René Wagner hat zunächst viel rotiert - doch eigentlich hat er eine Stammelf
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Von den Rotations-Königen zur Stammelf beim 1. FC Köln? Diese FC-Profis sind unter René Wagner gesetzt

Auf den ersten Blick ist René Wagner wie sein Vorgänger Lukas Kwasniok ein Freund der Rotation. Doch der Schein trügt. Denn der Kölner Coach hat längst eine feste Formation gefunden, die wenig Spielraum lässt.

Lukas Kwasniok hatte bereits früh angekündigt, dass es bei ihm keine Stammelf geben werde. Rein statistisch scheint das auch für seinen Nachfolger zu gelten. Doch die Statistik hat bekanntlich nicht immer recht.

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Fünf Pflichtspiele, fünf unterschiedliche Startformationen und 16 von Beginn an eingesetzte Spieler – was nach Lukas Kwasniok klingt, ist in echt René Wagner. Der neue Cheftrainer liegt in Sachen Rotation mit seinem Vorgänger zumindest statistisch auf einer Wellenlänge. Kwasniok stellte allerdings 17 Spieler in die jeweiligen Anfangsformationen der ersten fünf Auftritte seiner Mannschaft. Statistisch kann also in beiden Fällen keine Rede von einer Stammformation sein. Doch der Schein trügt. Denn Wagner scheint durchaus den Großteil einer festen Anfangself gefunden zu haben. Das war vor einem Jahr anders und das bewusst. Denn Kwasniok machte nie einen Hehl daraus, dass er auf eine feste Anfangsformation grundsätzlich verzichten würde. „Es wird keine dauerhafte Stammelf geben, sondern immer nur eine Startelf“, sagte der damalige Coach schon bei seinem Amtsantritt. Und Kwasniok ließ seinen Worten Taten folgen. Bis zum 14. Spieltag schickte der Trainer keine zwei Mal die gleiche Elf aufeinanderfolgend ins Rennen.

Darum wechselte René Wagner seine Startelf beim 1. FC Köln

Nicht nur das, in jenem Zeitraum standen die gleichen elf Spieler nie gemeinsam zum Anstoß auf dem Platz. Insgesamt nahm der Ex-Coach in jenen Spielen zehn Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche vor. Bei Wagner sind die nackten Zahlen ähnlich. Auch der aktuelle Trainer hat noch nicht einmal mit der gleichen Elf begonnen, ließ 16 Spieler zum Anpfiff von der Leine, allerdings nahm der 38-Jährige insgesamt nur sieben Wechsel im Vergleich zur Vorwoche vor. Und doch gibt es einen wesentlichen Unterschied. Während Kwasniok seine Wechsel mit einer taktischen Herangehensweise erklärte, vielleicht sogar auf den Überraschungsmoment setzte, sind die Wechsel bei Wagner anders begründet. Denn Wagner vermeintliche Stammelf stand erst in wenigen Spielen komplett zur Verfügung. Ellyes Skhiri kehrte bekanntlich erst kurz vor dem Deadline Day zum FC zurück, hatte an seiner Form zu arbeiten, gehört mittlerweile aber zu den unumstrittenen Stammspielern.

Mikey Moore erhielt wiederum erst spät die Freigabe. Said El Mala und Doppeltorschütze Thijs Dallinga fielen gegen den VfB Stuttgart erkrankt aus, hätten sonst gegen die Schwaben sicherlich begonnen. Die unterschiedlichen Formationen sind also nicht der Ausdruck eines taktischen Kniffs, vielmehr waren sie zum Großteil erzwungen. Denn innerhalb der vergangenen Wochen hat sich schon eine Anfangsformation herauskristallisiert, die unter Wagner nur wenig Spielräume lässt. Marvin Schwäbe ist im Tor genauso gesetzt wie die Innenverteidigung Luka Lochoshvili und Jahmai Simpson-Pusey sowie Linksverteidiger Gideon Mensah. Alessio Castro-Montes war bis zu seiner Verletzung ebenfalls fest eingeplant. Im Zentrum führt kein Weg an Skhiri vorbei, Tom Krauß spielte bislang ebenfalls immer in der Anfangsformation. Die Dreierkette davor ist mindestens auf zwei Positionen festgespielt. Mikey Moore und Said El Mala sind unausweichlich.

Diese Spieler sind in Wagners FC-Stammelf gesetzt

Und auch Linton Maina hat zuletzt viele Argumente gesammelt, warum er die Nase vor Luca Waldschmidt, Jan Thielmann oder Marius Bülter hat. Wirklich umkämpft schien nur die Spitze mit Ragnar Ache und Thijs Dallinga. Schien, weil die beiden bekanntlich ausfallen. Hier wird es also erneut Veränderungen geben müssen – verletzungsbedingt. Auch unter Kwasniok gab es durchaus Spieler, die der Trainer immer wieder aufstellte. Eine feste Elf wollte der damalige FC-Coach daraus aber ausdrücklich nicht entstehen lassen. Noch nach den ersten Saisonspielen betonte Kwasniok, unterschiedliche Gegner würden unterschiedliche Spielertypen erfordern. Die Rotation war nicht Begleiterscheinung, sondern Teil seiner Idee. Kwasniok hatte also durchaus Stammspieler, während Wagner an einer Stammelf arbeitet. Die Rotation wurde bei Kwasniok erst später auch aufgrund der zahlreichen Verletzungen notwendig.

Wagner reagiert aktuell auf Begleiterscheinungen punktuell. Die Sorge, der Trainer würde als ehemaliger Assistent von Kwasniok dessen Arbeitsweise kopieren, stellt sich zunehmend als nicht berechtigt heraus. Wagner fordert offenbar nicht nur eine klare Kommunikation, er ist anscheinend ein Freund einer klaren Hierarchie. Wie fest diese Hierarchie tatsächlich ist, werden die kommenden Wochen zeigen. Denn eine Stammelf bedeutet im Umkehrschluss, dass es für die Spieler dahinter zunehmend schwerer wird. Wagner hatte schon früh in der Saison erklärt, dass er auch diese Spieler bei „der Stange halten“ wolle. Spannend, wie er das umsetzen will.


Sechs Spieler standen in allen fünf bisherigen Pflichtspielen des 1. FC Köln in der Startelf: Marvin Schwäbe, Tom Krauß, Gideon Mensah, Alessio Castro-Montes, Jahmai Simpson-Pusey und Luka Lochoshvili.

Wagners Startelf im Überblick
Die ersten fünf Pflichtspiele der Saison 2026/27
16
verschiedene Starter
5
verschiedene Startelfen
7
Veränderungen
SpielerWÜRTSGVFBSVWHSV Starts
Schwäbe●●●●●5/5
Krauß●●●●●5/5
Mensah●●●●●5/5
Castro-Montes●●●●●5/5
Simpson-Pusey●●●●●5/5
Lochoshvili●●●●●5/5
Johannesson●●●○○3/5
Ache●●●○○3/5
El Mala●●○○●3/5
Thielmann●●●○○3/5
Maina○○●●●3/5
Bülter●○○●○2/5
Okon-Engstler○●●○○2/5
Skhiri○○○●●2/5
Dallinga○○○●●2/5
Moore○○○●●2/5
● Startelf ○ nicht gestartet
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