Der 1. FC Köln hat das Derby gegen Borussia Mönchengladbach gewonnen, doch Jonas Hector hätte sich einige nervenaufreibende Minuten gerne erspart. In seinem Podcast spricht der ehemalige FC-Kapitän über vergebene Chancen und die Entscheidungsfindung von Said El Mala. Dabei findet der 36-Jährige deutliche, aber auch verständnisvolle Worte für den Kölner Matchwinner.
Jonas Hector verfolgte das Derby am Sonntagnachmittag aus einer Loge im RheinEnergie-Stadion. Der Ex-Kapitän der Geißböcke freute sich natürlich über den Erfolg, fand aber in der neuen Folge von „Schlag und fertig“ auch mahnende Worte. Denn das „Gezitter“ hätten sich die Kölner seiner Meinung nach auch sparen können. Beispielsweise wenn Said El Mala andere Entscheidungen getroffen hätte.

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14 Mal hat Jonas Hector das Derby gegen den ungeliebten Rivalen vom Niederrhein gespielt, sieben Mal gab es ein Unentschieden, fünf Mal gewann der Kölner, also nur zwei Niederlagen – die Bilanz ist also insgesamt positiv. Natürlich weiß der Ex-Kapitän der Geißböcke um die Bedeutung des Erfolgs von Sonntag. „Im Endeffekt sehr sehr wichtig und sehr gut, dass der FC das Ding gezogen hat“, erklärte der 36-Jährige nun in seinem Podcast „Schlag & Fertig“. „Wir sind einfach happy, dass der FC jetzt sieben Punkte hat. Und dass Gladbach bei null Zählern steht, ist auch okay für uns.“
Jonas Hector sieht Schwächen bei Said El Malas Entscheidungen
Doch so richtig glücklich war der ehemalige Defensivspieler mit dem Verlauf der Begegnung dann doch nicht. „Ich bin mittlerweile vor und auch nach dem Spiel relativ entspannt. Dann steht es 2:1 nach 67 Minuten und ich sag direkt schon, dass das 3:1 her muss, sonst ist das ein Gezitter bis zum Abpfiff“, so Hector. „Und es war mal wieder genau das. Du machst das 3:1 nicht, hast zwei, drei wirklich gut Chancen und du zitterst und zitterst, weil jeder Ball der in den Sechzehner fliegt… da fliegt eben auch ein bisschen Angst mit.“ Gegen die Fohlen war der FC durch Isak Johannesson verdient in Führung gegangen, der Ausgleich fiel nur wenige Minuten später. Im zweiten Abschnitt brachte Said El Mala die Kölner erneut in Front. Dann begann das große Zittern. „Ich glaube schon, dass man das man vielleicht umgehen könnte“, so der Ex-Kapitän.
Das am ehesten natürlich durch weitere Tore – und die Chancen waren da. Unter anderem lief El Mala vor seinem Führungstreffer in einer Zwei-auf-eins-Situation gemeinsam mit Marius Bülter Richtung Tor. Den frei stehenden Angreifer übersah El Mala allerdings komplett, probierte es lieber alleine und scheiterte. „Wir haben ja schon oft darüber gesprochen, dass die letzte Entscheidungsfindung dann oftmals doch nicht die richtige ist“, so Hector. „Ich glaube auch, wenn er in der ein oder anderen Situation den Kopf hoch macht, dann bereitet er ein ziemlich sicheres Tor vor. Und das war in dem Spiel auch wieder ein, zwei Mal der Fall.“ Doch der Ex-Kölner zeigte auch Verständnis: „Er will da extrem aufs Tor gehen, was auch gut ist. Und er kommt ja auch oft in diese Situationen, was ebenfalls sehr gut ist. Aber ich glaube, wenn er die richtige Entscheidung treffen würde, fallen in dem Spiel zwei, drei Tore mehr für den FC.“
Jonas Hector über die strittigen Szenen: „Vielleicht spreche ich auch aus der FC-Brille“
Nach dem Spiel gab es zumindest in Gladbach aber auch Zweifel, ob das eine Tor von El Mala überhaupt hätte zählen dürfen. Denn Tom Krauß hatte zuvor Daiki Hashioka abgeräumt. Eine durchaus diskutable Szene. „Ich glaube, er hätte El Mala behindern können. Ich finde es schwierig. Wenn er es im Spiel pfeift, dann ist es okay. Wenn das Tor fällt und er nimmt es zurück, dann hat er richtig Diskussion“, so Hector. „Ich glaube, ich würde es laufen lassen. Vielleicht spreche ich auch aus der FC-Brille.“ Eine weitere diskutable Situation hatte der 36-Jährige nicht so recht gesehen. Marius Bülter hatte seinen Gegner mit offener Sohle gestempelt. Für ähnliche Fouls hat es in der Bundesliga auch schon die Rote Karte gegeben. „Ich habe mir im Spiel da gar nichts dabei gedacht. Er stochert ein wenig. Das ist komplett an mir vorbeigegangen“, sagte Hector und erklärte, er wolle sich die Szene aber auch lieber nicht mehr anschauen.
