Nach der 1:2-Niederlage und dem fünften Gegentor nach einer Standardsituation hat René Wagner angekündigt, dass man in der Länderspielpause an seinen Themen arbeiten werde. Doch das wird alles andere als leicht für den Trainer des 1. FC Köln: Für das Aufarbeiten fehlt die Abwehr.
Fünf Gegentore nach Standards, zehn in fünf Spielen – die Kölner Abwehr wackelt. An den Fehlern wird René Wagner mit seinem Team aber nicht arbeiten können. Denn die hinterste Reihe fehlt komplett.

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Sollte man nach dem Saisonauftakt mit vier Punkten, aber neun Gegentoren aus den ersten vier Spielen sowie einem wackligen 2:1-Erfolg im DFB-Pokal gegen die Würzburger Kickers (3. Liga, Platz 15) nach den drei größten Baustellen der Geißböcke suchen, dürften wohl zwei sehr schnell zu finden sein. Der FC kassiert im Schnitt aktuell zwei Gegentore pro Partie und jeder zweite Treffer fällt nach einem ruhenden Ball. Obwohl im Sommer an den Stellschrauben Defensivarbeit und Standardschwäche gedreht worden ist, ziehen sich die Probleme beider Felder wie ein roter Faden auch durch die neue Spielzeit. Individuelle Fehler, verpasste Umschaltmomente, zu leichte Gegentore – die Kölner Abwehr wackelt bislang gehörig, tat das aber auch schon in der Vorbereitung bedenklich. Gegen den Aufsteiger Paderborn kassierten die Geißböcke zum Abschluss der Vorbereitung in zwei Spielen sieben (!) Gegentore, alleine drei steuerte Steffen Tigges bei, der bekanntlich in Köln nicht gerade für seinen Torriecher bekannt geworden ist.
Eingespieltheit wird weiter ein Thema bleiben
Bei den Standards fällt den Kölnern auch recht wenig ein. Fünf Gegentore in fünf Spielen ist ein bedenklicher Wert, der den FC schneller wieder Richtung Abstiegskampf wehen kann, als es den Verantwortlichen am Geißbockheim lieb sein dürfte. Mit Luka Lochoshvili sollte eigentlich ein Innenverteidiger geholt werden, der defensiv die Box bei den Standards bewacht, offensiv aber weiß, wo das gegnerische Tor steht. Bislang ist der Erfolg dieser Maßnahme überschaubar. Genauso wie an anderen Ecken der doch recht leicht verwundbaren Kölner. Aber René Wagner deutete in den vergangenen Wochen immer wieder gerne an, dass der Mannschaft die Eingespieltheit fehle. Der Trainer wird mit seiner Einschätzung sicherlich recht haben. Das gesamte Kaderpuzzle schloss sich erst wenige Tage vor, eigentlich sogar erst am Deadline Day. Eine Vorbereitung mit kompletten Kader wäre von Vorteil, im Sommer einer WM aber wohl tatsächlich, utopisch gewesen.
Am vergangenen Samstag erklärte der Kölner Coach, dass man durchaus die Problemfelder kenne und wisse, woran man arbeiten müsse. Auch daran wolle man sich in der XX-Länderspielpause machen. Doch gerade in der schwächelnden hintersten Kette wird das nur schwer möglich sein. Linksverteidiger Gideon Mensah ist mit der Nationalmannschaft Ghanas unterwegs, Jahmai Simpson-Pusey spielt erstmals für die U21 der Three Lions, Luka Lochoshvili für Georgien. Dazu fällt Rechtsverteidiger Alessio Castro-Montes vorerst aus. Heißt: Die komplette hinterste Reihe ist bei der Aufarbeitung der Schwächen gar nicht da. Zudem kann auch Rav van den Berg nicht aushelfen. Für den FC bleiben also mit Sebastian Sebulonsen, Borna Sosa und Joel Schmied nur drei Spieler, die an den Einheiten teilnehmen werden. Der gesamten Mannschaft bleiben wohl gerade einmal drei Einheiten für die Vorbereitung auf Mönchengladbach.
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