Schalke 04 ist zurück in der Bundesliga und überzeugt vor allem mit Leidenschaft und einer stabilen Defensive. Im Angriff läuft es für den Aufsteiger dagegen noch nicht rund. Die Königsblauen gehören bei Ballbesitz, Passquote und Torabschlüssen zu den schwächsten Mannschaften der Liga. Für den 1. FC Köln ergeben sich daraus Chancen – allerdings nur, wenn die Geißböcke die richtigen Mittel finden.
Schalke kämpft, grätscht und verteidigt stark, schießt aber kaum aufs Tor. Wie der FC die Schwächen des Aufsteigers nutzen kann und warum Wagner vor allem Tempo und die „Basics” fordert.

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Im Ruhrgebiet ist die Frage nach dem Lieblingsverein keine Nebensächlichkeit. Wer sein Herz an die Farben Blau und Weiß bindet, der tut dies ein Leben lang. Verliert Königsblau, sind die nächsten Tage von Tristesse gezeichnet. Ein Sieg wird hingegen gefeiert wie die Geburt des ersten Kindes. Was die Schalker Fans an Leidenschaft in die Waagschale werfen, greifen die Akteure auf dem Rasen dankbar auf. Angeleitet vom emotionalen Anführer Miron Muslić lassen die Knappen in jeder einzelnen Partie ihr Herz auf dem Platz. Das schlägt sich auch in den Statistiken nieder. S04 ist die Mannschaft mit den meisten gewonnenen Zweikämpfen der gesamten Liga (616).
Schalke 04: Zweikampfstark und defensiv stabil
Zugleich dominieren sie im Ligavergleich in den Metriken der gewonnenen Kopfballduelle (172, Platz 1) und den wenigsten Fouls (51, Platz 18). Die Knappen lieben den Zweikampf, zugleich ist die Qualität der Aktionen extrem hoch. Diese Stärke zeigt sich auch in den erst sieben kassierten Gegentoren. Lediglich die Mannschaften auf den ersten drei Plätzen mussten seltener den Ball aus dem eigenen Netz holen. „Die Schalker haben es nachgewiesen, dass sie sehr, sehr leidenschaftlich gemeinsam verteidigen können. Ich glaube, das haben dann auch die Bayern gespürt“, lobte René Wagner den Gegner auf der Pressekonferenz vor dem Duell. Durch neunzig Minuten defensive Leidensfähigkeit erkämpften sich die Knappen im heimischen Stadion ein 0:0 gegen den Rekordmeister.
Nur vier Tore: Schalkes Offensive bleibt das Sorgenkind
Doch wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten. Der Schatten bringt die Kälte mit sich – und kalt ist auch die Schalker Heat-Map im offensiven Drittel. Vier Tore aus den ersten sechs Spielen sprechen für sich, zumal drei dieser Treffer in der Partie gegen Union Berlin erzielt wurden. Die Priorisierung der eigenen Defensive zeigt sich unter anderem im wenigsten Ballbesitz der Liga (40%) sowie der schlechtesten Passquote (73%) und den wenigsten Torschüssen (57).
Das allein wäre noch verkraftbar, wenn die Knappen Spezialisten im Umschaltspiel wären. Allerdings geht es nach Ballgewinn eher erfolgslos und schleppend in die Offensive. Gerade Spielern wie Edin Džeko oder Kenan Karaman sieht man das fehlende Tempo deutlich an. Adamu und Hwang bringen zwar die Geschwindigkeit mit, der Output bleibt aber bislang aus. Die messbaren Stärken und Mängel der Schalke legen für das Team von René Wagner einen Matchplan nahe, damit die Punkte am Samstag in der Domstadt bleiben.
So kann der 1. FC Köln Schalkes Defensive überwinden
Die Schalker Niederlagen gegen den FC Augsburg und Mainz 05 offenbarten eine deutliche Anfälligkeit des Aufsteigers. Geht es schnell hinter die Kette, so haben die Knappen massive Probleme. Können sie sich jedoch in einem tiefen Block vor dem eigenen Sechzehner verschanzen, dann wird es für jede Mannschaft in der Liga schwer. Das legt auf Kölner Seite den Einsatz schneller und umschaltstarker Spieler in der Offensive nahe. Vielleicht öffnet das auch eine Tür für mehr Einsatzminuten von Reigan Heskey, der bislang noch kaum zum Einsatz kam. Sein Trainer sieht aber noch einige Schritte, die der Youngster erst noch machen muss, vor allem in der Arbeit gegen den Ball.
„Sobald er diese Schritte gemacht hat – und da ist er gerade dabei – dann ist er natürlich auch in der Lage, mehr Minuten zu sammeln. Und das ist auch der Plan mit Reigan.“ In der Arbeit gegen den Ball ist es wichtig, die Schalker bereits früh und vor allem konsequent unter Druck zu setzen. Lässt man ihnen jedoch zu viel Platz, können die Knappen jederzeit gefährlich werden. „Wir wollen den Gegner unter Stress setzen und das werden wir auch gegen die Schalker zuhause tun“, versprach Wagner.
René Wagner fordert Leidenschaft und Zweikampfhärte
Viel braucht es nicht, um den Aufsteiger aus dem Ruhrpott anzuzünden, daher sollte man ihm auch nicht viel anbieten. „Wir müssen Leidenschaft zeigen, Zweikampfhärte, wir müssen gucken, dass wir jedes Duell versuchen zu gewinnen“, mahnte der Coach. „Wir müssen die Basics des Fußballs leben.“ Bleiben diese grundlegenden Eigenschaften auf der Strecke, wird es schwer gegen Königsblau. Die Elf von Miron Muslić kommt sicherlich nicht zum Verlieren.
So könnte S04 auflaufen: Karius – Becker, Katić, Kuruçay – Dina Ebimbe, Tanaka, El Faouzi, Gosens – Karaman, Hwang, Aouchiche
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