Am Sonntag kommt es im RheinEnergieStadion zum wahrscheinlich wichtigsten Spiel des Jahres aus Sicht des FC. Der Nachbar aus Gladbach ist zu Gast. Auf der Bank der Fohlen sitzt mit Alexander Blessin ein neuer Trainer, was einige offene Fragen bezüglich der Herangehensweise der Borussia lässt. Der 1. FC Köln steht vor dem wichtigen Derby.
Nachdem der Saisonstart der Fohlen auf allen Ebenen gründlich misslang, zogen die Verantwortlichen vor Beginn der Länderspielpause die Reißleine mit Eugen Polanski. Alexander Blessin übernahm daraufhin das Amt und hatte nun ganze drei Wochen Zeit, um seine Ideen in die Köpfe der Spieler zu transferieren. Dem FC gebührt nun die undankbare Aufgabe, der erste Gegner der neu formierten Borussia zu sein.

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Somit fehlen etwaige Referenzwerte aus vorherigen Spielen. Vorbereiten kann man sich lediglich auf die Spielweise des FC St. Pauli aus den vergangenen beiden Spielzeiten, wo Blessin zuvor wirkte. Da dem neuen Cheftrainer jetzt allerdings ein Kader mit einer gänzlich anderen und unbestritten höheren Qualität zur Verfügung steht, könnte auch der gewählte sportliche Ansatz abweichen. Für René Wagner führte das zu dem Schluss, den Fokus anderweitig zu verlagern. „Wir schauen auf uns. Die Gladbacher haben einen neuen Trainer. Wir wissen jetzt auch nicht alles genau, was sie versuchen werden, aber wir sind auf alles vorbereitet.“
Ache und Dallinga fehlen: Wer stürmt für den 1. FC Köln?
Diese Vorbereitungen werden sicherlich auch die Erkenntnis zu Tage gebracht haben, dass Alexander Blessin ein herausragender Defensivcoach ist. Zur Überraschung aller stellte St. Pauli im ersten Bundesliga-Jahr hinter den Bayern die zweitbeste Defensive der Liga und ließ nur 41 Gegentore zu. Inwieweit der 53-Jährige diese Disziplin bereits in der neuen Mannschaft etablieren konnte, ist fraglich. Zwar verschaffte ihm die Länderspielpause viel Zeit, beraubte ihn aber gleichzeitig seiner wichtigsten Abwehrspieler. Jedoch kann man so oder so nicht mit Bestimmtheit sagen, worauf sich die Fohlen im Derby einstellen sollten, denn auch der FC ist in seiner Herangehensweise schwer berechenbar. Allerdings würden die Kölner darauf sicherlich gerne verzichten. Diese Unberechenbarkeit hängt nämlich monokausal mit den Ausfällen der beiden Stoßstürmer zusammen. Sowohl Ragnar Ache als auch Thijs Dallinga verletzten sich im Testspiel gegen Viktoria Köln und werden bis auf Weiteres ausfallen. „Jetzt müssen wir schauen, dass wir die beste Kombination finden an Spielern, die offensiv gefährlich werden können“, beschrieb René Wagner die ungewollte Herausforderung. „Wir haben mehrere Optionen im Kader. Wir haben Bülti, der eine Option sein kann, wir haben aber auch schon mit Said in der vordersten Reihe gespielt letztes Jahr.“
René Wagner vor dem Derby: Mehr als nur drei Punkte
Gerade die Option mit El Mala in vorderster Linie konnte bereits in der Vorsaison für ordentlich Wirbel sorgen. Das könnte den Domstädtern zu zusätzlicher Variabilität im Angriffsdrittel verhelfen. Schlussendlich würde dies auch den Fokus von einem klar definierten Abschlussspieler wegnehmen und auf mehrere Schultern verteilen. „Am Ende wollen wir Tore schießen, da ist es scheißegal, wer in der Box ankommt. Hauptsache am Ende macht einer die Tore“, bilanzierte René Wagner passend die Stürmerfrage.
„Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Für die Stadt, für die Fans, aber auch für uns selber“, verkündete Wagner. Dass es hierbei um mehr als drei Punkte geht, muss niemandem im und um den Verein gesondert erklärt werden. So erhitzt viele Fangemüter nach dem Saisonstart bereits sind, so schnell dürfte ein Derbysieg sie vorerst wieder abkühlen. Die Aufgabe für den jungen Trainer muss es sein, die Fans wieder auf seine Seite zu ziehen. „Wir wollen, dass die Stadt am Sonntag aus dem Stadion geht und weiß, wir können heute einen Derbysieg feiern“, sagte der 38-Jährige. „Vollgas zum Derbysieg, und nichts anderes zählt für uns!“
Gladbach unter Alexander Blessin: Was erwartet den FC?
Die Motivation vor dem Rheinderby kann man den Domstädtern schwerlich absprechen. Jedoch sorgt der Trainerwechsel und die damit einhergehende Unberechenbarkeit der Gladbacher für Unsicherheit. Die Borussia steht am Ende der Tabelle, ohne einen einzigen Zähler auf dem Konto. Diese Erkenntnis mussten die Akteure drei Wochen mit sich herumtragen, ohne etwas an diesem Umstand ändern zu können. Mit dem neuen Trainer findet zudem ein regelrechter Neuanfang statt, der sowohl spielerischer als auch psychologischer Natur ist. Es bleiben große Fragen bestehen: Konnte Blessin die Frustration in Motivation umwandeln? Wie viel Handschrift wird sich am Sonntag bereits in der Abwehr der Borussia wiederfinden? Und vorneweg: Wie wird Gladbach im Rheinderby auflaufen? Die Antworten werden bis Sonntag ausbleiben, eine Prognose der Startelf darf aber natürlich trotzdem nicht fehlen.
So könnte Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln antreten:
Mögliche Aufstellung: Nicolas – Hashioka, Leszczynski, Diks – Scally, Sander, Neuhaus, Ullrich – Bolin, Kleindienst, Hack
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