René Wagner vom 1. FC Köln
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Der Fluch vom Niederrhein? Wagner vor dem Derby gegen Gladbach unter Druck

Gladbach war Lukas Kwasnioks Endstation. Ist es auch Wagners? Warum die Lage diesmal eine andere ist beim 1. FC Köln: Kein Schicksal-Derby für René Wagner

Vor dem Derby gegen Gladbach wächst in Köln die Unruhe: Die Fans zweifeln an René Wagner, die Punkteausbeute stimmt nicht, und im Testspiel gegen Viktoria Köln fielen mit Thijs Dallinga und Ragnar Ache auch noch beide Topstürmer aus. Dazu die Erinnerung an das Spiel, das einst Lukas Kwasniok den Job kostete. Ein Schicksalsspiel für den Trainer?

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Wenn der 1. FC Köln am kommenden Spieltag auf Borussia Mönchengladbach trifft, ist das mehr als ein Duell mit Tradition. Es ist die Neuauflage jenes Spiels, das den ehemaligen FC-Coach Lukas Kwasniok den Job gekostet hat. Auf der Bank saß damals ein Mann im Hintergrund: René Wagner, seinerzeit Co-Trainer. Heute ist er Cheftrainer und trifft in der Hinrunde der neuen Saison auf jene Fohlen, die ihm seine erste Chance in der vordersten Reihe verschafft haben.

Sportlich ist das Duell mit Gladbach für Wagner ein Charaktertest. Ein Endspiel um den Trainerjob ist es aber nicht. Gehen die Ideen des jungen Coaches gegen die Mannschaft von Alexander Blessin auf und steht am Ende ein Sieg im Derby, dürfte sich die Stimmung rund um den Verein schnell drehen, und die Debatte um Strahlkraft und Alternativen würde verstummen. Das Derby gibt Wagner die Gelegenheit, den Skeptikern auf den Rängen eine Antwort zu geben. Ein Auftritt mit Haltung und Ertrag ist so wichtig wie noch nie in dieser jungen Spielzeit.

Wer sich von der Stimmung im meinungsstarken Teil des Fanlagers anstecken lässt, könnte schnell glauben, Gladbach werde auch diesmal zum Henker eines Kölner Trainers. Die Anhänger bemängeln die fehlende Strahlkraft des Coaches und sind unzufrieden mit der geringen Punkteausbeute. Und dennoch ist ein Trainerwechsel nach dem anstehenden Derby unrealistisch.

Warum René Wagner beim FC Rückendeckung erhält

Die Geschichte ist reizvoll, doch mehrere Gründe sprechen dagegen, dass sie sich wiederholt. Da wäre zunächst die Führungsetage. Die Verantwortlichen am Geißbockheim begegnen den aufgekommenen Gerüchten mit einem klaren Dementi. FC-Präsident Jörn Stobbe äußerte sich zu Spekulationen um eine mögliche Verpflichtung von Horst Steffen, zuletzt bei Werder Bremen, unmissverständlich. Man habe sich vor der Vertragsverlängerung Kriterien zurechtgelegt und sich gefragt, was ein Trainer können müsse. Wagner lege dabei „in allen Bereichen eine brutal hohe Punktzahl hin“, sagte der 60-Jährige kürzlich dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Zugleich nahm er die Mannschaft in die Pflicht: „Jetzt müssen wir natürlich schauen, dass wir die Ergebnisse kriegen, denn dann hört so eine Diskussion schnell auf.“ Es ist ein Vertrauensbeweis mit Augenmaß: Rückhalt ja, aber kein Freibrief. Dazu kommt, dass die Saison noch jung ist. Erst vier Spieltage sind absolviert, und eine Stichprobe dieser Größe reicht kaum aus, um Wagner ein belastbares Zeugnis auszustellen.

Welche Probleme René Wagner beim 1. FC Köln lösen muss

Dass nicht alles rundläuft, räumt der Trainer im Interview mit come-on-fc.com selbst ein. Insbesondere das leidige Dauerthema Standardsituationen beschäftige ihn. „Es ist ein Thema, mit dem wir nicht zufrieden sind, ganz klar“, sagte Wagner. Man arbeite jede Woche im Training und in der Analyse daran, der Mannschaft Sicherheit zu geben, damit sich die Abläufe verbessern und das Vertrauen zurückkehre.

Im gleichen Interview verweist Wagner auf die Datenlage, die ein freundlicheres Bild zeichne als das nackte Ergebnis. Bei den Offensivstandards liege der FC in den Top 5 und sei auf einem guten Weg, denn in die Bewertung flössen nicht nur Tore ein, sondern auch Chancen, erwartbare Tore und Abschlüsse. „Wir hätten schon einige Treffer nach Ecken erzielen können“, so der Coach. Die Argumentation ist nachvollziehbar: Wer sich Chancen erarbeitet, aber nicht belohnt wird, hat eher ein Effizienz- als ein Konzeptproblem.

Wieder Personalsorgen vor dem Derby

Auch diesmal geht der FC nicht unter optimalen personellen Voraussetzungen ins Derby. Im Testspiel gegen Viktoria Köln verletzten sich mit Thijs Dallinga (Knieverletzung) und Ragnar Ache (Muskelverletzung) gleich beide Topstürmer, und damit fehlt Wagner ausgerechnet im Angriff die erste Wahl. Wieder tut sich eine Parallele zur vergangenen Saison auf: Kwasniok ging seinerzeit auf dem Zahnfleisch. Cenny Neumann, dessen Bundesligaerfahrung sich bis dahin auf vier Minuten beschränkte, musste im Derby debütieren, nachdem Tom Krauß nach dem Warmlaufen wegen Kniebeschwerden gepasst hatte. Neumann wirkte in seinem Profidebüt sichtlich überfordert (aus nachvollziehbaren Gründen), und schon in der ersten Minute lief ihm Gladbachs Jens Castrop zur schnellen Gästeführung davon. Kwasniok wurde zum Getriebenen einer Lage, die er kaum beeinflussen konnte.

Warum das Derby kein Schicksalsspiel für René Wagner ist

Auch diesmal muss der Kölner Trainer improvisieren und könnte gezwungen sein, seine Offensivreihe umzubauen. Aber ihm steht ein neu zusammengestellter Kader zur Verfügung, der Qualität und Perspektive vereint, und die Breite sollte ausreichen, um den Verlust aufzufangen, ohne einen Spieler ins kalte Wasser werfen zu müssen, wie es seinem Vorgänger erging.

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