Ragnar Ache vom 1. FC Köln
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Ragnar Ache kehrt zurück: Aber Said und Malek El Mala haben sich im Sturm des 1. FC Köln auch bewiesen

Durch die Verletzungen von Ragnar Ache und Thijs Dallinga im Testspiel gegen Viktoria Köln musste der 1. FC Köln zuletzt ohne klassischen Mittelstürmer auflaufen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich die neu formierte Offensive zuletzt immer mehr gefunden. Im Pokalspiel gegen Union Berlin erzielten die Kölner fünf Tore, in der Liga traf Malek El Mala bei seinem Bundesliga-Debüt sofort. Die Optionen sind also da – wird Ache trotzdem noch gebraucht?

Der fehlende Mittelstürmer wurde in den letzten Wochen häufig als größte Baustelle des 1. FC Köln ausgemacht. Stattdessen musste René Wagner auf andere Varianten zurückgreifen. Dafür rückte Said El Mala von seinem linken Flügel in eine offensivere Position neben Marius Bülter. Trotzdem wurde besonders die zentrale Anspielstation im Angriff vermisst. Am Sonntag könnte Ragnar Ache gegen Leverkusen nach überstandener Verletzung in den Kader zurückkehren und genau diese Rolle einnehmen – sofern sie überhaupt noch gebraucht wird.

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Mit sieben Treffern war Ragnar Ache in der vergangenen Saison der zweitbeste Torschütze des FC in der Bundesliga. Zu Saisonstart galt der Stürmer zunächst als fest eingeplanter Schlüsselspieler in der Offensive. Mit dem ersten Spieltag in der Bundesliga änderte sich das jedoch schlagartig. Neuzugang Thijs Dallinga traf gegen Hoffenheim nach seiner Einwechslung direkt doppelt und erhielt in den folgenden Wochen den Vorzug vor Ache. Für den 28-Jährigen blieb zunächst nur noch die Jokerrolle. Beim Auswärtsspiel in Hamburg erzielte der Angreifer kurz vor Schluss zwar seinen ersten Saisontreffer, am Ausgang der Partie änderte dieser allerdings nichts mehr.

In der Länderspielpause folgte dann der große Schock: Sowohl Dallinga als auch Ache mussten im Testspiel angeschlagen ausgewechselt werden und wurden umgehend in die MediaPark Klinik gebracht. Während der Niederländer mit Kreuzbandriss wohl für die gesamte Saison ausfällt, stand Ache einige Wochen später schon wieder gemeinsam mit den Kollegen auf dem Platz. Am Sonntag könnte er gegen Leverkusen erstmals wieder im Kader stehen.

1. FC Köln: Die Sturm-Alternativen

Durch den doppelten Ausfall blieb René Wagner lediglich Imad Rondic als gelernter Mittelstürmer im Kader. Im Derby gegen Borussia Mönchengladbach setzte der Trainer der Geißböcke jedoch auf eine andere Variante. Said El Mala, Marius Bülter, Mikey Moore und Linton Maina teilten sich die Aufgaben, wobei vor allem Bülter und El Mala die zentralen Räume besetzten. Beide fühlen sich sonst eigentlich auf der linken Seite wohler und hatten zunächst sichtbare Schwierigkeiten mit der neuen Rolle. Zudem war das Kölner Spiel in den letzten Jahren stark auf einen Zielspieler im Zentrum ausgelegt.

Das Heimspiel gegen Schalke hat gezeigt, dass sich der FC ohne diese Anspielstation teilweise sehr schwertut. Gegen sehr defensive Schalker gelang es dem Angriff der Geißböcke kaum, sich Abschlussmöglichkeiten herauszuspielen. Stattdessen segelten immer wieder Flanken in den gegnerischen Strafraum. Einen Abnehmer für die Hereingaben suchten die Außenspieler jedoch vergeblich. Trotz seiner Körpergröße von 1,88 m gilt Bülter nicht als besonders kopfballstark und auch El Mala kann in der Luft noch zulegen. Die Einwechselkandidaten um Luca Waldschmidt, Reigan Heskey und Jan Thielmann haben ihre Stärken ebenfalls in anderen Bereichen.

Im Pokalspiel gegen Union bewies der Kölner Angriff jedoch eindrucksvoll, dass sie es auch ohne klassischen Neuner können. Durch das flexiblere Positionsspiel kamen die Geißböcke oft in gefährliche Räume und zu guten Abschlusschancen. Gerade Nationalspieler Said El Mala tauchte immer wieder in den Halbräumen auf und traf auch von beiden Seiten. Es geht also auch ohne Mittelstürmer – zumindest manchmal.

