im Laufe des Spiels sichtlich nachgelassen haben. So oder so kann René Wagner vor allem mit der zweiten Halbzeit zufrieden sein. Nun geht es für den 1. FC Köln ins Trainingslager nach Kitzbühel.

HZ1 – 1. FC Köln: Schwäbe – Sebulonsen, Schmied, Simpson-Pusey, Friemel – Irmiev, Johannesson – Thielmann, Waldschmidt, El Mala – Ache
HZ2 – 1. FC Köln: Zieler – Friemel, Lochoshvili, van den Berg, Fürst –  Krauß, Kristal – Afri Akumu, Castro Montes – Niang, Bülter
Tore: 1:0 Waldschmidt (2.), 2:0 El Mala (39.), 3:0, 7:0 Niang (46., 71.), 4:0 Lochoshvili (53.), 5:0 Bülter (55.), 6:0 Fürst (60.), 8:0 Afri Akumu (81.)


Trotz überzeugendem Auftritt im Testspiel: Warum es Luca Waldschmidt trotzdem weiter schwer haben wird

Luca Waldschmidt im Kölner Stadion
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Trotz überzeugendem Auftritt im Testspiel: Warum es Luca Waldschmidt trotzdem weiter schwer haben wird

Das erste Testspiel der noch jungen Saison gegen den FC Rheinsüd konnte mit dem Endstand von 5:0 erfolgreich bestritten werden. Dabei stach in der ersten Halbzeit vor allem Luca Waldschmidt heraus. Der 30-jährige erzielte ein Tor selbst und bereitete ein weiteres vor. Ein vielversprechender Start: Doch Luca Waldschmidt wird es beim 1. FC Köln wohl weiterhin schwer haben.

Im Testspiel gegen Rheinsüd Köln wurde am vergangenen Wochenende erneut die Qualität von Luca Waldschmidt sichtbar – wenn auch zugegebenermaßen nur gegen einen Bezirksligisten. Doch die Kontinuität der Leistungen schwankte in der Vergangenheit zu häufig. Kann Waldschmidt in der kommenden Saison zur stetigen Komponente werden? Die Konkurrenz ist jedenfalls groß.

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Es ist kein Geheimnis, dass Luca Waldschmidt mit dem Ball am Fuß umgehen kann. Im Testspiel gegen den FC Rheinsüd hob er sich als einer der wenigen klar vom Rest ab. Dabei tauchte der ehemalige Nationalspieler flexibel im letzten Drittel auf, suchte seine Mitspieler und wurde gefunden. Eine Leistung, die Hoffnung macht, auch wenn der Gegner lediglich in der Bezirksliga spielt. Doch Hoffnung ist eine bekannte Empfindung bei der Personalie Luca Waldschmidt. Das Talent ist offensichtlich und auch der Scoring-Output stimmt meistens. In der abgelaufenen Bundesliga-Saison konnte der 30-Jährige fünf Tore sowie vier Vorlagen verbuchen. Setzt man das in Relation zu seinen 666 Einsatzminuten, erhält man im Schnitt alle 74 Spielminuten eine Torbeteiligung – Ein überragender Wert. Was wirklich fehlt, ist die Konstanz. Der Entwicklungsschritt vom ewigen Joker zum verlässlichen Stammspieler.

Der ewige Joker

Als solcher konnte er sich in seiner bisherigen Karriere nie so richtig etablieren. Selbst in seiner persönlich erfolgreichsten Zeit beim SC Freiburg stand er in zwei Spielzeiten nur 14 beziehungsweise 16 Mal in der Startelf. Dennoch gelangen Waldschmidt bei den Breisgauern in der ersten Saison zwölf Scorer. In seiner zweiten Spielzeit folgten sieben Treffer und drei Vorlagen. Genug für den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon, denen die Dienste des Offensiv-Allrounders im Sommer 20/21 fünfzehn Millionen Euro wert waren. Der Linksfuß erwischte einen guten Start im neuen Land. In den ersten 13 Ligaspielen überzeugte er mit sechs Toren und zwei Vorlagen. Es sollte das letzte Mal sein, dass er sich in einer Startelf festspielen konnte.

