Die Konstellation dürfte den Fans von Borussia Mönchengladbach bekannt vorkommen. Vier Spiele, vier Niederlagen und dann stand das Derby gegen den 1. FC Köln an. Die aktuelle Ausgangslage gab es vor elf Jahren bereits. Mit bitteren Folgen für die Fohlen. Es folgte die fünfte Pleite und der Abschied des Trainers.
Ein Tag der Kölner Schadenfreude hat sich erst vor wenigen Wochen mal wieder gejährt. Zumindest dürfte der 19. September 2015 nicht zu den beliebtesten Daten der Fohlen-Anhänger gehören. Borussia Mönchengladbach reiste damals nach vier Niederlagen zum 1. FC Köln. Ausgerechnet zum großen Rivalen. Die Mannschaft von Lucien Favre hatte einen katastrophalen Saisonstart hingelegt. Und das als Champions-League-Teilnehmer. Beim FC gab es den nächsten Frust.

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Dabei war die Begegnung alles andere als ein fußballerischer Leckerbissen. Die Geißböcke taten sich schwer, die ganz großen Chancen gab es nicht. Die Elf von Peter Stöger brauchte diesen einen großen Moment und erhielt ihn nach einer guten Stunde. Anthony Modeste entschied die Begegnung durch den einzigen Treffer in der 64. Minute. Während der FC den Derbysieg feiern durfte, steckte die Borussia noch tiefer in der Krise. Fünf Spiele, fünf Niederlagen, null Punkte – schlechter hätte die Spielzeit für die Gladbacher kaum beginnen können. Und schlechter hatte sie zu diesem Zeitpunkt für die Fohlen noch nie begonnen. Ein Schrei nach der Reißleine? Nicht ganz. Lucien Favre erklärte selbst seinen Rücktritt. Der Schweizer zog nach dem Fehlstart die Konsequenzen, obwohl die Vereinsführung ihn nach eigenen Angaben gerne behalten hätte. Für die Borussia endete damit eine Ära, die den Verein zuvor zurück in die Spitzengruppe der Bundesliga geführt hatte.
Kann der 1. FC Köln die Geschichte wiederholen?
Elf Jahre später erinnert die Ausgangslage zumindest auf den ersten Blick an die damalige Situation. Wieder hat Gladbach seine ersten vier Bundesliga-Spiele verloren. Wieder stehen null Punkte auf dem Konto. Und wieder führt der Spielplan die Borussia am fünften Spieltag zum 1. FC Köln. Nur mit einem gravierenden Unterschied, der über die Verletzungssorgen der Kölner und die Ausgangslage der Gladbacher hinausgeht: Den Trainerwechsel haben die Fohlen bereits vollzogen. Alexander Blessin startet als neuer Trainer direkt mit dem Derby. Und das dürfte der Borussia ein wenig Hoffnung machen. Denn das erste Bundesliga-Spiel verlor unter den Borussen-Trainern bisher einzig und allein Bernd Krauss – das 1992 gegen den 1. FC Saarbrücken, das aber deutlich: 2:5. Der FC wiederum stockte damals sein Punktekonto auf zehn Zähler auf und schnupperte an den Top-Plätzen. Am Ende der Saison stand ein guter neunter Platz.
Für den FC ist die historische Parallele eine nette Randnotiz. Mehr allerdings auch nicht. Denn die Kölner haben selbst keinen überzeugenden Saisonstart hingelegt. Vier Punkte aus vier Begegnungen sind nicht die Ausbeute, die sich die Verantwortlichen erhofft hatten. Und auch bei René Wagner ist die Kritik zuletzt lauter geworden. Ein Entscheidungsspiel wird die Begegnung sicherlich nicht werden. Weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Einen Sieg können aber beide Teams und auch beide Trainer gut gebrauchen.
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