Konkurrenz aus dem Kölner Nachwuchs

Dass der Torregen aus dem Pokalspiel eine Ausnahme war, zeigte sich nur fünf Tage später. Der Gegner war derselbe, das Spiel ein ganz anderes. An der Alten Försterei verfiel der FC in alte Muster und konnte sich gegen tiefstehende Berliner kaum Torchancen herausspielen. Die Flanken, die immer wieder in den Strafraum segelten, blieben unverwertet. Stattdessen setzte Wagner 20 Minuten vor Schluss auf eine Waffe, die viele Fans schon länger forderten. Malek El Mala, der ansonsten für die U21 der Geißböcke in der Regionalliga auf Torejagd geht, kam in die Partie und erlebte einen Einstand, von dem jeder kleine Junge träumt. Nach einer Flanke seines Bruders landete der Ball über Umwege am zweiten Pfosten, wo der Stürmer nur noch einschieben musste und zum Ausgleich vollendete.

Der Grund für seine Einwechslung war so einfach wie nachvollziehbar. El Mala war der einzige verfügbare klassische Mittelstürmer im Kölner Aufgebot. Mit seinem Treffer reichten ihm zwei Ballkontakte aus, um seine Qualitäten unter Beweis zu stellen. Ein Stürmer, der Tore macht, kann jeder Mannschaft helfen. Wie seine Rolle in der Zukunft aussieht, insbesondere wenn die Konkurrenzsituation durch Ache wieder eine andere ist, wird sich noch zeigen. In jedem Fall dürfte er eine Option darstellen.

Ein weiterer spannender Name aus den eigenen Reihen ist zudem Nilas Yacobi. Der Stürmer entwickelte sich in dieser Saison in der zweiten Mannschaft zu einem verlässlichen Knipser, traf in 13 Einsätzen in der Regionalliga sieben Mal und legte weitere sieben Treffer vor. Während der Sommervorbereitung durfte sich der 19-Jährige auch schon bei den Profis zeigen und erzielte im Testspiel gegen Real Sociedad sogar ein Tor.

Mittelfristig könnte außerdem Kevin Ekweribe interessant werden. Der U19-Stürmer ist aktuell gut drauf und wurde zuletzt erstmals für die DFB-Auswahl in seinem Jahrgang berufen. Dass Wagner das junge Talent auf dem Zettel hat, zeigte unter anderem seine Beförderung in das Profi-Training vor einiger Zeit. Obwohl der Angreifer einen guten Eindruck hinterließ, reicht es für den Profikader aktuell noch nicht. Wenn er allerdings weiterhin so spielt wie aktuell, könnte sich das noch ändern.

Ragnar Ache beim 1. FC Köln: Welche Rolle bleibt dem Mittelstürmer?

Die Rückkehr des Stürmers erhöht zunächst die Flexibilität im FC-Angriff. Ache bringt ein Profil mit, das sich von dem seiner Mitspieler deutlich unterscheidet. Er ist körperlich präsent, kopfballstark und hat einen guten Abschluss innerhalb des Strafraums. Darüber hinaus kann er Bälle behaupten und seinen Mitspielern damit Zeit zum Nachrücken verschaffen. Durch eine Rückkehr in die Startelf könnte Said El Mala außerdem zurück auf seine angestammte linke Seite. Unklar ist jedoch, ob das überhaupt gewünscht ist. Im Zentrum ist der 20-Jährige näher am Tor und kommt häufiger in Abschlusspositionen. Im Duo mit Bülter können sich die beiden stets abwechseln und in die Halbräume fallen lassen, während der andere die Zentrale besetzt.

Mit Ache wäre ein solches Wechselspiel wohl nicht mehr möglich. Auf der einen Seite steht Wagner nun also wieder ein Mittelstürmer zur Verfügung, der weiß wo das Tor steht, auf der anderen Seite hat gerade das Pokalspiel gegen Union gezeigt, dass der FC auch ohne ihn Tore schießen kann. Außerdem steht mit Malek El Mala ein Stürmer im Kader, der bereits bewiesen hat, dass er weiß wo das Tor steht und keine lange Anlaufzeit braucht. Im weiteren Saisonverlauf dürften alle diese Varianten wichtig werden. Welche Rolle Ache dabei spielt, bleibt noch abzuwarten.

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