Eine Corona-Erkrankung beendete diese Phase dann auch schneller als sie gekommen war. Der Rest der Saison verlief schwierig. Nach nur einem Jahr trat er den Wechsel zurück nach Deutschland an, zum VFL Wolfsburg. Zusammengefasst: Ein einziges Desaster. In zwei Spielzeiten stand Waldschmidt nur 13 Mal in der Startelf. Schlussendlich folgte der Transfer in seine Heimat Nordrhein-Westfalen. Der gebührtige Siegener geht nun in die vierte Saison beim 1. FC Köln. Auch hier blickt er bisher auf ein Dasein als Edeljoker zurück, obwohl die Scorer-Ausbeute erneut ansehnlich ist. Bei so viel Talent und dieser Torausbeute stellt sich zwangsläufig die Frage: Warum klappt es nicht als Stammspieler?

Die Flexibilität als Stolperstein

Ob aus dem Zentrum oder über Außen, als alleiniger Stürmer oder als hängende Spitze in einem Doppelsturm – Luca Waldschmidt kann in der Offensive jede Position bekleiden. Im Testspiel gegen den FC Rheinsüd wurde diese Flexibilität erneut sichtbar. Und genau da liegt auch das Problem: In seiner gesamten Karriere ist es Waldschmidt nicht gelungen, sich langfristig auf einer Position festzuspielen. Das Selbstverständnis, das man über das konstante Bekleiden einer Position erlangt, fehlt komplett. Zu viel wurde der Linksfuß in seiner Laufbahn rumgeschoben.

Es ist ein Paradoxon: Die Stärke der Flexibilität ist seine größte Schwäche. Um Waldschmidt nachhaltig zu etablieren, müsste man ihm die größtmöglichen Freiheiten im Angriff gewähren. Man müsste die Offensive um ihn herum aufbauen. In einem enger geschnürten taktischen Korsett scheint wenig Platz für einen Spieler dieses Schlags. Das kann nur funktionieren, wenn dieser Spieler der größte Unterschiedsspieler im Team ist. Und da muss sich Waldschmidt wohl oder übel hinter anderen Akteuren bei den Geißböcken einsortieren.

Die Konkurrenzsituation beim FC

Beim Wort Unterschiedsspieler denkt man beim FC unweigerlich an einen Namen: Said El Mala. Sollte der 19-jährige den Kölnern tatsächlich für eine weitere Saison erhalten bleiben, so beansprucht er zwangsläufig sämtliche der limitierten taktischen Freiheiten für sich. Dieselben Freiheiten, die Waldschmidt guttun würden. Zudem ist El Mala nicht der einzige mit Anspruch auf Spielzeit in der Offensive. Ragnar Ache ist, wenn fit, gesetzt im Sturmzentrum. Des Weiteren konnte Marius Bülter in der vergangenen Saison für wichtige Momente sorgen. Auch er erwischte mit einem Doppelpack einen guten Einstieg gegen Rheinsüd. Reigan Heskey wird ebenfalls mit Ansprüchen in die Domstadt gereist sein, ebenso wie der erwartete Neuzugang Okon-Engstler. Nicht zu vergessen sind natürlich die Routiniers Jan Thielmann und Linton Maina sowie die ambitionierten Young Goats Fynn Schenten und Youssoupha Niang.

Bei diesem Konkurrenzkampf wird es für Waldschmidt äußerst schwer werden, auf seine Spielzeit zu kommen. Erst recht mit dem Anspruch auf die Startelf. Wobei, eine Chance gibt es: Wenn Waldschmidt endlich der Unterschiedsspieler wird, den er immer mal wieder aufblitzen lässt.


Darum hat Jusuf Gazibegovic keine Zukunft mehr beim 1. FC Köln

Jusuf Gazibegovic will es noch einmal wissen
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Darum hat Jusuf Gazibegovic keine Zukunft mehr beim 1. FC Köln

Der Leihrückkehrer wird in der kommenden Saison nicht mehr für die Kölner auflaufen, das bestätigte Kessler beim Trainingsauftakt am Montag beim 1. FC Köln. Doch warum bekommt Jusuf Gazibegovic keine weitere Chance sich zu zeigen? 

Die Erwartungen waren hoch, als der 1. FC Köln im Januar 2025 den ersten Transfer nach der Transfersperre eintütete. Für zwei Millionen Euro sicherte man sich die Dienste von Jusuf Gazibegovic. Das Profil wirkte vielversprechend: Ein ehrgeiziger und offensivstarker Rechtsverteidiger, der bei den Österreichern bereits internationale Erfahrung in der Champions League sammeln konnte. 

