Dienstältester Profi des 1. FC Köln: Florian Kainz zwischen Akzeptanz und Ehrgeiz für mehr

Florian Kainz bekommt beim FC nur noch wenig Einsatzzeit
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Dienstältester Profi des 1. FC Köln: Florian Kainz zwischen Akzeptanz und Ehrgeiz für mehr

Vor zwei Spielzeiten Kapitän, in dieser Saison meist Joker beim 1. FC Köln: Florian Kainz muss seine neue Rolle bei den Geißböcken akzeptieren. Das tut der Österreicher laut Trainer Lukas Kwasniok auch.

In der Vorbereitung gehörte der Offensivspieler zu den auffälligsten Kölnern. Doch aktuell gibt es eher wenig Einsatzzeit für den Spieler des 1. FC Köln: Florian Kainz muss seine neue Rolle akzeptieren.

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Die Begegnung war längst entschieden, als Florian Kainz noch einmal an seiner Einsatzzeit-Uhr drehen durfte. Der Österreicher kam so aber in den Genuss, wieder einmal einen Flutlicht-Pokalfight auf dem Platz zu erleben und das auch noch gegen die wohl beste Mannschaft des Landes. Für Kainz sicherlich ein Highlight-Spiel, vielleicht generell ein Highlight. Denn so richtig viel Spielzeit bekommt der Ex-Kapitän der Geißböcke beim FC zurzeit nicht mehr. Angesichts der Neuverpflichtungen in der Offensive ein erwartbares Szenario. „Die Konkurrenz ist auf jeden Fall sehr groß mit Jakub und seiner Bundesligaerfahrung. Dazu Said, der ein Shootingstar ist. Aber auch mit Linton und rechts mit Jan Thielmann. Gerade auf den Außen ist die Konkurrenz sehr groß“, hatte Kainz im Sommer im Interview mit come-on-fc.com gesagt.

Große Konkurrenz für Kainz

Die Konkurrenz ist aktuell so groß, dass der 33-Jährige eben ein wenig hinten dran ist. Eine ganz neue Rolle für Kainz, die sich aber schon in der vergangenen Saison andeutete. Auch da gehörte der Mittelfeldspieler nicht immer zur ersten Wahl, kam aber immerhin auf 28 Einsätze, 16 von Beginn an. In dieser Spielzeit machte der Österreicher am Mittwoch die 100 Spielminuten voll, steht jetzt bei 109. „Die Kommunikation ist der wichtigste Part in der heutigen Zeit, in der heutigen Welt und wir haben sehr klar miteinander kommuniziert, dass diese Rolle für ihn jetzt erstmal angedacht ist, weil er der Mannschaft vor allem am Ende des Spiels Impulse geben kann“, sagte Lukas Kwasniok. „Bundesliga ist auch ein gewisser Abnutzungskampf. Da gibt es viel Physis.“ Mit zunehmender Laufbahn, sei es etwas schwieriger, Akzente zu setzen, fuhr der Trainer fort.

Kainz ist beim FC mittlerweile der dienstälteste Spieler. Der Österreicher wechselte im Januar 2016 an den Rhein, kommt mittlerweile auf 196 Pflichtspiele für den FC. Kainz stand bei den Geißböcken öfter auf dem Platz als Lukas Podolski, Dirk Lottner oder Thomas Häßler. Dennoch ist die Rolle neu und für Kainz sicherlich nicht immer einfach. „Er hat dennoch diesen Ehrgeiz, uns auch von Beginn an helfen zu können und es wird Spiele geben, wo das der Fall sein wird. Genauso ist er dann auch enttäuscht, wenn er diese Rolle mal am Ende eines Spiels wie jetzt in Dortmund nicht bekommt“, sagte der Coach. „Wenn er das nicht mehr hätte, würde ich ihm raten, Beachfußball an der Copacabana zu spielen. Er ist aber ein Leistungssportler.“ Die Mischung zwischen Rolle akzeptieren und Ehrgeiz für ein bisschen mehr, sei laut Kwasniok die richtige.

Gegen den Hamburger SV wird es angesichts der starken Konkurrenz wohl auch erst einmal wieder der Bankplatz sein.


Lukas Kwasniok gibt Offensiv-Tendenz ab: „Wahrscheinlichkeit schon hoch, dass er beginnt“

Am Sonntag gemeinsam in der Startelf? Said El Mala und Ragnar Ache
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Lukas Kwasniok gibt Offensiv-Tendenz ab: „Wahrscheinlichkeit schon hoch, dass er beginnt“

Wer stürmt gegen den Hamburger SV? Mit seinem Treffer gegen die Bayern hat Ragnar Ache eine Bewerbung abgegeben. Doch auch andere Angreifer machen sich Hoffnung beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok stellt Ragnar Ache erneut die Startelf in Aussicht.

