Strittige Szene, Elfmeter und ein Unglücksrabe: Ein bitterer Abend für den 1. FC Köln

Kristoffer Lund erlebte am Samstag nicht seinen glücklichsten Abend
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Strittige Szene, Elfmeter und ein Unglücksrabe: Ein bitterer Abend für den 1. FC Köln

An manchen Tagen verdichtet sich ein Fußballspiel in einigen wenigen Augenblicken. Bei Kristoffer Lund waren es an diesem Samstagabend zwei Momente, die am Ende sinnbildlich stehen für die 1:3-Niederlage der Geißböcke im 99. Rheinischen Derby. Der 1. FC Köln erlebt einen bitteren, unglücklichen Abend.

Lukas Kwasniok hatte vor dem Rheinischen Derby erklärt, man brauche einen kühlen Kopf um zu bestehen. Das galt nicht für alle seiner Schützling. Der 1. FC Köln erlebt einen bitteren, unglücklichen Abend

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Als in der 67. Spielminute sein Name auf der Anzeigetagel aufleuchtete und Kristoffer Lund den Rasen (endlich) verlassen konnte, dürfte sich in ihm neben Enttäuschung wohl auch ein wenig Erleichterung breit gemacht haben. Der Außenbahnspieler des 1. FC Köln hatte mit seinem unglücklichen Auftritt und zwei verursachten Elfmetern einen nicht geringen Anteil an der Derby-Niederlage der Geißböcke im Duell mit den Fohlen vom Niederrhein. Dass es zu diesem Zeitpunkt bereits 3:0 für die Gastgeber aus Mönchengladbach stand, dazu hatte der schnelle und einsatzfreudige Lund zunächst mit einem ungestümen Einsteigen im Strafraum gegen den am Samstagabend stark aufgelegten Gladbacher Franck Honorat in erheblichem Maße mit beigetragen.

Unglücksrabe Lund

Wenngleich der (nach Ansicht der TV-Bilder von Schiedsrichter Deniz Aytekin gepfiffene) Strafstoß von Stürmer Haris Tabakovic nicht verwandelt und von FC-Keeper Marvin Schwäbe zur Ecke gelenkt wurde, so war er letzten Endes doch ursprünglich für den 0:1-Rückstand durch Philipp Sander nach eben jenem Eckball. Auch beim zweiten Gegentor verhielt sich Lund unglücklich im eigenen Strafraum, bekam den Ball nach einem Tumult an den Arm und bescherte der gegnerischen Mannschaft vom Niederrhein die Steilvorlage zum zwischenzeitlichen 2:0, die Abwehrmann Kevin Diks erst mit etwas Glück nutzte, ehe Stürmer Tabakovic nur zwei Minuten später in den Kölner Schock hinein das 3:0 nachlegte.

Das Endergebnis von 1:3 aus Kölner Sicht sorgt nach dem zuletzt klaren 4:1-Erfolg über den Hamburger SV nun wieder für ein wenig Ernüchterung vor der Länderspielpause. Auch das Zustandekommen des zweiten Elfmeters sowie der Spielverlauf insgesamt sorgte bei den Kölner Beteiligten durchaus für Gesprächsstoff, wie FC-Keeper Marvin Schwäbe nach Spielschluss durchblicken ließ. „Um ehrlich zu sein, ist er in der Bewegung nach vorn, er sieht den Ball sehr spät. Wenn ich das so sehe, ärgere ich mich noch mehr darüber.“ Vor allem die Frage, ob die Aktion denn ein eindeutiger Strafstoß und somit als solcher zu ahnden sei, beschäftigte den Schlussmann. „Es ist vom Prinzip her irgendwie die Bewegung in Richtung wo der Ball liegt, wo er ist. Soll man sich die Arme abhacken? Wann ist es eine klare Fehlentscheidung und wann nicht?“

Dass Verursacher Lund das Spielgerät an den Arm bekommt, wollte er dennoch „nicht wegdiskutieren“. Dennoch müsse man laut ihm den Elfmeter „nicht geben und den Schiedsrichter dann rausschicken.“

Keine Kritik an Schiri-Gespann um Aytekin

Die Kölner hatten die Partie durchaus ordentlich begonnen und hatten zur Pause sowohl mehr Ballbesitz als auch mit über 90 Prozent eine sehr gute Passquote. Dass am Ende der Schiedsrichter zum Leidwesen von Lund eine ungewollte Hauptrolle an diesem Abend einnahm, bestätigte indirekt auch FC-Sportdirektor Thomas Kessler. Große Kritik an der Leistung des Unparteiischen gab es seinerseits jedoch nicht, im Gegenteil. „Ich glaube, das es auch am Ende wieder ein Spiel war, das durch knappe Entscheidungen entschieden worden ist. Heute war das Momentum einfach überhaupt nicht auf unserer Seite. Ich habe Deniz Aytekin nach dem Spiel getroffen und halte ihn für einen der besten Schiedsrichter, die wir in Deutschland haben. […] In der Situation bei beiden Elfmetern findet man immer eine Argumentation, warum man das pfeifen kann und warum nicht.“ Allerdings fragte sich auch Kessler, ob die Situationen eindeutige Fehlentscheidungen gewesen seien.

Für Lund, der beim Tor von Luca Waldschmidt zum Endstand aus Kölner Sicht  (nach einem Foulelfmeter) längst eingepackt in einer Trainingsjacke von der Ersatzbank zusah, war es alles in allem dennoch ein Abend zum Vergessen, der ihm wohl noch ein wenig länger im Kopf bleiben wird. Die nächste Chance, seinen Namen wieder positiv auf die Anzeigetafel zu bringen, hat er am 22. November. Dann trifft der 1. FC Köln nach der Länderspielpause auf Champions-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt.