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So richtig rund laufen wollte es in der Domstadt nicht. Auch aufgrund von Verletzungen verpasste der Bosnier zahlreiche Spiele. Nach dem Aufstieg konnte Jusuf Gazibegovic unter Neutrainer Lukas Kwasniok überhaupt nicht mehr Fuß fassen. Folgerichtig entschied man sich für die Leihe zurück zu seinem Herzensverein Sturm Graz. In vertrauter Umgebung konnte er augenblicklich wieder an seine alten Leistungen anschließen, wurde direkt wieder Stammspieler. Schlussendlich scheiterte der 26-Jährige in Österreich sogar nur knapp an der Meisterschaft. Es folgte der erneute emotionale Abschied an die Fans und eine Ansage in Richtung Deutschland: „Ich will in Köln auf jeden Fall noch einmal zeigen, was ich kann“, verkündete der 23-fache bosnische Nationalspieler noch Ende Mai. „Das Kapitel ist für mich noch nicht geschlossen.“

Der erste Profivertrag für Young Goat David Fürst

Geschlossen hat das Kapitel hingegen Thomas Kessler. „Wir haben zu Gazi gesagt, dass er in unseren Planungen keine Rolle spielen wird für diese Saison. Und dann hat sich Gazi auch dazu entschieden, die Gespräche, die er jetzt schon geführt hat, nochmal intensiver zu gestalten.“ Wohin es Gazibegovic letztlich ziehen wird, ist noch unklar. Eine erneute Rückkehr schließt der Bosnier allerdings nicht aus: „Für Graz bin ich immer offen.“ Dennoch stellt sich ihm sicherlich die Frage, warum der 26-Jährige in Köln eben keine Chance mehr bekommen hat. Dabei liegt die Antwort eigentlich auf der Hand. So verfügt der FC bereits über zwei Spieler, die für diese Position in Frage kommen. Zum einen Alessio Castro-Montes.

Offensive Brillianz und defensive Zuverlässigkeit

Stand der Belgier in der vergangenen Saison auf dem Platz, so ließ er kaum Zweifel an seiner Qualität übrig. Wenn da nur diese Marginalität der Verfügbarkeit nicht wäre. In der abgelaufenen Spielzeit kam der 29-Jährige nur in 14 Bundesliga-Spielen zum Einsatz. In diesen lieferte er allerdings ein Tor sowie drei Vorlagen, zudem versprühte er Leichtigkeit, Eleganz und Raffinesse. Durch seine Stärken im Passspiel und Eins-gegen-Eins ist ein fitter Alessio Castro-Montes zweifelsohne eine Bereicherung im Spiel mit dem Ball. Defensiv bleiben jedoch Stand jetzt noch einige Zweifel.

Während Castro-Montes lediglich 940 Minuten auf dem Rasen verbrachte, sorgte ein Anderer für die Zuverlässigkeit auf der rechten Abwehrseite. Sebastian Sebulonsen verpasste lediglich drei Spiele, eines davon aufgrund einer Gelbsperre. Der 26-Jährige ist im Kader des FC eindeutig für die defensive Stabilität zuständig. Offensiv wollte es in der abgelaufenen Spielzeit aber nicht so ganz laufen. Am Ende der Saison konnte der Norweger keine einzige Torbeteiligung vorweisen. Das ist allerdings auch nicht weiter tragisch, solange er den Laden hinten dichthält. Ein großer Wert liegt unbestreitbar in der Verfügbarkeit. Auf ihn wird sich auch Trainer René Wagner in der kommenden Spielzeit verlassen können. Mit einer Körpergröße von 1,87 Metern verfügt Sebulonsen des Weiteren über ein ähnliches Spielerprofil wie David Fürst. 

Erst kürzlich verkündeten die Geißböcke stolz eine Vertragsverlängerung: Fürst erhielt seinen ersten Profivertrag. Durch die Verlängerung machte man unter anderem Juventus Turin einen Strich durch die Rechnung, die den 19-jährigen gerne nach Italien gelotst hätten. Bei den Kölnern darf sich der Rechtsverteidiger nun in der Vorbereitung beweisen, eingeplant ist er jedoch zunächst für die U21. Besonders überzeugen konnte Fürst in der abgelaufenen Youth League-Saison, die Partie gegen Inter Mailand offenbarte seine ganze Klasse. Mit einer Größe von 1,85 Metern verfügt er über ein attraktives, athletisches Profil, das gerade viele europäische Topvereine vermehrt suchen. „Mit seinem Profil kann er es weit bringen. Wir werden ihn auf diesem Weg begleiten“, verkündete Lukas Berg, technischer Direktor beim FC im Anschluss an die Verlängerung. Ob ihn dieser Weg noch in dieser Saison in die Stadien der Bundesliga führen kann, hängt stark mit den Leistungen und der Verfügbarkeit zweier weiterer Spieler zusammen.