Nicht nur aufgrund seines Treffers war er einer der auffälligsten Spieler beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok stellt Ragnar Ache auch daher die Startelf in Aussicht.

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Es war schon eine beeindruckende Bewerbung, die Ragnar Ache am Mittwoch gegen den FC Bayern München abgegeben hatte. Der Stürmer war an sechs Chancen der Geißböcke mit Abschlüssen oder Vorlagen zum Torabschluss beteiligt. Zudem gewann der Angreifer mehr als 60 Prozent seiner Zweikämpfe, rackerte und ackerte. Mit seinem Treffer zur Kölner Führung krönte Ache seine gute Leistung und erzielte gleichzeitig seinen ersten Pflichtspiel-Treffer für den FC. Kein Wunder, dass der 26-Jährige seinen Treffer aus ausgelassen feierte. Zwar hatte der Stürmer nach dem Spiel noch mit den Nachwirkungen eines Bayern-Fouls zu kämpfen, doch Ache betonte schon am Mittwochabend, dass er für seinen Trainer zur Verfügung stehen würde, wenn dieser in bräuchte.

„Er macht einen guten Eindruck“

Und ein Ache in dieser Form wird wohl gebraucht. Zumindest stellte Lukas Kwasniok seinem Torjäger einen Einsatz von Beginn an in Aussicht. „Grundsätzlich müssen wir nach wie vor auf die körperliche Gesamtkonstitution achten, aber ich finde, wir haben eine gute englische Woche. Wir haben Samstag gespielt, dann am Mittwoch und erst wieder am Sonntag. Du hast eigentlich genügend Zeit um zu regenerieren“, sagte der 44-Jährige am Rande des Freitagstraining. „Jetzt warten wir mal den morgigen Tag ab. Aber er macht einen guten Eindruck und dann ist die Wahrscheinlichkeit schon auch relativ hoch, dass er beginnt, um dann zu schauen, wie wie lange dann durchhalten kann.“ Kwasniok betonte auch, dass es bei der Neuverpflichtung für weitere 90 Minuten am Sonntag dann auch nicht reichen könnte.

Ache habe 45 Minuten im Tank und die Frage sei dann immer, ob die von Beginn an oder erst im Laufe der Halbzeit genutzt werden. „Wenn du die 45 Minuten in der ersten Halbzeit einfach absolvierst, dann hast du normalerweise mit 15 Minuten Pause auch noch mal eine gute Viertelstunde, vielleicht 20 Minuten im Tank“, so Kwasniok weiter. „Weil er einfach auch einen guten Job gemacht hat und auch eine andere Komponente mit ins Spiel bringt. Dass wir bei den Standards gefährlich waren, lag ja vor allem auch an ihm.“ Ache war zunächst noch mit einem Kopfball nach einer Ecke von Isak Johannesson an Jonas Urbig gescheitert. Der zweite Versuch in gleicher personeller Besetzung saß.

Am Mittwochabend hatte Kwasniok die Erwartungen noch ein wenig gebremst und betont, dass das Bayern-Spiel auch schon sehr auf Ache zugeschnitten war und es gegen den HSV eine andere Herangehensweise geben könne. Offenbar spielt der Stürmer dabei aber auch eine Rolle in den Gedanken des Trainers.

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Erfolg der Aufsteiger: Nicht nur der 1. FC Köln hat im Sommer clever investiert

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Erfolg der Aufsteiger: Nicht nur der 1. FC Köln hat im Sommer clever investiert

Trotz der beiden jüngsten Niederlagen blickt der FC auf einen erfolgreichen Saisonauftakt zurück. Dafür ist wohl vor allem die Einkaufspolitik von Thomas Kessler verantwortlich beim 1. FC Köln: Aber beide Aufsteiger profitieren von starken Transfers.

Am Sonntag empfängt der FC mit dem Hamburger SV einen Gegner auf Augenhöhe im eigenen Stadion. Die Kölner werden bemüht sein, weiterhin einen Platz in der oberen Tabellenhälfte zu halten. Der bisherige Erfolg hängt wohl auch an der Einkaufspolitik des 1. FC Köln: Aber beide Aufsteiger profitieren von starken Transfers.

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Auch die am Ende doch deutliche 1:4-Pleite im Pokal gegen den FC Bayern München sowie die knappe 0:1-Niederlage gegen Dortmund zuvor können nicht über den positiven Saisonauftakt der Kölner hinwegtäuschen. Wieso auch, gegen beide Topteams hielt der FC phasenweise mit, hätte gerade gegen den BVB mit einem Quäntchen Glück oder eben nicht so viel Pech mehr erreichen können. Unterm Strich haben sich die Geißböcke seit Saisonbeginn noch nicht einmal in der unteren Tabellenhälfte aufgehalten. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt sieben Zähler. Köln ist einfach gut in die Saison gestartet. Als einer der Väter des bisherigen Erfolgs wird neben Lukas Kwasniok vor allem Thomas Kessler angesehen. Der neue Sportdirektor hat im Sommer inklusive „Leihspieler“ Said El Mala zwölf Spieler ans Geißbockheim geholt.