Zwei Tore in zwei Spielen: Ragnar Ache scheint beim 1. FC Köln angekommen zu sein

Ragnar Ache jubelt über seinen Treffer gegen den HSV
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Zwei Tore in zwei Spielen: Ragnar Ache scheint beim 1. FC Köln angekommen zu sein

Der 1. FC Köln steht nach dem 4:1-Heimsieg im Aufsteigerduell gegen den Hamburger SV auf dem siebten Tabellenplatz der Bundesliga und kann mit breiter Brust ins prestigeträchtige Rheinische Derby mit Borussia Mönchengladbach am 10. Spieltag gehen. Großen Anteil am jüngsten Erfolg der Geißböcke hat auch eine Neuverpflichtung des 1. FC Köln: Ragnar Ache ist in der Bundesliga angekommen.

Gegen den FC Bayern traf er im Pokal und nährte die Hoffnung auf eine Überraschung. Gegen den HSV wurde er mit seinem Tor zum Dosenöffner für den 1. FC Köln: Ragnar Ache ist in der Bundesliga angekommen.

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Für Ragnar Ache persönlich dürfte die vergangene Woche trotz der Pokal-Niederlage und dem Aus gegen Rekordmeister FC Bayern München (1:4) ziemlich zufriedenstellend gewesen sein. Der Angreifer stand sowohl im DFB-Pokal gegen die Münchner in der Startelf als auch jüngst beim Heimspiel gegen den HSV und eröffnete beide Partien jeweils zugunsten seiner Farben mit einem Tor. Nachdem er vor Beginn der vergangenen Woche noch ohne Pflichtspieltreffer für den FC in dieser Saison war, scheint Ache nun gerade rechtzeitig vor dem Derby gegen den Rivalen vom Niederrhein seine Form und vor allem auch seinen Platz im Kölner System gefunden zu haben und könnte so womöglich ein entscheidender Faktor im Duell mit Mönchengladbach werden.

Ragnar Ache kommt rechtzeitig in Form 

Die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok hatte schon im Pokal gegen die Bayern einen vor allem in Halbzeit eins sehr ordentlichen Auftritt hingelegt und ging nicht unverdient durch das erste Saisontor von Ache in Führung. Im wichtigen Bundesliga-Duell im Kampf um den Klassenerhalt gegen den direkten Konkurrenten aus Hamburg sorgte sein Tor jedoch auch beim Stürmer selbst noch mal für euphorischere Stimmung. „Es fühlt sich viel besser an als am Mittwoch. Ein Tor zu schießen und zu gewinnen, ist immer ein geiles Gefühl“, so der gebürtige Frankfurter.

Nach zuletzt zwei Auftritten von Beginn an zeigte sich der Neuzugang aus Kaiserslautern fokussiert und blickt auch dem Duell mit dem Rivalen selbstbewusst und mit Vorfreude entgegen. „Ich fühle mich top und bereit für das Derby“, so der 27-Jährige. Ein positives Signal für alle FC-Fans, denn dabei war vor allem die Fitness des 1,83 Meter großen Offensivmannes immer wieder auch ein Thema am Geißbockheim und vermutlich Mitgrund oder gar Hauptgrund für seinen Bankplatz in den meisten Pflichtspielen in dieser Saison. „Am Anfang der Saison hätte ich keine 90 Minuten spielen können“, bestätigte auch er selbst die Probleme zu Beginn der Spielzeit. „Jetzt haben sich die beiden Spiele gut angefühlt, so muss ich weitermachen und weiterarbeiten, sodass ich mehrere Spiele hintereinander 90 Minuten spielen kann.“

Mit X-Faktor Ache ins Derby

Mit seiner Präsenz im Angriffsdrittel und seiner wiedergefundenen Form bringt Ache beim 1. FC Köln noch einmal eine neue Komponente ins Spiel. Der ehemalige U21-Nationalspieler verfügt über ein starkes Timing in der Luft und ist aufgrund seiner Sprungkraft trotz „nur“ 1,83m ein exzellenter Kopfballspieler auch im Luftduell gegen deutlich größere gegnerische Verteidiger. Als Wandspieler gewinnt Ache immer wieder wichtige Zweikämpfe im oder rund um den gegnerischen Strafraum und hat dabei oft auch den Blick für den besser postierten Nebenmann, legt so viele Torschüsse oder gefährliche Aktionen per Kopf auf. Dazu verfügt er über ein gutes Stellungsspiel, wie jüngst gesehen beim in der Entstehung durchaus etwas wirren 1:0-Führungstors des FC.

Pünktlich zum Derby kann FC-Coach Kwasniok also auf einen formstarken Ache bauen, der langsam aber sicher angekommen scheint bei seinem neuen Arbeitgeber und in der Bundesliga. Mit einem Sieg gegen den ungeliebten Rhein-Rivalen könnte sich wohl auch Ache endgültig in die Herzen der Kölner Anhänger spielen – falls er da nicht ohnehin schon angekommen ist. Der Stürmer selbst zeigte sich nach Abpfiff der Partie gegen den HSV noch ein wenig zurückhaltend, was die Zukunft angeht. „Im Fußball darf man immer träumen, aber am Ende muss man bodenständig bleiben und von Woche zu Woche gucken, dass man Spiele gewinnt und Punkte holt.“ Die nächste Chance dazu hat der 1. FC Köln dann am kommenden Samstag im Topspiel am Abend (18.30 Uhr) gegen die Borussia aus Mönchengladbach. Vielleicht kann ja dann auch Ache mithelfen, aus dem Traum vom Derbysieg Realität werden zu lassen.