So oder so: Auf der rechten Seite scheint der FC gut aufgestellt zu sein. Platz für Gazibegovic war da nicht mehr.


Ungefährdeter, aber unspektakulärer 5:0-Sieg im ersten Test des 1. FC Köln

Jubel nach dem Treffer von Marius Bülter
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Ungefährdeter, aber unspektakulärer 5:0-Sieg im ersten Test des 1. FC Köln

Der FC ist seiner Favoritenrolle im ersten Vorbereitungsspiel gerecht geworden, ohne allerdings das ganz große Spektakel abzureißen. Der 1. FC Köln bezwingt Rheinsüd Köln 5:0. Dabei dämpft ein kurzfristiger Ausfall die Stimmung: Neuzugang Luka Lochoshvili verletzt sich beim Aufwärmen und kann nicht mitwirken.

Zum Ende der ersten Vorbereitungswoche wartete mit dem FC Rheinsüd die erste kleinere Bewährungsprobe auf die Kölner. Dabei konnte der Bezirksligist dem Bundesligist allerdings nur wenig abverlangen. „Es wird kein Duell der Qualität, aber ein Duell der Haltung sein“, betonte René Wagner vor der Partie. Er sollte recht behalten. Mit einer überzeugenden Haltung und wenig Glanz gewann der FC 5:0 vor 3641 Zuschauern im Kölner Südstadion.

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Der erste Schreck der noch jungen Saison kam für den FC bereits vor dem Anpfiff. Neuzugang Luka Lochoshvili verletzte sich beim Aufwärmen. Für den Georgier rückte Yannick Mausehund in die Startelf. Ansonsten erwartete den FC Rheinsüd ein echtes Star-Essemble rund um Shootingstar Said El Mala. Angeführt wurde die Mannschaft von Alessio Castro-Montes, der auf der rechten Defensivseite begann. Von Anpfiff an ließen die Geißböcke keine Zweifel an der Haltung aufkommen. Der FC presste von Beginn an hoch und sorgte so für frühe Ballgewinne. Allerdings scheiterten Luca Waldschmidt und Jan Thielmann in der Anfangsphase noch am stark parierenden Christopher Ebeling, Said El Mala traf nur den Querbalken.

Wenig Glanz, aber ein starker Luka Waldschmidt

Nach einer knappen Viertelstunde zappelte der Ball dann aber doch im Netz. Tom Krauß bediente Luca Waldschmidt mit einem feinen Steckpass, der diesmal eiskalt blieb und zum 1:0 einschob. Etwas später war es ebenfalls Waldschmidt, der mit einer präzisen Flanke den Kopf von Youssoupha Niang fand, welcher zum 2:0 einköpfte. In der Folge flachte die Partie zunehmend ab, im letzten Drittel fehlten die kreativen Momente. Das lag auch daran, dass Said El Mala einen eher glücklosen Tag hatte. Der 19-jährige blieb oft im eins-gegen-eins hängen, war ungenau in den Doppelpässen und auch seinen Abschlüssen fehlte die gewohnte Präzision. Offensive Gefahr im ersten Durchgang kam, wenn überhaupt, nur über Luca Waldschmidt auf.

Der ehemalige Nationalspieler tauchte variabel vor den gegnerischen Reihen auf, verteilte Bälle und suchte selbst die Abschlüsse. Die Angriffsbemühungen des FC Rheinsüd konnte man dahingehend an einer Hand abzählen. Wenn sich der Bezirksligist dann mal in einer vielversprechenden Kontersituation befand, fehlten das nötige Tempo und die Präzision. So ging es mit einer ungefährdeten zwei-Tore-Führung für den 1.FC Köln in die Halbzeit. In dieser verteilte Neuzugang Reigan Heskey Autogramme auf der Tribüne und sorgte für das ein oder andere glückliche Kölner Fanherz.