Nicht nur in Köln gibt es eine starke Quote

Und der Großteil hat bislang einen starken Eindruck hinterlassen. Fünf Akteure sind Stammspieler, mindestens drei gehören zum Pool an Spielern, die über Rotation ebenfalls auf viel Spielzeit kommen. Da Ron-Robert Zieler als Nummer zwei an den Rhein geholt wurde und Rav van den Berg verletzt ist, hinken mit Cenk Özkacar und Alessio Castro-Montes gerade einmal zwei der verpflichteten Akteure den Erwartungen ein wenig hinterher. „Van den Berg, Johannesson, Ache, Sebulonsen, Bülter, Kaminski, Lund und El Mala – das sind absolute Top-Transfers und das sind von zwölf gleich acht. Das ist eine Wahnsinns-Quote“, hatte Eric Martels Berater Michael Reschke im FC-Podcast „Dreierkette“ gesagt. Der Ex-Sportchef gleich mehrerer Bundesligisten sprach sogar von „einem kleinen Fußballwunder“ und: „So eine Quote, wie Thomas sie mit seinem Team erzielt hat, die kannst du nicht erzielen.“

Wie erfolgreich die neuen Spieler eingeschlagen sind, spiegelte sich nur wenige Tage später bei den Marktwert-Einschätzungen des Online-Portals transfermarkt.de wider. Der FC steigerte den Kaderwert demnach um nahezu 40 Prozent. Doch nicht nur Kessler und Co. haben im Sommer auf dem Transfermarkt einiges richtig gemacht. Auch der Hamburger SV hat sich nach dem Aufstieg verändert, ein neues Gesicht bekommen. Und bei den Rothosen hat man offensichtlich im Sommer ebenfalls viel richtig gemacht. Der HSV hat auch ein Dutzend Spieler verpflichtet, von denen ebenfalls acht Akteure Stammspieler, zumindest zum erweiterten Kreis einer Stammformation gehören.

Luxusproblem im Mittelfeld

HSV-Coach Merlin Polzin hat ebenfalls mit dem ein oder anderen Luxusproblem zu kämpfen. Zuletzt musste der Hamburger Trainer gerade im Mittelfeld harte Entscheidungen treffen. Mit Nicolai Remberg, Nicolás Capaldo, Albert Sambi Lokonga und Fábio Vieira tümmeln sich gleich vier Neuzugänge im zentralen Mittelfeld, zwar auf unterschiedlichen, aber offenbar zu wenig Positionen für die gleiche Startelf. Auch in der Hintermannschaft hat sich der HSV mit Luka Vuskovic, Warmed Omari und Giorgi Gocholeishvili beeindruckend verstärkt. Die letzteren beiden fehlten zuletzt allerdings verletzt, Omari wird nach seiner Knieverletzung wohl noch lange ausfallen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich auch der vom FC ebenfalls umworbene Rayan Philippe beim HSV durchgesetzt.

Der Franzose gehörte zu den (mindestens) drei Spielern, die im Sommer wohl von beiden Clubs umworben worden sind. Neben Philippe setzte sich der HSV auch bei Jordan Torunarigha gegen die Kölner durch. Doch der Innenverteidiger erweist sich bislang als Transfer-Flop, kommt bei den Rothosen noch nicht an die erhoffte Leistung ran. Das gleiche gilt für Stürmer Yussuf Poulsen sowie Bayern-Keeper Daniel Peretz. Dabei hat man in Hamburg offenbar clever investiert. Für die Neuverpflichtungen gaben Stefan Kuntz und Co. knapp zehn Millionen Euro aus. Bei den Kölnern waren es rund 25 Millionen Euro. In dieser Statistik lässt der FC zehn Ligakonkurrenten hinter sich. Allerdings hat der FC im Sommer auch durch die Verkäufe von unter anderem Damion Downs und Max Finkgräfe viel Geld eingenommen.

Interessant: Trotz der Marktwert-Steigerung und den hohen Investitionen im Sommer schätzt transfermarkt.de den Kaderwert des HSV knapp wertvoller ein, als den des FC – allerdings um keine 200.000 Euro. Die Tabelle offenbart aktuell ein Zwischenfazit: Unterm Strich haben beide Aufsteiger im Sommer offensichtlich sehr clever investiert.