Leart Pacarada stand als erster Neuzugang des FC fest. Doch sein Wechsel wurde mit Skepsis ge- und Fragezeichen versehen. Die Fußstapfen, die Jonas Hector hinterlassen hat sind groß. Doch Pacarada ist längst einer der Leistungsträger im Kölner Team, wohl der mit den geringsten Leistungsschwankungen. Nun geht es im Duell gegen Bayer gegen seinen Heimatklub.
Sieben Pflichtspiele, sieben Mal Startelf – Leart Pacarada ist wohl der wichtigste Transfer, den der FC in diesem Sommer getätigt hat. Längst ist der 28-Jährige einer der Kölner Leistungsträger. Nun geht es gegen seinem Ex-Klub. Pacaradas besondere Rückkehr

Eine gewisse Skepsis gab es unter den Fans bereits, da war die Verpflichtung noch nicht einmal in trockenen Tüchern. Leart Pacarada galt schon zu Jahresbeginn als erster Neuzugang des 1. FC Köln. Zu einem Zeitpunkt, an dem die Kölner Fans noch gar nicht in den Sphären Transfersperre zu denken vermochten. Der Deal war fix, die Zusagen getroffen, dann kam der FIFA-Hammer. Doch Pacarada dachte gar nicht daran, von seinen Plänen nach Köln zu wechseln, abzuweichen. Während dem FC in diesem Zeitraum wohl die ein oder andere vermeintliche Verstärkung absprang, beauftragte Pacarada ein Umzugsunternehmen und trat die Reise nach Köln an. „Zurück in die Heimat“, wie er später auf der Homepage des FC zitiert wurde. Es folgte die Aussetzung der Transfersperre und damit die feste Verpflichtung des Abwehrspielers.
Pacarada überzeugt auch in der Offensive
Und dennoch kam der Nationalspieler des Kosovo nicht ohne Nebengeräusche zum FC. Die Skepsis in den von Steffen Baumgart zum besten Linksverteidiger der zweiten Liga geadelten Pacarada wurde in den Sozialen Medien kund getan. Er habe bislang doch nur Zweit- und Drittligaerfahrung und sei zudem doch nur die Dreierkette von St. Pauli gewohnt. Der Haupttenor aber: Wie soll dieser – wenn auch gute – Zweitligaverteidiger einen Jonas Hector, immerhin ehemaliger Nationalspieler, FC-Ikone und laut Christian Keller noch immer einer der besten Außenverteidiger des Landes, ersetzen können? Zwar wurden die Kölner Verantwortlichen vor der Saison nicht müde, zu betonen, dass Pacarada einen Hector nicht ersetzen könne und es auch nicht solle, doch nach den ersten sechs Spieltagen ist der 28-Jährige aus der Startelf der Kölner nicht mehr wegzudenken. „Mein Anspruch ist, der Mannschaft mit meinem Weg zu helfen.“
Und dieser Weg ist zwar bislang noch nicht in Zählbares umgemünzt worden, aber dennoch ein durchaus vielversprechender. Pacarada hat die Skeptiker bereits eines Besseren belehrt: er kann Viererkette. „Ich spiele in einer Dreierkette auch gerne im linken Mittelfeld. Aber grundsätzlich sehe ich mich als Verteidiger“, sagte Paqarada einst dem Online-Portal transfermarkt.de. Der Außenverteidiger macht zumindest genau das, wofür ihn der FC geholt hat. Er sichert die linke Außenbahn ab, ist stabil in den Zweikämpfen und liefert konsequent seine Leistung ab. Bislang mit wenig Ausreißern nach oben, aber eben auch noch keinem nach unten. Dazu schaltet sich der 28-Jährige immer wieder in die Offensivaktionen ein. Pacarada schlug in dieser Spielzeit bereits 19 Flanken aus dem Spiel heraus. Nur der Nationalspieler David Raum für RB Leipzig (21) sowie Unions Sheraldo Becker (20) schlugen mehr Flanken. Dazu ist er neben Florian Kainz für die Standards zuständig. Von seinen Hereingaben kamen allerdings keine 20 Prozent zum Mitspieler. Dennoch scheint es nur eine Frage der Zeit, bis es auch Pacarada auf die Scorerliste des FC schafft.
Pacarada steigert seinen Marktwert enorm
Die hohe Anzahl an Hereingaben ist keine große Überraschung, eher ein Grund für seine Verpflichtung. Schon in der vergangenen Spielzeit schlug er für St. Pauli 144 Flanken, sucht zudem viele Offensiv-Zweikämpfe, bestreitet viele erfolgreiche progressive Läufe und überzeugt durch Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte. Gewisse Defizite im Tempo macht er durch ein starkes Stellungsspiel wieder wett. Nicht umsonst hat der Linksverteidiger seinen Marktwert erneut gesteigert. Laut Gool.ai lag er zu Beginn der Spielzeit noch bei 2.3 Millionen Euro, er ist innerhalb weniger Wochen auf 3.7 Millionen angestiegen. Das Online-Portal prognostiziert dem Abwehrspieler für den Sommer sogar eine Wert von mehr als 4 Millionen Euro.
Doch ausgerechnet gegen Leverkusen drohte nun erstmals das Aus des Dauerbrenners. Ausgerechnet, weil Pacarada im Alter von zarten acht Jahren zu Bayer Leverkusen wechselte – aus der Jugend von Werder Bremen. Bei Bayer durchlief der Abwehrspieler sämtlichen Juniorenmannschaften und wurde zum U-Nationalspieler des DFB. Dort spielte er unter anderem mit Emre Can und Marvin Duksch in einem Team. Der Durchbruch bei der Werkself wollte aber nicht gelingen. „Ich habe grundsätzlich das Potenzial. Es hat vielleicht irgendwo an der Konstanz gefehlt über eine ganze Saison hinweg“, sagte Pacarada transfermarkt.de. Als die zweite Mannschaft von Bayer aufgelöst wurde, wechselte der Abwehrspieler 2014 zum SV Sandhausen, 2020 zum FC St. Pauli und in diesem Sommer schließlich zum FC. „Zurückzukehren in die Stadt, in der ich groß geworden bin und die für mich immer Heimat bedeutet hat, ist für mich ein unbeschreibliches Gefühl“, sagte Paqarada. Am Mittwoch gab es Entwarnung: Pacarada nahm wieder am Training teil.

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