Doppelschlag und Elfmeter besiegeln die Partie

Zu Beginn der zweiten Hälfte tauschte der FC einmal das komplette Aufgebot. Zunächst schien der zweite Anzug noch nicht ganz zu sitzen. Die Geißböcke hatten erneut Schwierigkeiten, zu echten Torchancen zu gelangen, bis Marius Bülter eine präzise Hereingabe von Sebastian Sebulonsen zum 3:0 verwertete. Nur eine Zeigerumdrehung später konnte sich El Mala auf der Torschützenliste eintragen. Allerdings war es der ebenfalls zur Pause eingewechselte Malek el Mala, der sich nach Zuspiel von Jóhannesson robust im Strafraum durchsetzen konnte und den Ball zum 4:0 verwandelte. Nach diesem Doppelschlag kam etwas mehr Schwung in die Partie. In Minute 68 zeigte Schiedsrichter Nils Leichert nach einem klaren Foul an Linton Maina auf den Punkt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Marius Bülter überlegt zum 5:0 und schnürte so seinen Doppelpack. Es dauerte bis zur 73. Minute, bis der FC Rheinsüd das erste Mal gefährlich werden konnte. Der Kopfball von Eßer verfehlte den Kasten von Weltmeister Ron-Robert Zieler jedoch deutlich. Im Anschluss plätscherte die Partie so vor sich hin, beide Mannschaften wurden nicht mehr wirklich gefährlich.

Am Ende steht ein ungefährdeter 5:0-Erfolg im ersten Testspiel der noch jungen Saison. Obwohl die ganz großen Glanzmomente ausblieben, kann René Wagner mit der Haltung und defensiven Disziplin seiner Mannschaft zufrieden sein. Viele Schlüsse lässt dieser Test selbstverständlich noch nicht zu. Am kommenden Donnerstag um 18:00 Uhr testet der FC das zweite Mal. Dann geht es gegen den Regionalligisten Bergisch Gladbach.

HZ1 – 1. FC Köln: Schwäbe – Castro-Montes, Schmied, Mausehund, Friemel – Krauß – Thielmann, Waldschmidt, El Mala – Niang, Yacobi;
HZ2 – 1. FC Köln: Zieler – Sebulonsen, Mausehund, Simpson-Pusey, Fürst – Irmiev, Johannesson – Maina, Afri-Akumu – Bülter, Malek El Mala
Tore: 1:0 Waldschmidt (15.), 2:0 Niang (28.), 3:0, 5:0 Bülter (59., 70./FE), 4:0 M. El Mala (61.),


    Ein Investment in die Gegenwart: Gezielt mehr Routine für die Defensive beim 1. FC Köln

    Gideon Mensah überzeugte gegen England
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    Ein Investment in die Gegenwart: Gezielt mehr Routine für die Defensive beim 1. FC Köln

    Das Transferkarussell ist in vollem Gange und auch in der FC-Gerüchteküche herrscht emsiger Betrieb. Gerade die Defensive wird im Vergleich zur Vorsaison ordentlich umgekrempelt. Dabei fällt eines auf: Der 1. FC Köln holt sich gezielt Erfahrung an Bord.

    In der Kulinarik gibt es bekanntlich viele Dinge, die mit der Zeit immer besser werden. Doch gilt das auch für Fußballprofis? Bei den beiden bisherigen und einer bevorstehenden Neuverpflichtungen für die Defensive scheint Routine ein Faktor für den 1. FC Köln zu sein. Denn Gideon Mensah, Luka Lochoshvili und die gehandelten Sechser Ellyes Skhiri oder Edson Álvarez bringen viel Erfahrung mit.

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    Die Frage nach dem perfekten Fußballeralter ist eine viel diskutierte und jeder scheint eine andere Meinung dazu zu haben. Während Spaniens Pau Cubarsi bereits mit 17 Jahren problemlos auf höchstem europäischem Niveau mithalten konnte, schaffte Virgil Van Dijk den Sprung in die absolute Weltklasse erst einige Jahre später. Es gibt große Schwankungen und selbstverständlich immer mal wieder Ausnahmen. Die meisten können sich aber auf einen Alterskorridor von Ende 20 bis Anfang 30 einigen. In diesem Alter konnten Spieler bereits genug Erfahrung sammeln, während gleichzeitig die Athletik noch vorhanden ist. Die bisherigen Defensiv-Transfers des FC sprechen eine deutliche Sprache: Beim FC sucht man offenbar für die Hintermannschaft Routine.

