Er kam, sah und traf. Neuzugang Thijs Dallinga tritt auf die Bundesliga-Bühne und dreht das Spiel für seinen neuen Arbeitgeber. In der Domstadt scheint der Niederländer seinen Torriecher wiedererlangt zu haben, sehr zur Freude des Anhangs, der wieder jubeln darf beim 1. FC Köln: Thijs Dallinga gelingt der perfekte Bundesliga-Start.
Mit seinem Doppelpack gegen die TSG Hoffenheim am Samstagnachmittag sicherte Thijs Dallinga dem FC drei Punkte und avancierte gleichzeitig folgerichtig zum Matchwinner.

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Woran erkennt man einen Spieler, der in seiner neuen sportlichen Heimat angekommen ist? Vielleicht daran, dass er direkt nach Schlusspfiff den Sieg vor den Fans auf der Süd feiert und mit seinem Sohn auf dem Arm über den Platz schlendert? Oder daran, dass sein nomineller Konkurrent Ragnar Ache der erste Gratulant nach Spielende ist. Beides trifft auf Neuzugang Thijs Dallinga zu, der sich bei seinem neuen Klub sichtlich wohl fühlt. So wohl, dass er eben mal so seine Torflaute aus der Vorsaison ablegte und den angereisten Hoffenheimern mit einem Doppelpack die sicher geglaubten drei Punkte aus der Hand riss. Dabei stach vor allem die Eiseskälte des Torjägers heraus, die man in der Domstadt seit der Zeit eines gewissen Anthony Modeste nicht mehr bestaunen durfte. „Wir haben zwei Chancen bekommen. Zum Glück war ich kaltschnäuzig genug, um beide zu verwandeln. So einen Start wünscht du dir als Stürmer. Ich konnte dem Coach zeigen, dass ich bereit bin, Tore zu schießen“, sagte der Angreifer.
„Das kostet“
Mit der Verpflichtung des Niederländers scheint Thomas Kessler nach den Eindrücken des ersten Spieltags einen guten Fang gemacht zu haben. Dabei hebt der Sportdirektor vor allem die Möglichkeit hervor, Ragnar Ache ohne Qualitätsverlust auswechseln zu können: „Dann haben wir einen, der das Eins-zu-eins übernehmen kann. Er bringt dann eine Körperlichkeit mit, er hat die Qualität in der Box. Aber als Stürmer musst du die dann auch nutzen. Wir sind sehr froh, dass wir ihn verpflichten konnten.“
Da ist Kessler wahrlich nicht der Einzige beim FC, der sich über den neuen Knipser freut. „Thijs ist ein super Junge. Vom ersten Tag an hat er perfekt reingepasst“, fand auch Said El Mala. „Er kann einen Ball festmachen, aber in der Box ist er einfach eiskalt.“ Was der Doppelpack zu bedeuten hat, weiß Said El Mala selbstverständlich auch: „Das kostet!“ Manche Dinge ändern sich wohl nie, egal ob man nun Kreisliga oder Bundesliga spielt.
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Für mich und das Team ist es ein perfekter Start
Jedoch sind die Dallinga-Treffer nicht nur für die Mannschaftskasse wichtig. Gegen Hoffenheim brachten erst seine Treffer die Mannschaft auf die Siegerstraße, nachdem bereits alles auf einen Erfolg der eiskalten TSG hinzudeuten schien. Damit markiert der Erfolg bereits den zweiten Sieg nach einem Rückstand innerhalb dieser ersten Pflichtspielwoche. „Für mich und das Team ist es ein perfekter Start. Wir gewinnen in der vergangenen Woche zwei Spiele, nachdem wir in beiden zurücklagen. Das ist sehr positiv“, bilanzierte Dallinga die bisherige Ausbeute. „Thijs hat die Woche schon über gezeigt, dass er brandgefährlich ist, wenn er in die Box kommt und da hat er mir auch das Versprechen gegeben, wenn er da ankommt, dann wird er auch Tore machen“, verriet Wagner. „Das hat er dann auch eindrucksvoll bewiesen. Jetzt heißt es, dran zu bleiben. Das wird er aber auch run.“
Die Sehnsucht nach einem Knipser
Dabei befriedigte die Leistung des Mittelstürmers gegen Hoffenheim eine kollektive Kölner Sehnsucht. Seit Jahren, besser gesagt seit dem Abgang von Anthony Modeste in Richtung China, existierte in der Domstadt der dringliche Wunsch nach einem eiskalten Torjäger. Einem Torjäger, der mindestens zweistellig trifft. Obwohl Ragnar Ache viel für das Spiel der Mannschaft beiträgt und sich in jedem Duell aufackert, ist er bislang nicht dieser eine Stürmer – wohl auch verletzungsbedingt. Vielmehr wurde die Last des Toreschießens in den vergangenen Spielzeiten auf viele Schultern verteilt. Der Einstand des Strafraumräubers Dallinga weckte jedoch diese bereits vergessen geglaubte Sehnsucht und macht Lust auf mehr.
Lust auf mehr hat auch der Mann des Spiels, der seinen Auftritt vor dem heimischen Publikum sichtlich genießen konnte. „Ich habe viele gute Geschichten über die Kölner Fans gehört. Sie haben diese heute bewiesen und es ist schön, für sie zwei Tore geschossen und das Spiel gewonnen zu haben. Ich hatte Gänsehaut, als ich getroffen habe. Das hoffe ich, noch häufig zu erleben.“
Die Qual der Wahl
Fraglich ist nun, ob Dallinga für die Spielzeit von Ache zur Gefahr werden könnte. Beides sind Spieler mit einem Anspruch auf die Startelf, zudem sind sich beide spielerisch in einigen Punkten sehr ähnlich. Natürlich könnte man beide zusammen in einem Doppelsturm aufstellen, dies würde aber zu Lasten eines Mittelfeldspielers geschehen. Wie sich René Wagner auch entscheiden wird, irgendjemand wird immer auf der Bank Platz nehmen müssen. „Es ist doch schön, dass der Trainer die Qual der Wahl hat“, sagte Kessler, der nach dem ersten Spieltag mit Genugtuung auf seine Transfers blicken kann.
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