    Beeindruckende Erfahrung auf dem Konto

    Gideon Mensah ist 27 Jahre alt. Der Ghanaer kommt auf mehr als 230 Pflichtspiele im Profibereich, lief bereits 44 Mal für sein Land in der A-Nationalmannschaft auf, spielte zuletzt die WM. Der Linksverteidiger ersetzt Kristoffer Lund. Der 24-Jährige wurde von den Geißböcken nicht übernommen. Auch Luka Lochoshvili sammelte deutlich mehr als 200 Pflichtspiele, das in zahlreichen Ländern Europas, spielte zudem mit Georgien die Europameisterschaft 2024, kommt auf 32 Länderspiele für sein Heimatland. „Er hat in den vergangenen Jahren auf unterschiedlichen Stationen wertvolle Erfahrungen gesammelt“, erklärte Thomas Kessler bei der Vorstellung des Spielers. Ein Textbaustein, der ähnlich auch bei der Verpflichtung von Gideon Mensah fiel. Dazu kommen die Gerüchte um Ellyes Skhiri (31 Jahre) und Edson Álvarez (28 Jahre) für die so wichtige Personalie im zentralen Mittelfeld. Die beiden Sechser werden als Nachfolger für den 24-jährigen Eric Martel gehandelt, der nun in Mainz spielt. Beide kommen auf rund 400 Pflichtspiele, dazu etliche Länderspiele.

    Weltmeisterliche Vorbilder

    Es besteht also kein Zweifel, dass der FC den jungen Spielern Jahmai Simpson-Pusey, Julian Pauli oder Rav van den Berg nun auch Routine an die Seite stellen will. Dass eine solche Struktur erfolgsversprechend sein kann, zeigt ein Blick auf die aktuell laufende Weltmeisterschaft. Kürzlich sind mit Argentinien, Spanien, England und Frankreich die letzten verbliebenen Nationen ins Halbfinale eingezogen. In den Viertelfinalspielen konnte die Defensivabteilung in Argentiniens Startelf mit 30,3 Jahren das höchste Durchschnittsalter vorweisen. Dahinter folgen Frankreich (28,3 Jahre), Spanien (27,6 Jahre) und England (26,9 Jahre). Ein Zufall? Oder doch ein Indiz für den Wert der Erfahrung im Verteidigen des eigenen Tores. Gerade auf diesem Niveau und dieser Bühne ist es von unschätzbarem Wert, druckresistente Abwehrrecken in den eigenen Reihen zu haben. Dass die Kölner diesen Weg einschlagen, ist demnach gut nachvollziehbar. Konstanz ist entscheidend. Hinten soll der Laden von den Routiniers dichtgehalten werden, vorne können die jungen Wirbelwinde für Furore sorgen.

    Die Balance zwischen Ausbildung und Erfolg im Hier und Jetzt

    Damit aus den Geißböcken keine Greisböcke werden, ist dieser Mix aus jungen, hungrigen Spielern und routinierten Veteranen entscheidend. Die Erfahrenen können so die Rookies an die Hand nehmen und Verantwortung übernehmen, während die Jungen sich im Schatten entwickeln können und die Mannschaft mit Hunger und Elan voranbringen. Das gesteigerte Interesse der Kölner an Spielern mit internationaler Erfahrung deutet darauf hin, dass der gegenwärtige Erfolg vermehrt in den Fokus gerückt wird. Einige der (potenziellen) Neuzugänge bewegen sich im vermeintlich besten Fußballeralter und müssen sich nicht erst noch dahin entwickeln. Daran muss sich der Kader in der neuen Saison selbstverständlich aber auch messen lassen. Zumal die Aussicht gering ist, mit Spielern in dieser Altersspanne nochmal einen hohen Wiederverkaufswert zu generieren.

    Gerade der FC muss die Finanzen stets im Blick behalten. Die letzten Jahre wollte such der FC zum Ausbildungsverein entwickeln. Spieler wie Jonas Urbig, Damion Downs oder Max Finkgräfe konnten gewinnbringend verkauft werden und spielten so notwendiges Geld in die klammen Kassen. Noch immer ist der Verein finanziell nicht auf Rosen gebettet. Glücklicherweise hat man mit Said El Mala noch einen riesigen uneingelösten Scheck im Kader, der den Druck dahingehend erheblich verringert. Das erleichtert die Verlagerung der Prioritäten von Ausbildung und Weiterverkauf hin zu Erfolg im Hier und Jetzt.